Vor langer Zeit, in einer weit, weit entfernten Galaxis rührt sich ein böses Erbe, das lange Zeit für tot gehalten wurde. Sogar die Jedi werden davon überrascht, denn ihr Interesse gilt den politischen Unruhen zwischen der Föderation und der Republik. Jetzt bedroht sie die dunkle Seite der Macht, und nur eine alte Jedi-Sage verspricht noch Hoffnung...Terry Brooks, geboren 1944 in Illinois, kam 1977 gleich mit seinem ersten Roman, dem Beginn seiner überaus erfolgreichen Shannara-Serie, in die Bestsellerlisten und dorthin ist bis heute jedes seiner Bücher gelangt. Terry Brooks lebt mit seiner Frau Judine in Seattle und auf Hawaii.
In der Romanfassung des neuen Films der
Star Wars-Serie versucht Fantasy-Star-Autor Terry Brooks, ein halbwegs logisches Ideengeflecht wirkungsvoll in Szene zu setzen. Gegenüber dem Film gibt es dabei einige Abweichungen.
Die erste Abweichung kommt schon ganz am Anfang: Im Film fehlt das erste Rennen, das Klein-Analkin Skywalker gegen die konkurrierenden Rennfahrer auf Tatooine fährt beziehungsweise fliegt. Leider schrottet er kurz vor dem Ziel seinen flotten Renner. Anschließend -- das wäre die nächste Abweichung -- führt er eine interessante Unterhaltung mit einem alten Sternenfahrer. Wir erfahren, welchen Traum Analkin hegt: alle fremden Sterne kennenzulernen.
Freunde von mir schliefen während der Vorstellung des Films ein. Okay, das war um elf Uhr abends, aber dennoch: Ungefähr in der Mitte hat George Lucas' "Meisterwerk" derartige Längen, daß man schon das Buch gelesen haben muß, um der Handlung und der Erwähnung der vielen Namen folgen zu können. Ein Beispiel hierfür ist die pseudowissenschaftliche Erklärung des Jedi-Ritters Qui-Gon Jinn (im Film von Liam Neeson als Hauptfigur gespielt). Daß Analkin der Auserwählte aus der Jedi-Legende sein muß, sorgt für allgemeine Verwirrung. Daß es sich bei der biologischen Grundlage für Analkins sechsten Sinn um schlichte Midichloriane handelt, sorgt beim wissenschaftlich gebildeten Leser von Science(!)-Fiction nur für ein müdes Lächeln.
Daß die katholische Kirche von Mexiko den Film für ketzerisch hält, dürfte nicht allzusehr verwundern. Analkin ist der Auserwählte, und die zwei Jedis, die ihn finden, sind sozusagen die Weisen aus dem Morgenlande. Als Gaben schenken sie ihm -- dem Sklaven -- die Freiheit und einen Freifahrtschein zu den Sternen. Im Gegenzug muß er lediglich ein Rennen gewinnen -- der Wettgewinn versorgt die Jedis mit Ersatzteilen für ihr Raumschiff. Vor dem Rat der Jedi-Ältesten muß Analkin außerdem eine Probe bestehen -- ebenfalls eine Parallele zum Neuen Testament.
Die Story ist recht schlicht gestrickt, was dem Unterhaltungswert des Buches keinen Abbruch tut -- im Gegenteil. Die faktisch vertriebene Königin des Planeten Naboo findet in dem von ihr selbst bekämpften Volk der Gungan Verbündete im Kampf gegen die Händler-Allianz, die die Herrschaft auf Naboo im Handstreich an sich gerissen hat. Die Gungan kämpfen zwar tapfer, haben aber den Waffen der Händler nichts entgegenzusetzen außer Schilde. Es ist den Naboo-Fliegerassen aufgetragen, das wichtigste Schiff der Händler zu vernichten, von dem aus die Händlertruppen am Boden gesteuert werden. Als Analkin sich zu den Kampf-Piloten gesellt, vernichtet er das Händlerschiff mit mehr Glück als Verstand. Naboo wird befreit. Der Widersacher, der hinter dem Angriff der Händler-Allianz stand, wird in der Gestalt seines Schülers, Darth Maul, zwar besiegt, er selbst aber entkommt: als neuer Kanzler der Königin. Verrat auf höchster Ebene -- was kommt als nächstes?
Die Filmfans in den USA forderten "Jar Jar Binks must die". Jar Jar, ein von den Jedis mitgenommener verbannter Gungan, sorgt aber für das einzige humoristische Element in diesem grimmigen Film der Kämpfe und Wunder. Er ist naiv, neugierig, tolpatschig, ein totaler Feigling, ungezogen, ohne Manieren, spricht ein furchtbares Englisch -- und stellt sich am Schluß als eine der für die Rettung Naboos notwendigen Figuren heraus. Kurzum: Er ist so, wie ein Kind am liebsten sein möchte, wenn es nicht auf die Erwachsenen hören müßte. Er verkörpert sozusagen das Prinzip von Lust, Spaß und Chaos, die Antithese zu einem Jedi-Ritter. Er ist der lebende Beweis, daß man mit Infantilität weiterkommen kann, auch wenn man immer jemanden braucht, der einem aus der Patsche hilft. --Michael Matzer