"TFU II" war die praktisch unvermeidliche Fortsetzung des extrem erfolgreichen, inhaltlich aber sehr durchschnittlichen "TFU" um Darth Vaders unglaublich mächtigen Schüler Starkiller aka Galen Marek.
Doch halt, der starb doch am Ende von TFU, werden sich einige wundern. Kein Problem, wozu gibt es das Klonen, und schon hatte man Teil 2 wieder mit Starkiller, bzw. seinem Klon, obwohl dies nicht zu 100% deutlich wird. Ich gehe aber von einem Klon aus, denn sollte Starkiller - wie ein gewisser dunkler Lord der "Legacy"-Comics - von selbst wieder von den Toten auferstanden sein, gehört die TFU-Sache für mich endgültig zu den Infinities.
Im gegensatz zum Roman von "TFU" ist der Nachfolger doch ein wenig besser geschrieben und liest sich halbwegs wie ein Science-Fiction-Roman. Wie gesagt, halbwegs, denn Sean Williams verschenkt auch hier wieder massig Potential. Die Actionszenen sind alle einfach, langweilig und leider wieder sehr ähnlich geschrieben. Beim Lesen kam bei mir fast keine Spannung auf, und mit den Hauptfiguren habe ich auch nie mitgefiebert.
Liegt auch daran, dass Starkiller als unsympathischster Held selbst Cade Skywalker locker den Rang abläuft. Der Kerl ist einfach nur unausstehlich, dazu noch unnahbar, sodass man als Leser keinerlei Mitgefühl oder dergleichen für ihn aufbringen kann.
Dann werden hier munter seit Jahrzehnten bestehende Fakten aus EU und Filmen ignoriert, allen voran der Einsatz der dunklen Seite in Form von Machtblitzen oder Starkillers Sichtweise, einfach alles und jeden niederzumetzeln, der ihm auf dem Weg zu seiner großen Liebe Juno im Wege steht. Das diese Liebe so flach und unglaubwürdig wie möglich ausfällt, hilft der ganzen Sache natürlich auch nicht.
Junos Kapitel waren zwar etwas interessanter, aber auch nichts besonderes. Das gezwungen wirkende Einbringen von bekannten Figuren war dann natürlich total daneben. Tarkin war überflüssig ohne Ende, zumal ich mich frage, was er mit einer handvoll Sturmtruppen auf Dac zu suchen hatte? 1 Jahr vor Yavin lebt der Mann praktisch nur auf dem Todesstern, und laut TFU II hat er plötzlich Zeit, eine völlig lächerliche "Falle" zu stellen, nur um seinen ehemaligen Sklaven wieder zu bekommen?! Das ich nicht lache. Ebenso war der seltsame "Sieg" der Rebellen fragwürdig, und für mich kaum nachvollziehbar. Schließlich hat doch kaum jemand mitbekommen, dass sie Tarkin bzw. das Imperium mit ihrem Doppelagenten hinters Licht geführt hatten.
Der Gipfel war schließlich der Auftritt von Wedge. Selbstverständlich muss Starkiller über einige Ecken mit Luke in verbindung gebracht werden können, Vader alleine reicht da ja nicht. Baron Tarko war ebenso vollkommen überflüssig, da frage ich mich doch, warum er überhaupt namentlich erwähnt wurde.
Der Kampf um Kamino hätte auch nicht sein müssen und der Ritt auf der Salvation war an Peinlichkeit kaum noch zu überbeiten. Manchmal frage ich mich, warum Luke überhaupt noch versteckt wurde, Starkiller alleine hätte das gesamte Imperium in einer Woche doch stürzen können, wenn man den Roman so liest.
Unverschämt war das offene Ende des Romans, ein dritter Teil muss zwangsläufig folgen, doch ich erwarte nur noch mehr Probleme mit dem EU, und vor allem mit den Helden und Schurken aus der OT. Vader verlor ja hier bereits zum 2. Mal gegen Starkiller, dass zieht all seine Auftritte in ANH, TESB und ROTS in Zweifel, sowie seine Person selbst. Hat das EU es in den letzten Jahren geschafft, den Vader nach ROTS als intelligenten, verschlagenene Bösewicht zu etablieren, macht "TFU I/II" aus ihm einen Versager, der offenbar nie aus seinen Fehlern lernt.
Dann wird plötzlich diese Schlacht um Kamino zum ersten großen Sieg der Allianz, bisher war dies die Vernichtung des Todessterns aus Ep. IV, na toll.
Die Wichtigkeit, die Starkiller und auch Kota für die Allianz anscheinend repräsentieren, störte mich ebenfalls gewaltig. Die alte Variante - welcher auch die geschnittenen Szenen der Delegation der 2000 mehr zu- als widersprachen -, dass viele, kleine Guerillatruppen sich wenige Jahre (2) unter Führung Mon Mothmas, Bail Organa und Bel Iblis endlich zusammenschlossen, war weitaus stimmiger und nachvollziehbarer.
Mit Grauen blicke ich dem unvermeidlich kommenden "TFU III" entgegen, wobei einige Dinge einfach eintreten müssen:
1. Kota muss sterben, da gibts kein drumherumkommen
2. Vader muss irgendeinen gewichtigen Sieg erringen, um nicht ganz als Versager und Trottel dazustehen
3. Starkiller muss entweder wieder sterben, oder seine Kräfte verlieren, und mit Uno irgendwo am Rande der Galaxis sein restliches Leben genießen
Zur Zeit von ANH darf er jedenfalls unter keinen Umständen noch am Leben sein, denn das wäre ein Supergau.....