Vier Jahre sind seit dem Tod des Imperators vergangen und was von seinem Reich übrig geblieben ist, wird von einer gierigen Meute diverser Kriegsherren allmählich in Stücke gerissen, während die Neue Republik seit der Eroberung Coruscants immer mehr an Boden gewinnt. Doch die turbulenten Jahre seit dem Sturz Palpatines haben auch immer wieder dafür gesorgt dass Han Solo und Prinzessin Leia Organa voneinander getrennt wurden.
Frustriert von der monatelangen Jagd auf den mächtigen Kriegsherrn Zsinj kehrt General Han Solo mit seinem Flaggschiff nun nach Coruscant zurück, doch bereits bei seiner Ankunft muss er erkennen dass etwas nicht stimmt, denn der Planet ist von einer ganzen Flotte von Kriegsschiffen umringt. Die Flotte des Hapan Konsortiums kommt jedoch in Frieden, denn das seit Jahrhunderten neutrale Reich bietet nach langwierigen Verhandlungen der Neuen Republik seine Unterstützung an, natürlich hat dieses Angebot einen Hacken wie Leia schon bald feststellen muss. Um das Bündnis zu besiegeln soll Leia den hapanischen Prinzen Isolder heiraten, der sie damit zur Königin machen würde. Da es so aussieht als wäre Leia diesem Angebot nicht vollkommen abgeneigt zieht sich Han in die Unterwelt von Coruscant zurück, wo er in einem riskanten Sabacc-Spiel unverhofft seinen eigenen Planeten gewinnt.
Als er Leia seinen Planeten schenken will, stösst er jedoch zunächst auf unerwartete Ablehnung. So greift Han zum letzten Mittel und entführt seine Angebetete kurzerhand nach Dathomir, wo er hofft dass sie sich erneut in ihn verliebt. Gerade von einer Suche nach Jedi-Artefakten zurückgekehrt erfährt Luke gerade noch von Leias Entführung. Zusammen mit Isolder bricht er ebenfalls nach Dathomir auf, um Leia zu befreien, doch der Planet liegt mitten im von Zsinj kontrollierten Gebiet, das gleichzeitig als Sammelpunkt seiner gesamten Flotte dient...
Nach Solo Command führt The Courtship of Princess Leia die in X-Wing begonnene Jagd nach dem mächtigsten imperialen Kriegsherrn Zsinj in gewisser weise fort. Dennoch ist die Geschichte relativ eigenständig, da der Kampf gegen Zsinj nur eine untergeordnete Rolle einnimmt, während es unsere Helden auf einen verhältnismäßig primitven Planeten verschlagen hat, der aber von machtsensitiven Hexen in einer matriarchalischen Gesellschaft bevölkert wird. Vertrautes Terrain für den hapanischen Prinzen Isolder, aber weniger für den Jung-Jedi Luke, der noch immer wenig von den Wegen der Macht zu glauben weiß. Auf der Suche nach Han und Leia geraten die beiden jedoch auch in Kontakt mit einer Schwesternschaft die sich der dunklen Seite verschrieben hat, während Kriegsherr Zsinj plant die gesamte Bevölkerung des Planeten mit einer neuen Technologie auszulöschen, um sich der Bedrohung durch die machtsensitiven Frauen zu entledigen.
Keine sehr gute Ausgangslage also, die sich nun gerade durch ihre Andersartigkeit (eine Welt mit matriarchalischer Gesellschaft und machtsensitiven Bewohnern) von der Masse der Star Wars-Romane abhebt, zudem wird damit auch ein wichtiges Kapitel des Erweiterten Universums begründet, denn die Hapaner und vor allem Prinz Isolder werden direkt und indirekt noch für so manche große Ereignisse verantwortlich sein. Wichtiges Manko, man braucht den Band nicht gelesen haben um den folgenden Ereignissen folgen zu können, auch wenn das für einen Star Wars-Fan durchaus als Bildungslücke gelten kann.
Während der Handlungsbogen um Luke auf der Suche nach seinem Erbe als Jedi-Ritter besonders machtlastig erscheint und seine noch etwas mangelnden Fähigkeiten und Kenntnisse betont (viel zu lernen er noch hat) ist die Haupthandlung um Han und Leia schon eher emotional, wenngleich es immer wieder zu actionreichen Szenen kommt, der arme Isolder verkommt dabei mit der Zeit jedoch langsam zu einem lückenfüllenden Statisten. Wer jetzt eine Romanze wie in Episode II erwartet könnte sogar richtig liegen, auch wenn The Courtship of Princess Leia glücklicherweise mit erheblich weniger Kitsch auskommt.
Für Fans seit langem ein wichtiger Bestandteil des Kanons, der glücklicherweise dank nicht zu übertriebener romantischer Avancen durchaus glaubwürdig und spannend geblieben ist.