Von allen STAR-WARS-Romanen, welche ich gelesen habe, gehört diese Trilogie zu den schlechtesten. Grund für diese Einschätzung sind vor allem die Widersprüche zu den Vorgängerbüchern, welche, wie mir scheint, der Autor entweder nicht gelesen oder nicht verstanden hat.
Da sind einmal die neuen Jedi, welche Luke ohne riesigen Aufwand zusammenkratzen kann und die z. T. über eine höhere Begabung als er selbst verfügen (s. 'unbewusster-mentaler-Abwehrreflex-Test'). Besonders Kyp Durrons Macht passt nicht zu den Aussagen von Obi-Wan ('Du, Luke, bist unsere einzige Hoffnung...') und Joda: Sie hätten später ja ihn oder sofort Gantoris oder Streen oder sonstwen der neuen Jedi rekrutieren können: am besten gleich alle zusammen. Aber: die STAR-WARS-Trilogie zeigt ziemlich klar auf, dass die Skywalker-Linie mit einer schier einmaligen Begabung ausgestattet ist. Wie sonst hätte es Darth Vader gelingen können, die Jedi so gut wie auszurotten; immerhin waren ja noch etliche Jedi- MEISTER darunter. Daher war es logisch, dass nur ein Jedi von der Stärke eines Luke Skywalker bei der Konfrontation mit Vader überhaupt Aussicht auf Erfolg haben konnte. Gantoris und vor allem der Superjedi Kyp Durron, dessen Macht die Jedi-Fähigkeiten schon inflationär erscheinen lassen, sind da völlig deplaziert. Dasselbe gilt übrigens auch für die Solo-Kinder, welche, auch wenn sie Teil der Skywalker Linie sind, in ihrer Bedeutung und kindlichen Macht zu stark gewertet wurden (wieder Inflation der Macht). Sie geben der Trilogie einen Anstrich von Kinderbuch, welcher durch das lächerliche Holocron und die Beschreibung des Akademie-Betriebs noch verstärkt wird. Zudem kann man sich überhaupt über die Idee einer 'Jedi-Akademie' streiten: ein persönliches Lehrer-Schüler Verhältnis nach dem Vorbild von Yoda und Luke wäre weit stimmungsvoller und passender gewesen. Statt Leia zur Staatschefin zu machen hätte der Autor sie besser die erste Schülerin von Luke werden lassen.
Weiter widerspricht es Lukes Charakter, sich plötzlich Jedi-Meister zu nennen oder sich so in Szene zu setzen wie vor dem Senat.
Ausserdem sind die farblosen Charaktere zu kritisieren, z. B. Admiral Daala, welche ein militärisches Genie sein soll. Dies merkt man aber nur, weil es so da steht. Ansonsten erschöpft sich ihre 'Genialität' darin, wie eine gereizte Hornisse aus ihrem sicheren Nest herauszufahren und konzeptlos alles zusammenzuschiessen, was sich bewegt. Man vergleiche diese Figur einmal mit Grossadmiral Thrawn!
Positiv sind nur die gute Idee des Schlund-Forschungszentrums (mit Ausnahme des schon fast peinlichen Sonnenhammers) und die Kreation der Qwi Xux, welche der einzige recht gut erarbeitete Charakter ist. Diese Pluspunkte werden aber mehr als nur neutralisiert durch die stiefmütterliche Behandlung des ausgezeichneten Charakters Mara Jade, welche lediglich eine (völlig überflüssige) Statistenrolle einnimmt, was bei näherem hinsehen vielleicht noch positiv gewertet werden könnte, denn wer weiss, was der Autor schlimmeres aus ihr hätte machen können... brrrr! Zu empfehlen ist hier die 'Hand Of Thrawn'-Bilogie, wo Timothy Zahn einige dieser Scherben zu kitten vermag.
Die Lektüre dieser Trilogie lohnt sich meiner Ansicht nur, wenn man noch nie etwas von STAR-WARS gehört hat.