Noch während die Lords des Lost Tribes darüber beraten, wie und ob man mit der Macht-Entität Abeloth ein für die Sith vorteilhaftes Bündnis schmieden kann, kündigt diese ihren Besuch auf Kesh einfach selbst an. Doch der Plan der Sith sich Abeloths zu bedienen, um die Mysterien ihrer Macht zu ergründen und sie dann zu entsorgen entpuppt sich als trügerisch und ehe sie sich versehen legt die Kreatur einen guten Teil der Sith-Hauptstadt in Trümmer und verleitet Gavar Khai und dessen Flotte mit dem Lost Tribe zu brechen.
Noch haben die Jedi aber ihre Jagd auf Abeloth noch nicht aufgegeben und mit Jaina Solo und der übergelaufenen Sith Vestara auf ihrer Seite hetzen Luke und Ben Skywalker noch einmal von ehemaliger Sith-Welt zu Sith-Welt, um die Spur Ships und damit Abeloths wiederaufzunehmen. Für Vestara bedeutet dies allerdings auch sich ihrem zum Verräter an den Sith avancierten Vater stellen zu müssen.
Währenddessen ist Moff Lecersen einmal mehr ins Zentrum des Geschehens gerückt und plant mit seinen Mitverschwörern fleißig am Sturz Jagged Fels und des Triumvirats. Unerwartet gerät Lecersen jedoch unter Druck, als jemand sein schmutziges Geheimnis aufgedeckt hat und mit der entflohenen Admiralin Daala samt ihrer persönlichen Flotte eine neue Bewerberin um Fels Posten ins Spiel zurückgekehrt ist...
Abstecher nach Kesh waren in FATE OF THE JEDI bis jetzt eher die Seltenheit, doch gerade Christie Golden, die den Lost Tribe of the Sith in OMEN überhaupt erst eingeführt hat, versetzt die Handlung in ASCENSION auf den ersten 50 Seiten gleich nach Kesh, um "ihren" Sith-Handlungsbogen die längst überfällige Wende zu verleihen. Der Lost Tribe gespalten und Gavar Khai damit als rechte Hand Abeloths ein Verräter am eigenen Volk, während sich seine Tochter über ihre Loyalitäten ganz und gar nicht mehr sicher ist, aber früher oder später in klassischer Star Wars-Manier wohl ihrem geliebten Vater stellen und eine schicksalshafte Entscheidung treffen muss. Dazu hätte es freilich schon früher kommen können, doch besser zu spät als nie oder erst in einem überfrachteten Finale.
Die Odyssee der beiden Skywalkers auf den Spuren Jacen Solos war ein Thema das sich vor allem in den ersten drei Bänden Fate of the Jedis manifestierte, um in die Jagd nach Vestara und schließlich Abeloths überzugehen. In ASCENSION findet sie nach einer letzten Beschleunigung ihr Finale, das sich für den einen oder anderen allerdings etwas enttäuschend ausnehmen könnte. Die Suche nach der Wahrheit, bei der der Weg eigentlich schon das Ziel war, kulminiert auf Seite 195. Egal was Troy Denning für sein Finale noch aus dem Hut zaubert, die Entscheidungen welche Luke nach seiner stillschweigenden Rückkehr als Großmeister im Alleingang beschließt besiegeln gewissermaßen das Schicksal der Jedi-Ritter, wohl um dem Reihentitel gerecht zu werden, der bisher nur durchblicken ließ dass das "Fate" der Jedi ihre wohl fortwährende Anfeindung ist.
Im Vorspiel zum Finale in Troy Dennings APOCALYPSE ist es Christie Goldens größter Verdienst lose Enden abzuschließen und somit "a little bit of closure" zu vermitteln. Vor allem die zeitweise völlig untergegangene royalistische Verschwörung Lecersens und seiner Möchtegern-Imperialen in Militär und Senat der Galaktischen Allianz wird zu einem natürlich blutigen Ende gebracht, in dem sich plötzlich auch Admiralin Daala wieder einzumischen beginnt und Freedom Flight eine Rolle spielt. Mit dem Abschluss dieser mehr flatterhaften als schattenhaften Handlungsbögen wird es allerdings noch einmal so richtig spannend, so dass man sich durchaus wünscht Golden und ihre beiden Autorenkollegen hätte sich genau so schon früher an diesen Subplot herangewagt.
Allgemein gesprochen, auf 350 Seiten bringt Golden die verschiedenen Subplots entscheidend voran, mehr als in einigen der vorigen Romane. Dadurch wird es noch einmal richtig spannend, wodurch auch einige Mängel in Hinsicht auf den Spielraum für die Charakterzeichnung verdeckt werden. Vestara Khai, immerhin Goldens Schöpfung, samt ihrer inneren Konflikte steht ganz eindeutig im Rampenlicht und stiehlt manch anderen Charakter auch den Raum. Das wirklich ärgerliche neben manch handwerklichen Mankos und vielleicht ein wenig rückwirkender Enttäuschung über das verspielte Potential mancher Subplots ist allerdings dann das einzig auf die Einleitung Dennings APOCALYPSE abzielende Finale in den letzten 50 Seiten. Nach der zugkräftigen Aufbruchsstimmung und den Hoffnungsschimmern die Golden vor diesen durchscheinen ließ wird dann noch einmal alles auf den Kopf gestellt. Das macht die Beurteilung des Bandes umso schwieriger, weil einerseits wirklich viel vorangebracht, doch dann wieder vieles auf ziemlich unglaubwürdige Weise rasch noch gekippt wird, während manche Plotauflösungen durchaus unbefriedigend erscheinen und an Charakterzeichnung allein Vestara in der Gunst Christie Goldens zu stehen scheint. Als Leser bleibt man also mit zwiespältigen Eindrücken zurück.
