Zehn Jahre sind seit dem Tod Valenthyne Farfallas und seiner Gruppe Jedi-Ritter vergangen, die aufbrachen um den letzten Sith-Lord zu stellen. Während die Jedi der Ansicht sind die Sith endgültig ausgelöscht zu haben und sich alle Mühe geben Artefakte und Schriften mit Bezug zur dunklen Seite aufzustöbern, arbeitet Darth Bane im Verborgenen unermüdlich daran das Fundament für eine künftige Rache der Sith zu bereiten. Doch Banes Vision wird getrübt, seit er Zweifel daran hat dass seine Schülerin Darth Zannah sich je gegen ihn erheben wird. Vom jahrelangen Gebrauch der dunklen Seite und den Nachwirkungen des Orbalisken-Panzers geschwächt ist es nur eine Frage der Zeit bis Bane Zannah tatsächlich unterlegen wird, doch das wäre ein Verstoß gegen Banes Regel der Zwei, soll doch der Schüler den Meister übertreffen und vernichten, anstatt bloß abzuwarten ehe dieser dahingerafft wird.
Eine sich auf Doan anbahnende Staatskrise, in deren Verlauf ein Jedi Unterhändler ermordet wurde, bietet Bane den perfekten Vorwand um Zannah für eine Weile los zu werden. Angeregt durch ein altes Sith-Manuskript glaubt Bane im Holocron Darth Andeddus die Lösung für sein Problem und einen Weg zur Unsterblichkeit gefunden zu haben. Andeddus Holocron dürfte sich allerdings noch in dessen in Vergessenheit geratenem Reich im Tiefkern befinden, wohin der dunkle Lord unverzüglich aufbricht. Hat er seine Sterblichkeit erst einmal überwunden kann er sich auch Zannahs entledigen und einen geeigneteren Schüler suchen. Doch Zannah verfolgt die geheimen Pläne Banes genau und sucht ihrerseits einen eigenen Schüler, um Bane baldigst in einem Duell um die Meisterschaft entgegen zu treten. Als Prinzessin Serra von Doan jedoch begründete Zweifel entwickelt, dass es tatsächlich der letzte Sith war der auf Ambria sein Leben ließ, beauftragt sie eine ganz besondere Attentäterin mit der Jagd nach dem Unbekannten, der für den Tod ihres Vaters Caleb verantwortlich ist...
Mit Dynasty of Evil hat es sich Drew Karpyshyn eindeutig nicht zu leicht gemacht, denn der finale Showdowns zwischen Bane und Zannah ist wirklich nur das Sahnehäubchen auf einem höchst spannenden Plot. Gekonnt baut Karpyshyn um den zentralen Konflikt zwischen Meister und Schülerin, der sich vor allem durch die sehr Sith-typischen Perspektiven auszeichnet (beide sind der Ansicht der jeweils andere wäre unwürdig und hätte die Regel der Zwei verraten), eine Geschichte auf die sich derart wendungsreich entpuppt dass das Buch zu einem wahren Pageturner wird. Man will wissen wie es ausgeht, doch man kann einfach keine Seite auslassen, weil man Angst hat dass einem etwas entgeht. Warum? Es sind nicht bloß Bane und Zannah deren Perspektive zählt, sondern auch die des dunklen Jedi Set Harth (ein passionierter Sammler von Sith-Artefakten), der Huntress (einer untrainierten Machtnutzerin), Prinzessin Serras (der unter neuer Identität firmierenden machtsensitiven Tochter des Heilers Caleb) und ihrer Leibwächterin Lucia (als Scharfschützin bei den Gloom Walkers einst Kameradin Dessels). Durch all ihre Augen erlebt und erfährt man Dynasty of Evil und jeder Charakter ist einzigartig und detailliert ausgearbeitet, ohne jedoch den Stars Bane und Zannah die Show zu stehlen.
Die gegenseitigen Vorwürfe und Verdächtigungen der Sith sind wirklich gut getroffen, man erfährt so einiges über die Dynamik des Meister-Schüler-Verhältnisses Bane-Zannah ohne dass sich das Buch in allzu langen Erläuterungen verliert. Karypyshyn wählt seine Worte mit Bedacht und erzielt damit eine sehr gute Wirkung. Deutlich wird dieses subtile Charakterisieren auch am Beispiel Set Harths, der exemplarisch den Unterschied dunkler Jedi zu den Sith verkörpert. Selbstverliebt und primär auf das eigene Wohlergehen bedacht fehlt ihm Vision und Disziplin eines wahren Sith, auch wenn er offensichtliches Machtpotential beweist. Harth ist jedoch nicht der einzige Machtbenutzer der zwischen die Fronten im Ringen der beiden Sith zu geraten droht. Von Prinzessin Serra beauftragt den dunklen Lord zu überwältigen und zu ihr zu bringen, damit sie an ihm Rache für den Mord an ihrem Vater nehmen kann beweist die Huntress neben ihres Jagdinstinkts und Einfallsreichtums ein ganz besonders Machttalent, dass es ihr nicht bloß erlaubt winzige Ausschnitte der Zukunft wahrzunehmen sondern (ähnlich den Lesern bzw. Schnüfflern in Push oder Quinlan Vos psychometrischer Gabe) noch weit tiefer in die Vergangenheit und auch Gegenwart zu blicken. Bliebe noch von Lucia zu berichten, der prototypisch für den einfachen Soldaten der Sith Armee stehenden Scharfschützin, für die Ethik und Moral durchaus keine Fremdwörter sind, einst auch nur deshalb in den Krieg gezogen ist weil sie darin eine Chance sah ihrem tristen Leben im Outer Rim zu entkommen.
Fazit:
Faszinierende Charaktere, ein lang und mit Spannung erwartetes Duell und zahlreiche Handlungswendungen auf dem Weg dorthin machen Dynasty of Evil zum wohl besten Darth Bane Roman und würdigen Abschluss der Reihe.