Pressestimmen
Kurzbeschreibung
Während der Krieg zwischen der Republik und den Abtrünnigen sich immer weiter erhitzt, wird der Jedi-Ritter Nejaa Halcyon mit einem Trupp Klonkrieger ausgesandt, um auf einem von den Separatisten eroberten Planeten die einheimische Widerstandsgruppe zu unterstützen. Sie werden von dem Jedi-Schüler Anakin Skywalker begleitet, den auf dieser Mission seine bislang größte Bewährungsprobe erwartet: die Meisterprüfung auf seinem Weg zum Jedi-Ritter. Anakin lernt nun die Größe der Macht und ihr wahres Potenzial kennen …
Klappentext
Cinema
Über den Autor
Dan Cragg ist der Autor der SF-Serie „Starfist“.
Auszug aus Star Wars, Die Feuertaufe von David Sherman, Dan Cragg, Andreas Helweg. Copyright © 2004. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
»Obi-Wan!«, rief Anakin Skywalker, als das holographische Bild des Jedi-Ritters Obi-Wan Kenobi vor ihm erschien. Anakin war in seiner Unterkunft auf und ab geschritten und hatte über der Frage gebrütet, warum man ständig seine Jedi-Prüfung verschob, die Chance, seine Qualitäten als vollwertiger Jedi-Ritter unter Beweis zu stellen. Der höchst willkommene Anblick seines Lehrers verbesserte seine Laune erheblich.
»Anakin«, sagte Obi-Wan und begrüßte seinen Padawan mit einem Lächeln. »Wie hast du dich eingelebt?«
Anakin zuckte mit den Schultern. »Recht gut, denke ich.«
Obi-Wans Lächeln wurde schwächer. Sie waren erst vor zwei Standardtagen nach Coruscant zurückgekehrt, doch war sich der Jedi-Ritter bewusst, wie lang diese zwei Tage Anakin erschienen waren, wenn er untätig herumsitzen musste. Die Neuigkeit, die er seinem Padawan nun mitteilen musste, würde Anakin nicht gefallen. »Ich bin gerade von einem Treffen mit dem Jedi-Rat in mein Quartier zurückgekehrt«, sagte er.
Anakins Augen leuchteten auf: Ein Treffen mit dem Jedi-Rat deutete auf eine neue Mission hin.
»Ich habe einen Einsatz
«
»Schon?«, unterbrach ihn Anakin aufgeregt. »Wir haben ja noch nicht einmal Bericht über den letzten Einsatz erstattet! Muss ja äußerst wichtig sein.« Er wandte sich ab und begann, seine Ausrüstung und Kleidung einzusammeln.
»Anakin
«
»Ich habe noch gar nicht alles ausgepackt in einer Stunde kann ich Euch am Raumhafen treffen.«
»Anakin!«, versuchte Obi-Wan es erneut. »Anakin!«
Anakin drehte sich nicht um. »Wo soll ich zu Euch stoßen?«
»ANAKIN!«
Jetzt, da er brüllte, gelang es Obi-Wan endlich, Anakins Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, und der junge Mann fuhr herum, erschrocken über den scharfen Ton.
»Meister?«
»Tut mir Leid, dass ich geschrien habe, aber du hast nicht zugehört.«
»Meister? Ich bin ganz Ohr.« Anakin musste seine gesamte Selbstbeherrschung aufbringen, um still zu stehen und zu warten.
»Ich habe eine Mission, Anakin. Nicht wir. Der Jedi-Rat schickt mich allein. Es ist ein Einsatz nur für mich. Schnell eingreifen und schnell wieder zurückziehen.«
Anakin gab sich alle Mühe, nicht die Stirn zu runzeln. »Was soll ich denn in der Zwischenzeit anfangen?« Die Frage entschlüpfte ihm einfach so.
»Du wirst zunächst den Bericht über unsere letzte Mission anfertigen. Diese Aufgabe vertraue ich dir an.« Obi-Wan seufzte. »Wenn ich zurück bin, werde ich dem Rat vorschlagen, dich deine Prüfung absolvieren zu lassen.«
»Meint Ihr nicht, erneut vorschlagen?«
Obi-Wan schüttelte den Kopf. »Zuerst hatte es keinen Zweck, und dann blieb keine Zeit. Sobald ich zurückkehre, werde ich mir die Zeit nehmen und der Rat wird mich anhören.«
»Warum sollten sie diesmal zustimmen, wenn sie bisher nichts davon wissen wollten?«
»Weil du dich während meiner Abwesenheit wie ein Musterbild von einem Jedi-Ritter benehmen wirst. Zuerst wirst du Bericht erstatten und alle Fragen beantworten, die sie dir stellen, und dann, falls ich noch nicht zurück sein sollte, vergräbst du dich im Archiv und suchst alle Strategien heraus, die uns bei der Planung der bevorstehenden Schlachten von Nutzen sein können. Du wirst ihnen zeigen, dass deine Fähigkeiten nicht nur auf dem Gebiet des Kampfes liegen, sondern dass du die einfachsten Pflichten eines Ritters mit Bravour erledigst«, meinte Obi-Wan zuversichtlich.
