Murkhana. Die Klonkriege nähern sich ihrem Ende, doch die Heimatwelt des Separatistenführers Passel Argente leistet noch vehementen Widerstand. Um größeres Blutvergießen zu vermeiden beschließen Jedi-Meister Roan Shryne, Meisterin Bol Chatak und ihre Padawan Olee Starstone sich selbst mit einer Schwadron Klonkommandos auf eine gewagte Mission einzulassen. Als Kanzler Palpatine schließlich Befehl 66 ausruft, um den Aufstand der Jedi niederzuschlagen, haben die drei noch Glück im Unglück...
Mit "Dunkler Lord - Der Aufstieg des Darth Vader" vollendet James Luceno jene in "Labyrinth des Bösen" begonnene Duologie, die Vor- und Nachfeld von Episode 3 schildert und mit Matthew Stovers Buch zum Film eine separate Trilogie vom Untergang der Republik und des Jedi Ordens ergibt. Fast überflüssig zu erwähnen dass James Luceno ein wahrer Star Wars-Veteran ist, sein Werk versteht und die Verkaufszahlen seiner Romane im Star Wars-Universum wohl Recht geben, dass er zur besten Wahl für ein Werk über die Wochen und Monate nach den Ereignissen von Episode 3 gehört. Dabei stützt sich "Dunkle Lord" auf eine im Grunde separate Story, die bereits während des Finales der Klonkriege und den Belagerungen im Äußeren Rand ihren Anfang nimmt. Neben den drei Protagonisten, deren Überleben sehr ungewiss ist, kommt eine tragende Rolle allerdings Darth Vader selbst zu, den Luceno einprägsam charakterisiert. Daneben finden sich auch Helden wider Willen, wie Klonkommando Climber, der sich schlichtweg weigerte Befehl 66 auszuführen und seine Entscheidung nicht nur gegenüber dem Klon-Commander sondern auch Darth Vader höchstpersönlich verteidigt.
Wie man es von James Luceno erwarten darf ist "Dunkler Lord" spannend und dank des wohl überlegt konstruierten Plots sehr wendungsreich, obwohl man sich das ungefähre Ende in verschiedenen Optionen vorstellen kann. Das Hauptaugenmerk Lucenos liegt allerdings darauf, den Kampf der letzten Überlebenden des Jedi-Ordens zu zeigen und wohin er sie schließlich führt, während er auf der zweiten Handlungsebene Darth Vaders Persönlichkeit und die Konsolidierung des Imperiums ins Rampenlicht rückt. Vom dunklen Lord erfahren wir etwa, warum er nicht in der Lage ist Palpatine zu töten und dass er wenige Wochen nach dem Tod Anakin Skywalkers mit seiner neuen Existenzform nicht zu Recht kommt. In beiden Fällen ist es primär sein schwarzer Anzug, der sich durch Sith-Blitze schnell zerstören ließe und somit der Gnade seines Meisters ausgeliefert hat. Um Darth Sidious Nachfolge anzutreten, muss er andere Wege finden, doch Vader fragt sich ob er das überhaupt will und zweifelt an seinem Weg. Seine neuen Beine erzwingen eine neue Gangart, seine mechanischen Arme verlangen einen neuen Kampfstil und seine Maske hindert ihn an einem normalen Leben. Sicher fühlt er sich nur unter den loyalen Klontruppen seiner 501. die ohnehin kein Problem damit haben ihr Leben in einer Rüstung zu verbringen.
Palpatine hingegen überlegt bereits wie er Vader eines Tages ersetzen könnte, denn ein derart geschwächter Schüler könnte auf Dauer seinen Anforderungen nicht genügen. Zugleich muss der Imperator darauf achten sein wenn auch entstelltes Gesicht gegenüber der Öffentlichkeit und dem Senat zu wahren. Keiner darf wissen, dass er Darth Sidious ist und den Krieg inszeniert hat. Noch ist die Scharade vonnöten, denn noch ist der einstige Hoffnungsträger nicht in der Lage die letzten Reste der Republik gefahrllos zu beseitigen. Er hat die Wurzeln einer künftigen Rebellion bereits erkannt und durch die Gründung imperialer Akademien, sowie eines beispiellosen Rüstungsprogramms, das allerdings einem bestimmten Geheimprojekt den Nachschub abdreht, Vorsorge getroffen, um einen möglichen Bürgerkrieg bewältigen zu können.
Was Luceno in "Dunkler Lord" konkret ausführt ist schlichtweg faszinierend, er nutzt die Kulisse der heraufziehenden Ära der Rebellion und damit der klassischen Trilogie für eine Geschichte die noch sehr stark mit den Prequels verbunden ist. Perfekt vermittelt er dadurch jenen Stil, der schon in den letzten Republic Comics oder den ersten der Dark Times zu sehen war, während seine Jedi jedoch eine andere Entscheidung treffen müssen, als im Oneshot Purge. Einzig eine Wochen-Zeitrechnungen (nach Order 66) wie in den Büchern von Karen Traviss wäre noch interessant gewesen, ist jedoch nur ein minimaler Mangel.
Fazit:
Facettenreich präsentiert James Luceno den Beginn der Dark Times und einen Darth Vader, den man so noch nie zuvor erlebt hat.