Eigentlich war es Commander Atour Riten, der Chefbibliothekar des Todessterns, der die Pläne desselbigen nach Danuta übermittelte und damit der Rebellion zuspielte. Doch die Aufgabe sie aus der dortigen imperialen Basis zu stehlen und sicherzustellen oblag dem damals frischgebackenen Söldner Kyle Katarn. Die Mission nach Danuta ist zugleich das erste Level von Dark Forces und letzte Kapitel von "Soldier for the Empire". Das vorliegende Buch behandelt also die Vor- und Hintergrundgeschichte, wie aus dem Kadetten der Imperialen Militär-Akademie auf Carida ein Söldner, Agent der Rebellen-Allianz und Selfmade-Jedi Ritter werden konnte.
Es beginnt auf Kyles Heimatwelt Sulon, wo Morgan Katarn den Nachthimmel betrachtend an seinen Sohn denkt und bald feststellen muss, dass er in das Visier des Imperiums geraten ist. Der dunkle Jedi Jerec und Captain Thrawn befehlen einen Angriff auf die Farmer Sulons, um die dortige Rebellen-Zelle auszuschalten und Morgan Katarn ist einer der gesuchten Rädelsführer. Getarnt als Rebellen greifen imperiale Kommandos die Farmer an, doch ihr Trick fliegt auf und führt zu einem blutigen verlustreichen Gefecht.
Ohne zu wissen dass sein Vater eines der vielen Opfer des Imperiums geworden ist, beschreitet Kyle die finale Abschlussprüfung an der Akademie. Doch diese "Omega Übung" besteht aus einem Angriff auf eine Basis der Rebellen. Wohl nur durch seine latente und ihm noch völlig unbewusste Machtsensitivität überleben Kadett Katarn und seine Männer die Offensive, um ca. 20 Rebellen zu stellen. Da ein Schiff randvoll mit Verstärkung für die Rebellen naht ist Kyle vor die schwierige Wahl gestellt, seine Gefangenen exekutieren oder am Leben zu lassen. Ein Blick in das Gesicht von Jan Ors und er entscheidet sich für letzteres, nur um im kurz darauf wieder aufflammenden Gefecht mit der Verstärkung verletzt zu werden und das Bewusstsein zu verlieren. Obwohl die Mission aus Kyles Sicht eigentlich ein Fehlschlag war und viele gute Männer dabei ihr Leben verloren wird er für seine Verdienste ausgezeichnet und darf sich mit seinem Abschluss in der Hand nun Lieutenant nennen. Erst an Bord der Star of Empire begegnet Kyle Jan Ors wieder und erfährt was wirklich mit seinem Vater geschehen ist...
Aus neueren Büchern kennt man Kyle Katarn eher als loyalen Jedi-Meister, der seine militärische Karriere als Imperialer begann und schließlich zur Rebellion übertrat. Doch Kyle Katarn ist weit mehr als bloß eines der Mitglieder von Luke Skywalkers Jedi-Rat, als Held der PC-Spiele Dark Forces, Jedi Knight, Jedi Knight und Jedi Academy hat er sich vom Söldner zum Rebellen-Spion und schließlich Jedi-Ritter entwickelt, der sich mehrmals den Versuchungen der dunklen Seite ausgesetzt sah. Wer war jedoch dieser Mann, der von Fans gelegentlich aufgrund seiner geballten Machtfähigkeiten als Chuck Norris des Expanded Universe bezeichnet war? Soldier of Empire lüftet das Geheimnis um Kyles Vorgeschichte. Der junge Katarn trat in den Dienst des Imperiums um eine gute Ausbildung zu erhalten, die sich sein Vater so nicht leisten konnte. Dabei war er gewiss nicht der einzige, haben doch die meisten Helden der Rebellion eine Ausbildung unter imperialen Offizieren genossen.
Dark Forces zeigt die menschliche Seite des Konflikts von Rebellion und Imperium. Auf beiden Seiten verlieren gute Männer und Frauen ihr Leben, während Entscheidungen weniger aus Idealismus, sondern Notwendigkeit getroffen werden. So wird Kyle nicht etwa einer von vielen Fußsoldaten der Rebellion, sondern eine Art Söldner, womit er immer noch für die Rebellion arbeiten kann, aber zugleich gewisse Freiheiten genießt. Am Beispiel Kyles zeigt sich auch die kühle der das Imperium folgend Massaker und Völkermorde begeht, denn als seine Sturmtruppen die Rebellen während der Omega Übung zusammengetrieben und entwaffnet haben, wäre es deutlich effektiver diese zu exekutieren, immerhin wären diese als Kriegsgefangene nur äußerst schwer zu bewachen, da sie zahlenmäßig noch überlegen waren und Verstärkung auf dem Weg ist. Kyle zeigt Skrupel, vordringlich wegen Jan Ors, der er so das erste Mal begegnet.
Auf der anderen Seite stehen Thrawn und Jerec, wobei ersterer für die Idee verantwortlich sein dürfte, mit Rebellen-Symbolen lackierte AT-STs und Sturmtruppen in zusammengeflikten Rebellen-Uniformen auf Sulon vorrücken zu lassen. In einer für Thrawn nicht untypischen Manier soll das Massaker an den Farmern so propagandatauglich der Rebellion in die Schuhe geschoben werden, während die Farmer selbst in Wirklichkeit Rebellen waren. Aus der Ferne ein genialer Schachzug, für Morgan Katarn und Konsorten allerdings leicht zu durchschauen, Kyle erkennt später in einer Videoaufzeichnung sogar dass die Kommandos imperiale Standardtaktiken nutzten. Aber dennoch ganz nett Captain Thrawn mal außerhalb von Timothy Zahns Werken zu erleben. Im Gegensatz zum Strategen Thrawn, dessen Genialität in Dark Forces 1 nur oberflächlich zum Tragen kommt, ist Jerec der typische dunkle Jedi. Mit Ambitionen selbst eines Tages den Thron zu besteigen, einer mysteriösen Aura (seine Suite ist stockdunkel und als Miraluka ist er ohne Augen geboren faktisch auch blind) und der gehörigen Portion Skrupellosigkeit enthauptet er Morgan Katarn einfach mal so, um seinen Kopf gut sichtbar am Raumhafen Sulons auszustellen. Womöglich erklärt das Thrawns spätere Vorbehalte gegenüber Adepten der dunklen Seite.
Obwohl von Dark Horse und nur mit knapp über 100 Seiten ausgestattet ist "Dark Forces - Soldier of Empire" kein Comic, sondern ein relativ kurzer mit stilvollen Illustrationen ergänzter Roman. Vom Stil des Autors her kein Meisterwerk beschränkt sich Dark Forces 1 besonders auf die Wiedergabe der Gefechte und erinnert mit den Szenen zwischendrin eher an Zwischensequenzen, wie im gleichnamigen Spiel.