»Studieren«, gab Anakin trocken zurück. »Also gut, ich werde studieren.«
»Ich verlasse mich auf dich, Anakin das weißt du.«
»Ja.« Anakins Miene hellte sich auf. »Das weiß ich, Obi-Wan. Möge die Macht mit Euch sein.«
Drei Tage später legte Anakin Skywalker seinen Datenblock zur Seite. Er hatte seit Obi-Wans Aufbruch die Zeit in der Bibliothek verbracht und die bisherigen Feldzüge und Schlachten der Klonkriege studiert und er hatte einige wenige interessante Möglichkeiten entdeckt. Rastlos machte er sich zum Trainingsbereich auf. Vielleicht würde er einen Übungspartner finden und seine körperliche Untätigkeit ausgleichen können.
Der Krieg zerrte an den Ressourcen der Jedi, und so gut wie alle einsatzfähigen Jedi hatten Coruscant verlassen und waren in einer Mission unterwegs oder in den Krieg gezogen. Im Trainingsbereich fand Anakin lediglich einen einzigen Jedi vor, der mit dem Lichtschwert übte, Nejaa Halcyon.
Anakin hatte Halcyon schon einmal getroffen und schätzte ihn als nicht übermäßig intelligenten und geistreichen Jedi ein, der jedoch über ein gesundes taktisches Potenzial verfügte. Obi-Wan hatte diesen Eindruck bestätigt. Meister Halcyon war in Ungnade gefallen, seit er sein Schiff, die Plooriod Bodkin, an einen Verbrecher verloren hatte, den er eigentlich in Gewahrsam nehmen sollte. Anakin fragte sich, wie Halcyon so dumm hatte sein können, sich sein Schiff von diesem Schurken stehlen zu lassen, den er verhaften sollte; allerdings hatte er das Gefühl, sich besser nicht danach zu erkundigen.
Halcyon bewegte sich vollkommen versunken und konzentriert, und es war ein Vergnügen, ihm zuzuschauen. Anakin wollte ihn nicht unterbrechen und wartete am Rande des Raums, bis der Jedi-Meister eine Pause einlegte.
Endlich schaltete Halcyon sein Lichtschwert aus und richtete sich auf. Er entdeckte Anakin und grinste. »Anakin Skywalker? Suchst du einen Trainingspartner?«
Anakin zuckte zusammen. »Es wäre eine Ehre für mich«, sagte er und verneigte sich leicht.
Halcyon lachte. »Eine Ehre? Weil ich mich an deinen Namen erinnere, oder weil du überrascht bist, dass ein Jedi-Meister sich so bereitwillig herablässt, mit einem Padawan zu trainieren, den er kaum kennt?«
»Beides vielleicht?« Anakin erwiderte das Grinsen des älteren Mannes.
»Natürlich erinnere ich mich an deinen Namen. Hier halten sich in letzter Zeit so wenige Jedi auf, da fällt es leicht, sich an jeden zu erinnern. Und natürlich würde ich gern mit dir trainieren. Du kommst gerade aus dem Einsatz, dein Reaktionsvermögen ist geübt. Ich sitze schon seit einer Weile herum ich brauche eine Herausforderung.« Er lud ihn mit einer Geste ein, und Anakin betrat den Kreis.
Sie sahen sich an und salutierten, dann nahmen sie Position ein und aktivierten die Lichtschwerter.
Anakin griff an, ließ seinen Hieb oben beginnen und zog das Schwert dann nach unten, um unter der Abwehr durchzutauchen. Die Klingen der Lichtschwerter knisterten, als Halcyon den Hieb mit Leichtigkeit zurückschlug und lachte, während er zur Seite tänzelte.
»Du überraschst mich«, sagte Halcyon halb spöttisch. »Das ist ein Standardangriff. Ich habe gedacht, du hättest ein paar neue aus dem Kampf mitgebracht.« Er begann mit einer Serie verschiedener Hiebe; Anakin parierte mit Leichtigkeit und wehrte alle ab.
