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Episode III ist der düsterste Star Wars-Film bislang. Kein Wunder, zeigt das Sternenepos doch, wie Anakin Skywalker seinen Weg zur dunklen Seite der Macht vollendet und zum gefürchteten Schreckenslord Darth Vader wird. Dabei geht er im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen, was auch seine Frau Padmé schmerzhaft zu spüren bekommt.

Die Jedi müssen erkennen, dass sie getäuscht worden sind und sehen ihrer drohenden Vernichtung entgegen. Natürlich geizt das Weltraumspektakel auch nicht mit sensationellen Effekten: Eine gigantische Raumschlacht erwartet die Zuschauer gleich zu Beginn des Films und auch der Kampf der Wookies, die - rekrutiert aus australischen Basketballspielern - ihren Heimatplaneten Kashyyyk verteidigen, ist atemberaubend. Dramatischer Höhepunkt des Films ist ohne Zweifel das Lichtschwertduell zwischen Anakin und Obi-Wan, das die beiden bis in die dunkelsten Abgründe der Hölle führt.
Star Wars-Schöpfer George Lucas schwelgt in düsteren Farben und verleiht der Tragik des Geschehens in brutaler Offenheit Ausdruck. Das hat dem Film, der nicht zu Unrecht Die Die Rache der Sith verheißt, auch die FSK-Freigabe ab 12 Jahren eingebracht. Erwarten Sie kein Happy-End, keine Rettung in letzter Sekunde. Eine neue Hoffnung gibt es erst in Episode IV. -- Birgit Schwenger
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Was bringen all die wutschnaubenden Vorwürfe in Richtung G. Lucas, er würde (aus Geldgeilheit??) eine neue Star-Wars-Trilogie aus dem Boden stampfen, die den Charme der alten Filme vermissen ließen?
Natürlich ist es kleinlich und kindisch, auf den Unterschieden herumzureiten, vor allem in der Form, wie es oft seit Premiere von „Episode I" geschieht. Es gibt berechtigte Kritikpunkte im Einzelnen (Dialoge, Dramaturgie), die aber die neue Trilogie mit all seinen Bestandteilen nicht in Frage zu stellen brauchen.
Wir sahen also in „Die dunkle Bedrohnung" das langsame Sterben einer mehrtausendjährigen Republik. Natürlich konnte keine Aufbruchstimmung gezeigt werden, wie wir sie aus den Episoden IV bis VI kennen. Es ist alles ein wenig ehrwürdiger und, nunja - behäbiger.
Und: wir sahen ein Kind in den Mittelpunkt der Handlung rücken. Die Erzählperspektive war dem angepasst, also für ein Publikum, das ausschließlich den ironischen Han Solo mit „Star Wars" verband, nur schwer zu verdauen.
Zwei Filme weiter können unvoreingenommene Betrachter feststellen, dass der Tonfall sich gehörig verändert hat. Die Ereignisse überschlugen sich förmlich (Intrigen im Senat, Klonkriege gegen mysteriöse Separatisten), und aus dem kleinen Jungen wurde ein von Zweifeln und Ängsten geplagter junger Mann, der seine offensichtlichen Schwächen mit Arroganz zu tarnen versucht. Und der seine unbestreitbare Talente nicht zu kanalisieren vermag.
Anakin ist ein Jedi, der zu kämpfen und ein Raumschiff zu fliegen versteht, der aber keinen Sinn für die Feinheiten der Politik aufbringen kann. Er wird so leicht zu einem Spielball für Kanzler Palpatine und - ja, auch! - für den Rat der Jedi. Dazwischen aufgerieben und niemandem mehr vertrauend, braucht es nur eines kleinen Anstoßes, ihn in die Arme Palpatines und damit der dunklen Seite der Macht zu treiben. Weniger, weil er ihm vertrauen würde - mehr, weil er meint, ihn zu brauchen (um seine Frau vor dem vermeintlich sicheren Tode erretten zu können) und aus diesem Grunde den Tod von Mace Windu maßgeblich verursacht.
Das Massaker unter den Kindern im Jedi-Tempel ist ein Auftrag, den er unter einem Panzer der Unnahbarkeit erledigt - im Glauben, dass er nun nicht mehr zurück kann und in dem Wissen, dass er alles verrät, wofür er bisher gelebt hatte. Diese Tragik kommt fast ohne Worte aus - wir sehen nur einmal kurz das stoische Gesicht des neu ernannten Sith-Lords unter der Kapuze, und wir sehen Tränen.
Dass Obi Wan ihn schließlich verstümmelt (aber lebend!) einfach auf dem Vulkan-Planeten Mustafar zurücklässt, obwohl Anakin einst sein Schüler und „wie ein Bruder" für ihn war - diese Szene enthält mehr Dramatik als der gesamte Lichtschwertkampf vorher.
Ich fand es übrigens weniger faszinierend als andere Rezensenten, dass Anakin als Darth Vader mit seiner charakteristischen Maske auferstand - keine Gänsehaut, kein innerer Beifallssturm. Eher ein Gefühl der Traurigkeit. Da ist ein hoffnungsvoller Mensch („es ist noch so viel Gutes in ihm" - Amidalas letzte Worte) zu einem Maschinenwesen geworden, nicht mehr seinem eigenen Willen gehorchend, gebrochen und fürchterlich einsam.
Es ist das Verdienst der neuen Trilogie, die gesamte Geschichte mit einer Vielschichtigkeit versehen zu haben, die der alten Serie allein abging. Das klare Gut-Böse-Schema wurde abgelöst durch einen Facettenreichtum, der den Reiz der dunklen Seite nicht mehr allein aus niederen Beweggründen herzuleiten vermag. So wurde aus einem naiven Märchen eine märchenhafte Parabel mit teils treffenden (und erschreckenden) Bezügen zur Gegenwart. Das kann man bedauern - man kann es aber auch als Gewinn betrachten. Und Letzteres tue ich hiermit!
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