Einen bezeichnenden Titel hat man für die Nachfolgereihe von Legacy of the Force gefunden. Nach Darth Caedus Gastspiel steht nämlich das Schicksal der Jedi auf dem Spiel und an Luke Skywalker statuieren die neuen Mächtigen der Galaxis ein Exempel, der Großmeister des Ordens wird gewissermaßen als mitschuldig für Jacen Solos Taten angeklagt und ins Exil verbannt. Leser von James Lucenos Millenium Falcon wissen das natürlich bereits.
Zwei Jahre seit dem Sturz Jacen Solos ist wieder ein fragiler Frieden in die Galaxis eingekehrt und die neue Staatschefin der Galaktischen Allianz Admiral Natasi Daala hat zumindest das Imperium unter Jag Fel und die Konföderation wieder an den Verhandlungstisch bringen können, um eine mögliche Wiederherstellung der Galaktischen Allianz, wie sie vor dem Krieg existierte, ins Auge zu fassen. Doch zugleich schlägt Daala eine harte Linie gegen den Jedi-Orden ein und lässt Anklage gegen Luke Sykwalker erheben. Nur durch einen Deal gelingt es Luke schlimmeres zu vermeiden und doch bedeutet das für ihn 10 Jahre Exil. Dabei würde ihn der Jedi-Orden gerade jetzt brauchen, sind doch 2 Jedi-Ritter einer mysteriösen Geisteskrankheit zum Opfer gefallen und stellen sich gegen alles und jeden. Da ihr seltsamer Geisteszustand und die medizinischen Befunde jedoch an eine Macht-Technik Jacens erinnern, könnte Luke dies ideal mit der einzigen Möglichkeit verknüpfen eine Begnadigung zu erlangen. Kann er nämlich einem von Daala eingesetzten Tribunal beweisen, wie Jacen zu seinen Taten verleitet werden konnte, darf er das Exil verlassen. So beginnen er und Ben die Reise Jacens nach Ende des Yuuzhan Vong-Krieges zu verfolgen. Zugleich reisen Han, Leia und Allana nach Kessel, wo Lando Calrissian um ihre Hilfe gebeten hat...
Schon vor Ende von Legacy of the Force war klar, dass es zu einer Fortsetzung kommen würde und wieder sind es 9 Bücher, von denen das erste erneut Aaron Allston anvertraut wurde. Und auch inhaltlich ist Fate of the Jedi 1 vorangegangen Werken sehr ähnlich, nur dass die Konstellation eine neue ist. Diesmal tobt kein Krieg in der Galaxis, weshalb Raumschlachten und militärische Manöver, wie sie Aaron Allstons Stärke sind, weitgehend fehlen. Doch wie schon in The New Jedi Order stehen die Jedi in Miskredit und auch wenn sie sich durch den Anwalt Nawara Ven gegen Daalas Bestrebungen sie unter Kontrolle zu bringen teilweise wehren können, kämpfen sie doch auf verlorenen Posten. Die neue Staatschefin schickt Luke ins Exil, der damit hoffte andere Jedi vor einer Anklage zu schützen, etwa Kyp Durron, dessen Auslieferung die Moffs des Imperial Remnant zumindest formal bereits verlangt hätten.
Die goldenen Zeiten für Lukes Jedi-Orden sind vorbei, seit Jacen Solo die Ära Cal Omas gewaltsam beendet hat. Der Jedi-Rat der einst sogar Anteil an der Regierung hatte ist eine ohnehin zweifelhafte Institution, hat Luke doch mit der Schaffung des Amtes eines Großmeisters alle Macht in die Hände eben dieses Einzelnen gelegt und muss nun selbst das Feld räumen. Immer noch spürt man das Vermächtnis der Legacy-Bücher, die Galaxis ist chaotisch, ein rauer und feindlicher Ort, der von oft eigennützigen politischen Funktionären beherrscht wird.
So ist Fate of the Jedi gewissermaßen die Fortsetzung jenes episch breiten Dramas, das in der NJO-Ära ihren Anfang nahm und mit dem Beginn von Legacy seine wahren Tiefen erkennen ließ. Überlang, immer in Serien gegliedert und somit kostspielig ist sie, diese Geschichte, von Aufstieg und Fall des neuen Jedi-Ordens und der Republik, die sich nun nur noch Allianz nennt. Die Erfahrung aus LotF lässt wenig Hoffnung für FotJ, wenn man seitens der Projektleitung nicht darauf geachtet hat, dass sich die Autoren besser koordinieren und nicht mehr jeder für sich eine oft nur noch in Rahmenbedingungen aneinander angepasste Story mit einem Set eigener Helden erzählt. Zumindest in einer Hinsicht ist diese Hoffnung berechtigt, man will erklären wie Jacen zu Darth Caedus werden konnte, was LotF nur unzureichend zustandebrachte und der Kardinalfehler der gesamten Reihe war. Bedauerlich wenn man dazu noch mal 9 Bücher nachlegt, die einzig von Lukes Odyssee zu erzählen scheinen, um eben dieses Mysterium zu lüften. Dabei spielt man wieder stark auf der politischen Klaviatur und spricht sehr Legacy-like davon, dass Daala und die Militärs die Macht der Jedi beschneiden wollen, was die Furcht vor einer neuen Jedi-Verfolgung im Raum stehen lässt.
Dabei wäre Outcast an sich ein eher mittelmäßiger Band, der nur etwas holprig daherkommt und an Allstons schlechtere Bücher erinnert. Was irgendwie fehlt ist der Stil den er im bedauerlicherweise fast genialen Betrayal verwirklichen konnte. So gut Betrayal aus meiner Sicht war, so schlecht war die nachfolgende Reihe, vielleicht ist das nun anders oder Fate ist zumindest in den folgenden 8 Bänden mittelmäßig und nicht von so massiv schwankender Qualität wie Legacy.
Die Story von Outcast ist durchaus spannend, wenngleich nicht überragend fesselnd, wohl auch weil es zu keinen wirklichen Enthüllungen kommt. Das Werk baut auf, führt die wichtigsten Handlungsfäden ein und man ist gespannt was da noch kommen wird.
Fazit:
Kein überragender Beginn für die Fortsetzung von Legacy of the Force. Luke Skywalker im Exil, wo er Jacens Reisen nachverfolgt und etwas sucht, dass ihm eine Begnadigung verschaffen könnte, während junge Jedi-Ritter einer seltsamen Geisteskrankheit erliegen, die sie zur Gefahr für die Allgemeinheit werden lassen und Staatschefin Daala in ihrem harten Kurs gegenüber den Jedi bestätigen.