»Meister Halcyon«, sagte Anakin, als sie voneinander abließen, »in einem Kampf findet man selten Zeit, neue Taktiken zu erfinden. Die erprobten und einstudierten Bewegungen sind für gewöhnlich die effektivsten.« Er brachte sein Lichtschwert nach vorn, sodass es Halcyons berührte, dann drehte er die Spitze der Klinge in einer unorthodoxen Rückhandbewegung, die Halcyon die linke Schulter aufgeschlitzt hätte, wenn Anakin nicht kurz davor gestoppt hätte und Halcyon gelang es nicht, sich rechtzeitig zurückzuziehen.
»Sehr gut, Padawan.« Halcyon nickte beifällig. »Das war so dicht dran, dass ich nicht sicher bin, ob es als Treffer zählt oder nicht.«
Anakin grinste. »In einem Kampf hat man keine Zeit für Neuentwicklungen, aber manchmal muss man improvisieren.«
Nun begannen sie ernsthaft zu trainieren.
Die beiden Lichtschwerter der Jedi blitzten und sirrten im Spiel von Angriff und Parade. Als erst einer und dann der andere einen Weg durch die Defensive des Gegners fand, verharrten die leuchtenden Klingen kurz vor den Körpern. Bei jedem guten Zug freuten sich die Jedi.
Nach einer Stunde beendeten sie das Training in unausgesprochenem Einverständnis. Bei beiden glänzte Schweiß auf der Haut, und sie lachten.
»Ach ja«, sagte Halcyon glücklich, »mit einem guten Trainingspartner sind die Übungen viel, viel effektiver.« Er sah Anakin an. »Du bist trotz deines jugendlichen Alters schon sehr gut.«
Anakins Augen funkelten. »Meister Halcyon, ich muss im Gegenteil Euch zu Eurem Können gratulieren, denn Ihr seid sehr gut für einen so alten Mann, der so lange untätig herumsitzen musste.«
»Du undankbarer Bursche!«, knurrte Halcyon und lachte augenblicklich los. »Wiederholen wir das Gleiche morgen?«
»Meinetwegen gern.«
»Gleiche Zeit, gleicher Ort.«
»Mit Vergnügen.«
Jedi-Meister und Padawan salutierten, ehe sie getrennte Wege gingen, um sich Schweiß und Salz von den erschöpften Körpern zu waschen.
1
Von General Khamar war noch keine Nachricht eingetroffen.
Eiskalt kroch die Angst über die Rückseite von Reija Momens Armen hinauf bis zu ihrem Kopf und dann den Rücken hinunter. Sie zitterte und schüttelte sich unbehaglich. Dies ist nicht der rechte Augenblick für Panik, dachte sie.
Alle schauten auf sie, darauf, ob sie die Ruhe bewahren würde. Deshalb war sie früh in den Garten gegangen, um sich zu entspannen, ihre Gedanken zu sammeln und sich zu beruhigen, ehe sie zum Treffen mit ihrem Stab ging. Leider hatte sie keinen Erfolg. Der gepflegte und friedliche kleine Garten im Hof wurde von den umgebenden Gebäuden und einer Sonnenkuppel vor den Elementen geschützt, die Kuppel konnte bei gutem Wetter geöffnet werden. Heute stand die Kuppel offen und ließ frische Luft herein, die belebend hätte wirken sollen, doch die innere Anspannung ließ nicht nach. Ihr Stab hatte Angst; dass es keine Nachrichten aus dem Süden gab, so glaubte man, verhieß nichts Gutes.
Mit geschlossenen Augen versuchte Reija, an zu Hause zu denken. In fünf Jahren würde ihr Vertrag auslaufen, und dann würde sie nach Alderaan zurückkehren. Vielleicht. Eine Brise wehte durch die geöffnete Kuppel herein. Sie trug den Duft der einheimischen Gräser heran, die so üppig auf dem Tafelberg wuchsen, auf dem das Intergalaktische Kommunikationszentrum gelegen war. Während des ersten Monats ihres Aufenthalts hatte sie geglaubt, sie sei allergisch gegen den Beifuß, da sie hustete und schniefte, wann immer sie aus dem Kontrollkomplex trat, um die außerhalb liegenden Einrichtungen zu inspizieren, doch längst hatte sie sich einigermaßen an den alles durchdringenden Geruch gewöhnt. Inzwischen fand sie ihn sogar angenehm. Körperlich hatte sie sich jedenfalls nie besser gefühlt. Es war eine ihrer Lieblingstheorien, der allerdings noch die Bestätigung durch die medizinische Forschung fehlte, dass ein fortwährender Kontakt mit den Gräsern von Praesitlyn gut für die menschliche Physiologie war.
