Seit dem Tod seines treuen Freundes und Weggefährten Chewbacca ist Han Solo einfach nicht mehr der selbe. In eine tiefe Depression verfallen wird ihm schmerzlich bewusst, wie verwundbar er und all die Menschen aus seinem Umfeld in Wirklichkeit sind. Ungeachtet dessen schreitet die Invasion der Yuuzhan Vong weiter voran. Zwar konnte in der Schlacht um Ithor ein Sieg erreicht werden, doch war der Preis unerwartet hoch, als der Kommandant der Flotte eine verheerende Biowaffe gegen den Planeten und seine pazifistischen Bewohner einsetzen ließ. Längst sind an die 30 Planeten an die Invasoren gefallen und ihre letzte Eroberung ist noch dazu Obroa-skai, die Bibliothekenwelt, deren Eroberung den Vong sogar mehr Informationen zugänglich macht als die Jahrzehnte langen Aktivitäten von Agenten wie Nom Anor.
Auf Kashyyk haben sich die Familien Han Solos und Chewbaccas eingefunden, um an einer Trauerfeier zu Ehren des großen Helden teilzunehmen. Anstatt anschließend mit dem Millenium Falcon und seiner Familie nach Coruscant zurückzukehren will er lieber ein Passagierschiff nehmen und nachkommen, denn alles am Falcon erinnert ihn irgendwie an Chewie.
Wissen ist Macht und nach einer ausgiebigen Analyse der auf Obroa-skai erbeuteten Informationen über ihren Feind, die Neue Republik, planen der Exekutor Nom Anor und Priester Harrar einen heimtückischen Angriff mit dem sie sich vor allem der Jedi entledigen zu hoffen, die sich immer mehr als treibende Kraft hinter dem Widerstand gegen die Invasion herausstellen. Die Priesterin Elan soll sich zusammen mit ihrer Begleiterin, der mysteriösen Vergere in einem inszenierten Angriff gefangennehmen lassen und um politisches Asyl bitten. Der Plan gelingt und die beiden werden tatsächlich an den Geheimdienst der Neuen Republik übergeben, doch ihr Ziel ist noch lange nicht erreicht und der Weg dorthin ist von vielen Gefahren umgeben.
Wieder auf Coruscant zurückgekehrt trifft Han am Raumhafen seinen alten Schmuggler-Kollegen Roa, der ihn gleich um Hilfe bittet. Ihr gemeinsamer Bekannter Reck Desh ist verschwunden, seit er sich der Friedensbrigade angeschlossen hat, einer skrupellosen Truppe von Söldnern, die für die Yuuzhan Vong arbeitet. Mit Roas Schiff reisen sie nach Ord Mantell, wo sich zu dem Zeitpunkt auch bereits Leia aufhält, um sich dort um das mit jeder Invasion der Yuuzhan Vong wachsende Flüchtlingsproblem zu kümmern. Han und Roa jedoch verschlägt es auf das Rad, die berühmte-berüchtigte Raumstation im Orbit von Ord Mantell. Als die beiden erste Informationen über Desh erhalten und sich damit aufmachen wollen, sehen sie sich plötzlich einem weit schwerwiegenderen Problem gegenüber, die Yuuzhan Vong haben Ord Mantell erreicht...
In seiner eigenen Duologie muss Han Solo nicht nur zurück zu alter Bestform, sondern auch seiner Frau Leia finden und die durch Chewbaccas Tod ausgelöste Trauer endgültig überwinden. Zunächst mit einem alten Schmuggler-Freund unterwegs trifft Han auch bald auf einen neuen Weggefährten der ihn bis in den nächsten Band begleiten und auch im weiteren Verlauf von Erbe der Jedi-Ritter noch eine sehr wichtige Rolle spielen wird. Von einem anderen Punkt aus startet hingegen Leia, die versucht in den Flüchtlingslagern von Ord Mantell auszuhelfen, wo es nur geht. Unmenschlich und grausam jagen die Yuuzhan Vong selbst noch die Vertriebenen und Fliehenden, wodurch die Flüchtlingswelle immer weiter anwächst, denn wer auch immer den Flüchtlingen Unterschlupf gewährt macht sich damit selbt zum potentiellen nächsten Ziel der Invasionstruppen.
Viele Jedi und selbst die Angehörigen der Skywalker-Solo-Familie waten durch den Morast und müssen in völlig überfüllten Auffanglagern mit Problemen fertig werden, wie sie schon fast zu sehr an reale Situationen aus der dritten Welt erinnern. Zum Teil ist "der Untergang" eine Rückkehr zu den vergangenen Schmuggler-Tagen Han Solos, der sich schon damals in einer etwas schäbigeren und zwielichtigen Welt durchschlagen musste, aber auch etwas neues, wie die Erlebnisse Leias in den Flüchtlingslagern. Diese "schmutzige" Welt ist in Star Wars relativ neu, doch genau das macht besonders die von James Luceno geschriebene Duologie (Das Erbe der Jedi-Ritter Band 4 und 5) so interessant. Luceno ist mit "Der Untergang" ein für Star Wars bis dahin etwas untypisches Buch gelungen, denn im Gegensatz zu den anderen Autoren, die an Erbe der Jedi-Ritter mitwirkten, lässt er die Jedi in den Hintergrund treten und erzählt seine Geschichte aus der Sicht Han Solos, der ahnungslos in die Pläne der Yuuzhan Vong hineingezogen wird und eigentlich nur einem Freund beistehen wollte. Mir persönlich gefällt Lucenos Stil gerade weil er es schafft nahezu ohne die wundersame Macht auszukommen und noch dazu ein verdammt guter Geschichtenerzähler ist.
Fazit:
Ein echt fesselnder Star Wars Thriller, der auch überraschend gut ohne große Raumschlachten oder die Jedi auskommt.