4000 Jahre vor der Schlacht von Yavin und der Zerstörung des ersten Todessterns befindet sich die Alte Republik in einer ersten Blütephase. Die Jedi engagieren sich in der ganzen Galaxis als Friedenswächter, doch unterscheidet sich der Orden deutlich von dem, der am Ende der Klonkriege von Darth Sidious vernichtet wird. Hier dürfen Jedi noch Beziehungen eingehen und Kinder haben, und es ist auch nicht unüblich, dass ein Meister gleich mehrere Schüler ausbildet. Obwohl die Sith Jahrhunderte zuvor besiegt wurden, haben sie Spuren in der Galaxis hinterlassen, von denen eine große Bedrohung ausgeht.
Der Onderon-Krieg
Die Brüder Ulic & Cay Quel-Droma und ihr Mitschüler Tott Doneeta befinden sich am Ende ihrer Jedi-Ausbildung bei ihrem Meister Arca von Arkania, als die Welt Onderon der Republik beitritt und Arca zu ihrem Friedenswächter ernannt wird. Arca entsendet seine Schüler auf die von einem langen Bürgerkrieg gezeichnete Welt um den Frieden wiederherzustellen. Als die jungen Jedi auf Onderon eintreffen, spitzt sich der Konflikt zwischen Stadtbewohnern und den in der Wildnis lebenden Bestienreitern zu, denn den Bestienreitern ist es gelungen, Prinzessin Galia aus der Stadt zu entführen. Bald merken die Jedi, dass sie es hier nicht mit einem gewöhnlichen Bürgerkrieg zu tun haben, sondern dass die dunkle Seite am Werk ist.
Die Saga von Nomi Sunrider
Gemeinsam mit seiner Frau Nomi und seiner Tochter Vima macht sich Andur Sunrider auf den Weg zu Jedi-Meister Thon, um ihm wertvolle Lichtschwertkristalle zu übergeben und seine Ausbildung abzuschließen. Als Andur unterwegs von Dieben wegen der Kristalle ermordet wird, gelingt es Nomi und Vima, mit den Kristallen zu entkommen. Widerwillig entschließt sich die machtsensitive Nomi, sich selbst von Thon zur Jedi ausbilden zu lassen. Sie ahnt nicht, dass sie von den Mördern ihres Mannes verfolgt wird, denn die wollen immer noch die wertvollen Kristalle in die Finger bekommen.
Der Freedon-Nadd-Aufstand
Dank dem Eingreifen von Meister Arca ist auf Onderon endlich Frieden eingekehrt. Doch im Untergrund gibt es immer noch zahlreiche Anhänger Freedon Nadds, einem Sith, der vor Jahrhunderten die Dunkle Seite auf diese Welt gebracht hatte. Als man den Sarkophag Freedon Nadds auf den benachbarten Mond verlegen möchte, um den Einfluss der Dunklen Seite auf Onderon zu beenden, schlagen die Anhänger des Sith-Lords zu und entführen Meister Arca. Ulic, Cay und Tott spüren, dass sie der Sache allein nicht gewachsen sind, und fordern beim Jedi-Orden Verstärkung an.
Der fünfte Band der Essentials-Reihe von Panini beinhaltet den Beginn der "Tales of the Jedi", die vor Jahren zum Teil von den beiden Verlagen Carlsen und Feest veröffentlicht worden waren. Die Ästhetik ist aufgrund des Alters der Comics ungewohnt, doch sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Denn hier wird der Grundstein für einige Entwicklungen im Erweiterten Universum gelegt, sei es die Jediakademie-Trilogie von Kevin J. Anderson oder die Spielreihe "Knights of the Old Republic".
Ulics Stolz lässt seinen späteren Fall bereits vorausahnen, der dann in "Die Lords der Sith" ausführlich thematisiert wird. Der Werdegang Nomi Sunriders wirkt vielleicht etwas langatmig, doch ist es schön, dass sich der Autor Tom Veitch die Zeit dafür genommen hat, denn so wird ihre Entwicklung zur mächtigen Jedi glaubhaft gemacht. Im dritten Abschnitt treten bereits Satal Keto und Aleema auf den Plan, deren Machenschaften den bevorstehenden Krieg mitverursachen.
Die Dialoge wirken zwar etwas hölzern und scheinen oft überflüssige Erklärungen zu beinhalten, aber das war der Comicstil, der noch zu Beginn der 1990er Jahre gängig war. Einziges Manko ist, dass die Handlung insgesamt noch episodisch wirkt. Die Folgebände sind hier wesentlich kompakter.
Fazit:
Wer die alten Comic-Ausgaben nicht sein Eigen nennt und Fan der Ära rund um Knights of the Old Republic ist, sollte unbedingt zugreifen.