Reija Momen hatte den Posten als Verwaltungschefin des Intergalaktischen Kommunikationszentrums angenommen, weil ihr die Arbeit gefiel das stattliche Gehalt betrachtete sie als hübschen Bonus. Jemand anderes in ihrer Lage hätte vermutlich an das Ende des Vertrags gedacht, an einen behaglichen Ruhestand auf Alderaan und vielleicht daran, eine Familie zu gründen. Obwohl sie bereits das mittlere Alter erreicht hatte, war sie jung und durchaus attraktiv genug, um solche Pläne zu schmieden. Aber sie war mit ihrer Tätigkeit zufrieden. Mit ihrer Herzlichkeit, ihrem Verstand und ihren soliden Managementfähigkeiten hatte sie rasch eine gute Beziehung zu ihrem Technikerstab hergestellt, der sich aus Menschen und Sluissi zusammensetzte. Sie gehörte zu diesem seltenen Typ von Vorgesetzten, der seine Autorität aus Verantwortungsgefühl und nicht zum reinen Vergnügen einsetzte. Sie arbeitete hart, weil sie es genoss, und sie behandelte die ihr unterstellten Mitglieder des Stabs eher wie Partner und nicht wie Untergebene. Und im Gegensatz zu vielen Bürokraten, die sich für unersetzlich hielten, wusste sie, wann und wie sie sich entspannen konnte.
Eine Familie gründen? Nun, aus praktischen Gründen hatte ihr Stab auf Praesitlyn in den vergangenen sieben Jahren die Familie für sie dargestellt; man mochte sie und nannte sie »Mama Momen«.
Nach Hause? Sie war längst zu Hause! Ich werde meinen Vertrag verlängern, dachte sie. Wenn ich so lange lebe.
Ein Arbeitsdroide, der darauf programmiert war, Bäume und Büsche im Garten zu pflegen, wühlte zwischen Sträuchern herum, die unter den verkümmerten und von einem früheren Verwaltungschef aus Talasea importierten Kaha-Bäumen wuchsen. Für gewöhnlich hätte das Geräusch des arbeitenden Droiden sie aufgemuntert, heute jedoch blieb diese Wirkung aus. Reija schlug die Augen auf und seufzte. Die innere Ruhe wollte einfach nicht einkehren. Die ersten Mitglieder ihres Stabes kamen bereits in den Garten und suchten sich einen Sitzplatz nicht um das informelle Mittagessen einzunehmen, wie es üblich geworden war, seit sie auf dem Posten des Verwaltungschefs saß, sondern um sich nach Neuigkeiten zu erkundigen und Aufgaben abzuholen. Reija ärgerte sich kurz über diese Störung im routinemäßigen Ablauf. Diese Mittagspausen waren sicher nichts Besonderes Freunde und Kollegen genossen die Gesellschaft der anderen und führten lockere Gespräche beim Essen , doch waren sie für den Stab ebenso angenehm wie die regelmäßigen Fahrten nach Sluis Van.
Heute unterhielten sich alle in besorgtem Flüsterton, alle waren auf Nachrichten aus dem Süden erpicht. Was konnte Reija ihnen berichten? Nicht zu wissen, was vor sich ging, war schlimmer als schlechte Neuigkeiten. Vor mehreren Standardstunden war eine Invasionsflotte ungefähr 150 Kilometer süd-westlich des Zentrums gelandet.
»Verehrte Momen«, hatte General Khamar in seinem letzten Bericht gesagt, »zwei unserer Sternjäger wurden auf einer Routinepatrouille in der Nähe der Küste über dem Ozean in Kämpfe mit einer großen Anzahl feindlicher Schiffe verwickelt. Das Kontrollschiff, das die Patrouille überwacht hat, wurde abgeschossen, aber ehe der Kontakt abbrach, berichtete die Mannschaft von einer großen Droidenarmee, die landen würde. Die Invasoren scheinen meinen Truppen zahlenmäßig zwar unterlegen zu sein, doch handelt es sich möglicherweise nur um eine Vorhut, die eine Basis für eine größere Truppe schaffen soll. Wie dem auch sei, wir müssen unverzüglich und hart gegen sie durchgreifen. Ich werde mit meiner Armee von Land aus gegen sie vorgehen.«
»Wie groß ist die Flotte?«, hatte sie gefragt.
