Mit dem zweiten Star Wars Classics Band werden nun auch die Marvel Comics 11-20 (von Mai 1978 bis Februar 1979, die ab 1979 auch in Übersetzung beim Egmont Ehapa Verlag erhältlich waren) in der überarbeiteten Fassung des von Dark Horse publizierten A long time ago-Sammelbandes "Doomworld" für die deutschsprachige Fan-Gemeinde neu aufgelegt.
Nach ihrem Abenteuer auf Aduba-3 geraten Han Solo und Chewbacca einmal mehr in die Fänge Crimson Jacks, dem es gelungen ist einen imperialen Kreuzer zu kapern und sogar Prinzessin Leia in die Finger zu bekommen. Doch Han und Leia gelingt es den Piraten auszutricksen und für ganz andere Ziele zu missbrauchen, da Luke im Drexel System verschollen ist...
Im sechsten Kapitel des Bandes begegnen wir dem Söldner Valance, der nach einen Angriff auf Telos 4 glaubt die Spur des Jungen gefunden zu haben, der den Todesstern zerstört hat. Es winkt ein saftiges Kopfgeld des Imperiums, doch was Valance nicht weiß, der Farmerjunge den er jagt ist nicht Luke Skywalker, auch wenn ihm seine Freunde genauso hilfreich zur Seite stehen...
Das siebte Kapitel von Classics 2 ist Jugenderinnerung Lukes an die unbeschwerten Zeiten mit Biggs Darklighter und ihre abenteuerlichen Rennen mit den T-16 Skyhoppern...
Kapitel acht eröffnet einen neuen Handlungsbogen, in welchem Luke bei seinem Jedi-Training in eine tiefe Trance fehlt und der Millenium Falcon nach einer unerfreulichen Begegnung mit einem echten imperialen Kreuzer auf das legendäre "Rad" fliehen muss...
Angesichts des streitbaren Preises und Inhalts ein Band vor allem für die Sammler unter den Fans, denen hier eine Möglichkeit geboten wird an das wahre Star Wars-Urgestein zu gelangen, das in vielerlei Hinsicht dem später etablierten Kanon widerspricht. Und doch wurden manche in diesen wilden Zeiten (wo noch Lucas Licensing und Lucas Books noch nicht der Lizensierungsapparat waren, wie heute) geschaffene Charaktere auch in neuren Harmonisierungsversuchen (der Praxis des Retcon entsprechend und nicht ganz ohne geschäftstüchtige Hintergedanken) wie eben Legacy of the Force alias Wächter der Macht wieder verwendet. Lumiya formerly known as Shira Brie ist hierbei die prominenteste, versucht sie doch Jacen Solo zur dunklen Seite zu verführen. Erweisen sich die Classics als kommerziell erfolgreich wird auch Lumiyas Hintergrundgeschichte für die Fans wieder zugänglich werden.
Teils sind oder auch waren die A long time ago-Bände bei Dark Horse in Englisch auch günstiger zu haben, insofern sie noch nicht vergriffen und nur noch aus zweiter Hand erhältlich sind, schon alleine weil etwa in "Doomworld" die Marvel Comics 1-20 zusammengefasst sind, wofür Dino-Panini die je nur 10 Einzelcomics zusammenfassenden ersten beiden Classics-Bände benötigte.
Was nun allerdings den vorliegenden Band zu etwas besonderem macht sind gleich zweierlei Dinge, einerseits die erste Begegnung mit Imperialen außerhalb der Handlung des Comics zum Film und andererseits die erste Erwähnung des Rads. Hiermit wurde im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte geschrieben, denn die Charakterisierung der imperialen Praxis eigene Schandtaten wie das Zerstören von Frachtern oder Ermorden von Zivilisten in ihrer Propaganda den Rebellen in die Schuhe zu schieben prägt Darstellungen von Palpatines Imperium bis heute. Genauso wie das Rad als Inbegriff eines Subkosmos für Schmuggler und Piraten gilt. Weniger offensichtlich ist der Marvel Comics vielleicht noch am Beispiel Simon Greyshades, der zu Zeiten der Republik schon als korruptestes Senats-Mitglied galt und wohl aktiv den Sturz der Republik mitgetragen haben dürfte, indem er die Propaganda der Separatisten legitimierte. Greyshade ist womöglich der Archetyp des korrupten lokalen Administrators der auch willens ist mit dem Imperium gemeinsame Sache zu machen, wenn es ihm Ärger erspart.
Der Titel "Das Imperium schlägt zu" kann zugegeben schon etwas verwirren, denn sehr leicht lässt sich auch "Das Imperium schlägt zurück" lesen und damit vermuten, das der Episode V-Comic vorgezogen und bereits im vorliegenden Band veröffentlicht wurde. Das ist nun leider nicht der Fall, aber dessen ungeachtet erhalten Hardcore-Fans und Sammler ein weiteres Prachtstück an Sammelband geliefert, das jahrelange Fan-Forderungen nach einer Wiederveröffentlichung der alten Klassiker endlich erfüllt.
Fazit:
Streitbar wegen Preis und Inhalt, Star Wars-Urgestein das auch so aussieht und somit vor allem interessant für Fans mit ausgeprägteren Sammeltrieb sein dürfte.