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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Obi-Wan und Anakin undercover,
Von Mario Pf. (Oberösterreich) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Star Wars: Clone Wars Gambit: Stealth (Taschenbuch)
Kothlis ist in Gefahr. General Grievous droht mit einer Streitmacht den strategisch wichtigen Planeten im Mid Rim einzunehmen. Doch genau das kann die Republik nicht zulassen, würde Grievous damit nicht nur die bothanische spynet Zentrale ausschalten sondern sich auch einen wichtigen Brückenkopf im Mid Rim verschaffen. Obwohl zahlenmäßig unterlegen wagt die Flottile der Jedi-Generäle Obi-Wan Kenobi und Anakin Skywalker den Angriff, um die Invasion Kothlis abzuwehren.Kothlis ist jedoch nur einer von vielen Planeten die in letzter Zeit dem Eroberungsdrang Grievous erlegen sind. Viele weniger bedeutende Welten durften daher nicht mit Unterstützung der Republik rechnen, wie das nicht einmal im Senat vertretene Lanteeb. Es ist mehr ein Gefühl dass Senator Bail Organa seinen neu gewonnenen Freund Obi-Wan kontaktieren lässt, dass auf Lanteeb etwas nicht stimmt. Und schon bald mehren sich die Indizien dass die Separatisten auf dem zuvor unbedeutenden Lanteeb eine neue Waffe entwickeln könnten, welche den Krieg schon bald zu ihren Gunsten wenden wird. Nachdem sie Anakin und Yoda ins Vertrauen gezogen haben, sollen Obi-Wan und Anakin aufbrechen, um im Fall Lanteeb zu ermitteln... Mit fast 400 Seiten (ohne Leseprobe zu Outcast) hat Karen Miller sogar noch die 342 Seiten ihres Debüts Wild Space übertroffen. Als Leser sollte man sich also gleich einmal auf "mehr Miller" im positiven wie negativen Sinn einstellen. Also nicht bloß mehr Dialoge sondern auch mehr und längere Handlungsstränge, die allerdings weitgehend offen bleiben da Stealth nur der erste Teil der Gambit-Trilogie ist und Siege ebenfalls mit 400 Seiten aufwarten wird. Das gegen Ende von Wild Space sehr für Unmut sorgende Problem dass eigentlich außer Dialog und sozialer Interaktion zwischen Obi-Wan und Bail nichts mehr passierte, hat Miller in Stealth weitgehend vermieden. Die im Klappentext bereits angedeutete Undercover-Mission verkommt diesmal also nicht zu einem übertrieben dialoglastigen Herumstreunen zweier womöglich noch verwundeter Jedi-Ritter, die dann dank der Macht (Jedi glauben ja nicht an Glück oder gar Zufall) eine separatistische Superwaffe ausschalten. Dazu kommt noch dass Miller wohl dank der höheren Seitenzahl durchaus mehr Handlungsstränge aufkommen lässt und diese nicht irgendwann abwürgt, weil sie ja für Siege noch eine Rolle spielen werden. Soviel zu den "technischen" Verbesserungen, stilistisch ist Karen Miller ganz die Autorin von Wild Space geblieben. Millers markante Stilnoten beginnen bereits damit dass die Schlacht um Kothlis sich zwar auf die ersten hundert Seiten erstreckt, aber das meiste davon ist wie zu erwarten Dialog der vor oder nach den eigentlichen Gefechten stattfindet. Diese sind wieder einmal ziemlich rasch abgehandelt und Obi-Wan wie Rex sind schwer verwundet. Danach folgt ein längeres 100 Seiten-Intermezzo in dem man auf Coruscant aus einem ganz miesen Gefühl Bails eine Bedrohung für die gesamte Republik konstruiert. Und der Abschluss, die eigentliche Handlung des Buchs ist eine zeitweise an die Jugendbücher erinnernde Mission auf Lanteeb, die rein dazu dienen scheint das Feld für Siege zu bereiten. Dabei werden Millers geliebte Dialoge über Gott und die Welt (bei Traviss war das Mundwerk nicht schneller als das Hirn, ihre Charaktere dachten lieber nach) gerade anfangs in der Schlacht um Kothlis und später auf Lanteeb durch einige Spannungsspitzen aufgelockert. Der Grund warum