- Die Handlung -
Womit ASCENSION aufzuwarten weiß sind Turns und Twists, welche die Handlung nun ein entscheidendes Stück voranbringen. Für die einen wahrscheinlich zu spät, für die anderen nicht dramatisch oder atmosphärisch genug umgesetzt. Bei allem Lob sieht man sich doch gezwungen anzuerkennen dass den Ereignissen eine gewisse Rasanz innewohnt, die schon in Aaron Allstons CONVICTION einige Zeitsprüngen notwendig gemacht hat. Das Hinauszögern der großen Entscheidungen hat jedoch schlussendlich seinen Zweck erfüllt, nämlich die letzten drei Bücher nicht zu einem schwachen Epilog sondern dem entscheidenden Moment der Reihe zu machen. Was bei Allston aber noch geschmeidiger vonstatten ging fällt bei Golden deutlich mehr ins Gewicht, etwa wenn man plötzlich feststellen muss dass Wynn Dorvan zum neuen Triumvirn erhoben wurde. Auch die Wiederaufnahme einiger loser Handlungsfäden geschieht nur mit nachgereichter Erklärung für die längere Verzögerung.
- Das Wiederaufleben der Hoffnung -
Einer der prägendsten Eindrücke die ASCENSION vermitteln kann ist dass es doch nicht umsonst wahr sich diese neunteilige Reihe angetan zu haben. Nachdem die Reihe gewissermaßen mit der Aufgabe ins Rennen ging einige Mankos LEGACY OF THE FORCE' wieder auszubügeln und so nebenbei die Motivation für Jacen Solos tiefen Absturz nachzuliefern bekommt man nun die Resultate vorgelegt. Rückblickend hat es eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis die Jedi sich endlich dazu durchringen konnten endlich wieder einmal aktiv für ihre Ideale einzutreten und schlussendlich gar Daalas Repression abzuschütteln. Mit dem Eingreifen der Jedi in die Sklavenrevolten und dem Sturz Daalas haben die Jedi sich und die Allianz aus Civil War und Dark Reign in ein neues Heroic Age katapultiert und plötzlich ist alles möglich. Der mal mehr, mal weniger ins Rampenlicht gerückte und lange undurchschaubare Stabschef Daalas, Wynn Dorvan, wird nun zum neuen Hoffnungsträger stilisiert. Seine moralische Integrität hat er schon mit Einwänden gegen Daalas Vorgehen und der freundschaftlichen Beziehung zum rehabilitierten Raynar Thul bewiesen. Mit dem Rücktritt des ohnehin blass gebliebenen Verschwörers Merratt Jaxton erscheint Dorvan dann auch als logische Wahl für die alleinige Amtsübernahme bis zur endgültigen Wahl eines neuen Staatschefs. Durch die Ernennung neuer aus den Rebellionen hervorgegangenen Senatoren kommen sogar neue politische Figuren hinzu, die in der GA einen Silberstreif am Horizont erkennen lassen. Als Triumvirin Saba Sebatyne sich zudem Leias als Berater bedient scheinen die Weichen für ein Happy End gestellt. Auch auf der Seite des geläuterten Imperiums unter Jagged Fel kehrt mit Admiral Vitor Reige (möglicherweise dem unehelichen Sohn Gillad Pellaeons) ein Hoffnungsträger zurück, der sich an der Seite seines Regenten doch zunächst noch mit einer nach dem Imperium greifenden Daala und dem in die Defensive geratenen Lecersen auseinandersetzen muss. Und Abeloths nicht wieder gutzumachender Bruch mit den Sith schwächt sogar die dunkle Seite, dass nach Bürgerkrieg und Jedi-Verfolung endlich wieder ein glücklicher Ausgang der Ereignisse möglich scheint.
- Charakterzeichnung -
Die Aufbruchstimmung schmälern kann Christie Goldens etwas nachlässige Charakterzeichnung zwar nicht, doch sie nagt an einem sonst positiven Eindruck. In ASCENSION schwingen sich plötzlich Charaktere zu Hoffnungsträgern auf, von denen vorher entweder nur am Rande oder gar nicht die Rede war. Zumindest bei den frischgebackenen Senatoren, die nun als jüngste Inkarnation der Rebellen und der Ideale der einstmaligen Rebellen-Allianz in den Senat einziehen. Andere hingegen sind nie wirklich in den Mittelpunkt gerückt worden und zeitweise wieder verschwunden, wie die Verschwörer aus dem Umfeld Moff Lecersens. Ihre Motive bleiben bis zuletzt auf die persönliche Bereicherung im Falle der Installation einer neuen rassistischen Monarchie beschränkt, in der sie als Menschen und Revolutionäre der ersten Stunde noch weiter ins Zentrum der Macht vorrücken könnten.
Lesen Sie weiter... ›