Fünf Jahre nach dem Tod des Imperators in der Schlacht um Endor hat die neue Republik, das Imperium weitgehend zurückgedrängt und sogar Coruscant aus den Klauen der sich gegenseitig bekämpfenden Kriegsherrn befreit. Doch von einer langjährigen Expedition in den Unbekannten Regionen zurückgekehrt hat der imperiale Großadmiral Thrawn das Kommando über einen wichtigen Teil der noch loyalen aber führungslosen imperialen Streitkräfte übernommen. Und schon bald wird auch die Neue Republik erkennen müssen, warum der Imperator dieses strategische Genie möglichst weit von den Schalthebeln der Macht entfernt sehen wollte.
In kleineren Scharmützeln fordert Thrawn die Flotte der Rebellen immer wieder heraus und fügt ihnen so schmerzhafte Verluste zu. Auf Tatooine versucht Han Solo unterdessen ein Bündnis zwischen der Schmuggler-Allianz und der Neuen Republik zu schmieden um der Republik wichtige Nachschublieferungen und den Schmugglern Aufträge zu verschaffen, doch beide Seiten stehen Solos Initiative höchst skeptisch gegenüber. Auf Myrkr hofft Thrawn mit seinen Truppen die einzigartigen Ysalamiri fangen zu können, eine Spezies die in der Lage ist ein machtfreies Feld zu erzeugen. Doch neben diesen findet er auch Schmugglerboss Talon Karrde und seine Mitarbeiterin Mara Jade, der ihm seine Unterstützung anbietet. Die Ysalamiri sind wichtiger Bestandteil für Thrawns zukünftige Pläne, die ihn bis auf den abgelegenen Planeten Wayland bringen, wo im Mount Tantiss eine Schatzkammer des Imperators (mit einzigartigen Tarn- und Klon-Technologien) verborgen ist, die allerdings von einem dunklen Jedi-Meister bewacht wird. Im Gegenzug für Joruus C'baoths Kooperation verspricht Thrawn ihm machtsensitive Schüler, um einen neuen Jedi-Orden nach seinen eigenen Wünschen erschaffen zu können. Wie Thrawn weiß erwartet Ratsmitglied Leia Organa-Solo gerade Zwillinge und setzt deshalb seine Noghri-Killerkommandos auf sie an. Luke Skywalker schlägt sich derweil mit seinem schwierigen Erbe herum, der letzte Jedi-Ritter zu sein, wobei er schon bald die Spur eines Jedi-Meisters namens C'baoth aufnimmt, eine einmalige Chance seine Ausbildung endlich abzuschließen...
Timothy Zahns große Stärke liegt eindeutig in der Konstruktion des Plots. Man merkt sehr gut, dass sich Zahn beim Aufbau seiner Handlung Zeit lassen konnte, weil es sich bei Erben des Imperiums eben um den ersten Teil einer Trilogie handelt, weswegen er noch nicht alle Feinheiten von Thrawns großen Plan enthüllt und auch seine Charaktere nur grundlegend vorstellt. Am wichtigsten unter diesen ist natürlich Mara Jade, die ohne dass er es weiß, noch eine offene Rechnung mit Luke Skywalker zu begleichen hat und wie er im Umgang mit der Macht ausgebildet wurde. Doch Zahn lässt die Zeit nicht ungenutzt verstreichen und seine Protagonisten aus dem Nähkästchen plaudern, er bringt unglaublich viel Handlung in diesem ersten Band unter und wer am Ende glaubt das wäre schon alles gewesen, sei gewarnt, der Meister setzt in den folgenden Bänden noch eins drauf. Die Thrawn-Trilogie weckt sicher bei vielen Fans sentimentale Gefühle, Raumschlachten, Lichtschwerter, die Macht... es ist alles wieder da und dazu ein bösartiges Mastermind, bei dem man mit allem rechnen muss. Zeitweise als inoffizielle Episoden VII-IX gehandelt ist die Thrawn-Trilogie episch und das nicht nur aufgrund des genial durchdachten Plots, der immer wieder Handlungswendungen miteinbringt und eigentlich von Finale zu Finale auf einen dann wohl wirklich monumentalen Showdown zusteuert. Hinter all dem steckt der Masterplan Thrawns, der sich nicht verhindern lässt und selbst Rückschlägen Platz einräumt. Ebenso gut durchdacht ist die Story selbst, auch wenn Zahn manche Lücken und kleinere Mängel durch den Zufall bzw. die Macht schließen lässt.
Die Thrawn-Trilogie Timothy Zahns und damit auch Erben des Imperiums sind Kult, wurde mit diesem Klassiker 1991 auf Englisch und 1992 auch auf Deutsch schließlich der wohl wichtigste Grundstein für das von da an schnell expandierende Erweiterte Universum (EU), mit all seinen Geschichten, gelegt. Lange vor der Veröffentlichung der Special Edition der klassischen Trilogie, dem Projekt Shadows of the Empire und erst recht Episode I und damit den Prequels hat gewissermaßen Großadmiral Thrawn Star Wars vor seinem Untergang bewahrt und ist sogar zu einem New York Times Bestseller geworden. Ein Kunststück das gerade gelungen ist weil die Thrawn-Trilogie noch vor den großen Regulierungen des EU enstanden ist und daher wenig Bezüge zu den späteren Werken halten musste. Wer Erben des Imperiums liest braucht faktisch nur die klassische Trilogie zu kennen. Natürlich kann man der Thrawn-Trilogie vorwerfen ein typisches Produkt des Bantamverse (nach dem Bantam-Verlag in welchem die ersten Star Wars Bücher erschienen sind) zu sein, welches aufgrund der Verlagspolitik zu einer Trilogie geworden ist, wie so viele der Bücher dieser Ära. Auch ist die Thrawn-Trilogie vielleicht etwas untypisch für Star Wars, ist es doch mitunter ein Produkt der Star Wars Rollenspiele und Kurzgeschichten, welche im Star Wars Insider veröffentlicht wurden, was mitunter zu einer später sehr fruchtbaren Zusammenarbeit Timothy Zahns mit Michael Stackpole geführt hat, der sich als Corran Horn im EU sogar als Jedi und X-Wing-Pilot verewigt hat (Der Kampf des Jedi). Im Original umfasst die Thrawn-Saga mittlerweile mit Thrawn-Trilogie, der Hand of Thrawn-Dulogie und der Outbound Flight-Duologie 7 Bücher, auf Deutsch sogar 8 nachdem die Hand von Thrawn Duologie aufgrund des enormen Umfangs in eine Trilogie geteilt wurde.
Fazit:
Hervorragend konstruiert, der Beginn einer Trilogie wie man sie sich nur wünschen kann. Raumschlachten, Schmugglertricks, die Macht, Intrigen und ein Mastermind dessen Plan sogar Rückschlägen Platz einräumt.