»Es handelt sich um mehrere Transport- und Großkampfschiffe, nichts, was uns in irgendeiner Weise überfordern sollte. Falls wir Verstärkung brauchen, werden wir sie gewiss aus Sluis Van erhalten.«
»Wäre es nicht klug, sie gleich anzufordern, nur für alle Fälle?«
Khamar grunzte. »Wir werden es machen, falls es notwendig wird, aber es wäre taktisch unklug, Verstärkung zu rufen, ehe wir die Bedrohung durch den Feind genauer abschätzen können. Ich lasse eine Abteilung unter dem Befehl von Kommandant Llanmore hier, um die Sicherheit des Zentrums zu gewährleisten.« Der ruppige Corellianer Khamar war Berufssoldat, und Reija vertraute seinem Urteil. Den jungen Kommandanten Llanmore mochte sie gern; stets musste sie über seine militärische Akkuratheit lächeln, die er in ihrer Gegenwart an den Tag legte. Natürlich durchschaute sie ihn. Für Reija war er einer der vielen Söhne, die sie nie gehabt hatte.
Aber in den vergangenen Stunden hatte sie keine Nachricht von General Khamar erhalten. Sollte es sich um einen Großangriff der Separatisten handeln, mit der Absicht, das Kommunikationszentrum zu besetzen, wäre es mit der Gemütlichkeit in ihrer kleinen Welt auf Praesitlyn vorüber.
Die Sonnenkuppel, die den Garten überdachte, schloss sich ohne Vorwarnung. Auf einen grellen Blitz folgte ohrenbetäubender Donner. Mit klopfendem Herzen sprang Reija auf und rannte ins Innere zum Hauptkontrollraum. Slith Skael, ein Sluissi und Chef des Kommunikationsstabes, gesellte sich zu ihr. Nie zuvor hatte sie gesehen, dass dieses methodische Wesen sich so hektisch bewegte oder eine solch besorgte Miene zur Schau trug.
»Kehrt Khamar zurück?«, erkundigte sich Reija eilig. Sie blickte sich im Kontrollraum um. Sonst herrschte hier Ruhe, wenn Techniker konzentriert an ihren Stationen arbeiteten und Droiden ihren Aufgaben nachgingen. Jetzt allerdings nicht.
»Nein«, antwortete Slith. »Es sind Fremde.« Er schwankte nervös hin und her. »Ich glaube, es ist eine weitere Invasionstruppe. Als das erste Schiff landete, habe ich die Kuppel schließen lassen. Bitte um Verzeihung, wenn ich Sie erschreckt habe. Wie lauten Ihre Befehle?«
Reija hatte Slith in ihren gemeinsamen Jahren auf Praesitlyn schätzen gelernt. Unter der ruhigen, unerschütterlichen Oberfläche steckte ein anhängliches und mitfühlendes Wesen. Auf ihn konnte sie sich verlassen. Im Kontrollraum war Chaos ausgebrochen. Die Techniker unterhielten sich aufgeregt und arbeiteten hektisch an ihren Instrumenten. Ein tiefes Grollen ließ die Einrichtung erbeben. Sie konnte die Vibrationen im Boden spüren.
»Unterhalb des Tafelbergs landet eine große Anzahl Schiffe«, sagte ein Techniker mit schriller Stimme, die Reija verriet, dass er der Panik nahe war.
»Ruhe, alle zusammen. Hören Sie mir zu«, rief sie laut und energisch. Es war an der Zeit, Ordnung in dieses Durcheinander zu bringen. »Jeder nimmt seinen Platz ein und hört zu.« Ihr ruhiges, kontrolliertes Auftreten erzielte die beabsichtigte Wirkung. Die Leute unterbrachen ihre Gespräche und setzten sich. »Also«, sagte sie und wandte sich an Slith, »setzen Sie einen Alarm an Coruscant ab und
«
»Ist bereits geschehen«, antwortete der Sluissi. »Die Übertragung wurde abgeblockt.«
»Das ist unmöglich!«, sagte sie bestürzt.
»Aber eine Tatsache«, antwortete Slith nüchtern. Er berichtete nur und wollte nicht diskutieren. »Wie lauten Ihre Befehle?«, fragte er erneut.
Reija schwieg einen Moment lang. »Kommandant Llanmore?«
»Hier, Chefin.« Llanmore, der seine Kampfrüstung und sämtliche Waffen trug, trat he ran und nahm neben ihr Haltung an.
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