Ich hatte früher nie wirklich auf Filmmusik geachtet, aber seit ich mit 18 die Star-Wars-Filme gesehen habe, ist es mit mir in der Hinsicht aus und vorbei! Musik ist und bleibt eines der wichtigsten Details an jedem Film (auf italienisch nennt man den Soundtrack nicht umsonst "colonna sonora", d.h. Tonsäule). Ich mag seither auch klassische, instrumentale Musik und achte bei Filmen immer darauf, wer der Komponist ist. John Williams steht natürlich auf meiner Favoriten-Liste ganz oben: ihm war 1977 mit dem ersten Star-Wars-Film bereits ein ganz großer Wurf gelungen, der die Saga geradezu in den Himmel hob. Die ersten Entwürfe der Bilder sollen hölzern und enttäuschend gewesen sein, man befürchtete ein Desaster... und wer die ersten mit Musik unterlegten Szenen sah, sagte nur noch "Mein Gott, was ist passiert?!"
"The Empire Strikes Back" toppt dieses Ergebnis sogar noch: Williams gelingt es, diesem düsteren Film optimal die jeweils richtige Stimmung zu verleihen und die vielen unterschiedlichen und oft sehr heftigen Emotionen glaubwürdig und nie überfrachtet zu vertonen. Das wohl berühmteste Thema der ganzen Filme, "The Imperial March (Darth Vader's Theme)" wurde für diesen Film komponiert; herrlich auch der Kontrast zwischen dem aufpeitschenden "The Asteroid Field" und dem ruhigen, gemessenen "Yoda's Theme". Am schönsten ist meiner Ansicht aber nach das "Love Theme": Williams nimmt hierzu für die Grundmelodie die ersten drei Noten aus "Leia's Theme" und ergänzt sie durch drei andere, so dass man auch akustisch den Eindruck gewinnt, es hätten zwei Hälften zusammengefunden. Der dadurch entstehende Klang ist wunderbar, denn waren die Töne von "Leia's Theme" vielleicht ein wenig zu hoch (was wohl ihre "hohe Gesinnung" andeuten soll), bildet das "Love Theme" einen Bogen, in dem sich die Musik aufschwingt und dann weich, aber leidenschaftlich wieder in tieferen Tönen versinkt.
"Star Wars" läutete 1977 die Wiederentdeckung der symphonischen, klassisch orientierten Filmmusik in der Filmindustrie ein und hat diese Tradition mit allen darauffolgenden Filmen eindrucksvoll fortgeführt. Eine echte "Ohrenweide"! Wer also noch nie auf Filmmusik geachtet hat oder nie viel damit anfangen konnte, auf jeden Fall Ohren aufsperren, es lohnt sich wirklich!