sich an Miller die Geister scheiden ist allerdings ziemlich gleich geblieben. Im Gegensatz zu Karen Traviss Versuchen The Clone Wars in die bereits etablierte Kontinuität miteinzubeziehen und wo es nur geht die Brüche zu kaschieren, setzt Miller brüsk auf Clone Wars-only. Das heißt sie orientiert sich hauptsächlich an der Serie und der The Clone Wars innewohnenden Rezeption der Filme. Sie bezieht sich zwar auf Ereignisse der Serie (Maridun) und andere Clone Wars-Romane (Wild Space, No Prisoners), was für mich noch kein Kritikpunkt wäre, doch übernimmt sie damit auch das eher an die Jugendbücher erinnernde flache Niveau, was die Dialoge entstellt. Was intelligent und tiefgründig sein könnte wirkt dadurch meist eher "kindisch", wenn etwa fundierte Kritik zur nervigen Nörgelei verkommt. Die Chance einer Neuinterpretation der Serie, um sie auch für die älteren kritischen Fans interessant zu machen, wird von ihr zu Gunsten einer Clone Wars-Fan-Generation (die ja weil sie sie nicht kennt, kein Problem mit der ruinierten Klonkriegs-Timeline hat) verworfen. Wenn also Clone Wars drauf steht, ist nur noch Clone Wars drin, kein Kontrastprogramm wie einst die Republic-Comics oder James Lucenos Cloak of Deception im Gegensatz zu Jedi Padawan und Jedi Quest. Was Anakins Ritterschlag in Wild Space war, ist nun Obi-Wans "Freundin" Taria Damsin. An ihrem Beispiel soll Obi-Wan eine wichtige Lektion über Verlust lernen, denn die Jedi-Meisterin leidet an einer tödlichen Krankheit. Dass lange Zeit eigentlich die in "Secrets of the Jedi" verstorbene Siri Tachi als Obi-Wans einzig wahre Liebe galt wird genauso übergangen wie Anakins Ritterschlag am Ende von "Die Feuertaufe". Noch ein Beispiel also dafür dass Clone Wars einer ganz eigenen Kontinuität folgt bzw. irgendwie doch an die Infinities zu den Filmen erinnert, werden doch immer wieder Themen der Romane und Comics auf andere Weise für die Serie verarbeitet. Grundsätzlich ärgerlich, aber irgendwie hat man sich auch schon an daran gewöhnt, dass Clone Wars gelegentlich wie eine Parodie der Klonkriege wirkt (die den Jar-Jar-Faktor tatsächlich gerne bis zum Äußersten reizt). Bleibt die Frage wie man dieses Buch bewerten kann. Gemessen an Wild Space ist es ein Fortschritt, gemessen an No Prisonders hinkt es noch lange hinterher. Es an den "alten" Klonkriegsromanen zu messen verbietet sich, dazu eigneten sich nur Karen Traviss beide Werke, doch verglichen mit Secrets oder Legacy of the Jedi ist das Werk nicht einmal so schlecht, ja überdurchschnittlich. Das macht es nicht leicht. Indem Miller gewisse Kardinalsfehler vermieden hat und durchaus mehrfach Spannungselemente eingebracht hat wird es interessant zu erfahren, ob das ein Trend ist, der in Siege zu einem interessanten Finale führen kann. Doch für sich ist Gambit: Stealth eher unterdurchschnittliches Mittelmaß. Auf den 400 Seiten passiert einfach zu wenig, was gerade für den Beginn einer Duologie zum Problem wird, denn überraschende Wendungen werden weitgehend auf den finalen zweiten Band vertagt. Aber es gibt Überraschungsmomente und auch wenn sie nicht allzu aufregend inszeniert sind, erfüllen sie ihren Zweck, auch wenn die gesamte Handlung mit gestrafften Dialogen auch auf 250 Seiten unterkommen hätte können. Fazit: Ein Fortschritt gegenüber Wild Space. Als Jugendbuch solides Mittelmaß, nur wird es eben nicht als solches geführt und das gibt einen Stern Abzug, muss es sich doch so mit den Klonkriegsromanen eines Michael Reaves und Steve Perry oder auch James Lucenos wenn nicht gleich Matthew Stovers messen. (2,4 Sterne, in Schulnoten ein gutes Genügend) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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