Aus der Amazon.de-Redaktion
Mit ihm können es nur wenige kampferprobte Männer und Frauen in der Galaxis aufnehmen: Jango Fett ist der gefährlichste Kopfgeldjäger weit und breit. Nur eine Schwäche hat er -- seinen zehnjährigen Sohn Boba. Dabei ist der Junge gar nicht auf gewöhnlichem Wege gezeugt worden. Sein Vater diente den Genetikern von Kamino als Ausgangspunkt für eine ganze Klonarmee. Im Gegenzug forderte Jango einen "normalen" Jungen als Sohn, der mit ihm in jeder Beziehung identisch ist, nur eben jünger.
Der Kampf ums Überleben läuft parallel zu Angriff der Klonkrieger, und zwar ab jener dramatischen Szene, in der sich Jango Fett und Obi-Wan Kenobi auf Kamino das erste Mal gegenüberstehen. Mit den Augen des jungen Boba verfolgen wir das Duell auf dem Wasserplaneten, die Verfolgungsjagd durch den Asteroidengürtel und schließlich die Schlacht in der Arena von Geonosis. Doch der Roman führt über die Ereignisse des Films hinaus. Nach dem Tod seines Vaters begibt sich Boba an Bord der Slave I und versucht, sich in den Weiten des Weltraums alleine durchzuschlagen. Dass das nicht immer ganz leicht ist, versteht sich von selbst. Aber er hatte in Jango einen Lehrer, der ihm alle Tricks beigebracht hat, und er ist fest entschlossen, sich nicht unterkriegen zu lassen.
Terry Bisson wurde für seine SF-Storys und -Novellen mehrfach mit den begehrtesten Genrepreisen ausgezeichnet. Mit Der Kampf ums Überleben hat er einen spannenden und mit viel Liebe zum Detail erzählten Jugendroman geschrieben. Bisson lässt sich -- bei aller Action -- angemessen Zeit, das Seelenleben seiner Hauptfiguren zu schildern. Stück für Stück wird nachvollziehbar, wie Boba Fett zu jenem Kopfgeldjäger geworden ist, der seinen Feinden in der klassischen Trilogie das Fürchten lehrt. Aber auch die Angst und Unsicherheit des kleinen Jungen ist gegenwärtig, er hat einen langen und steinigen Weg vor sich. An diesem Roman werden nicht nur jugendliche Leser ihren Spaß haben, auch alte Star Wars-Hasen kommen hier auf ihre Kosten. --Felix Darwin
Kurzbeschreibung
STAR WARS Boba Fett - in Episode II ein kleiner Junge, in Episode VI der gefürchtetste Kopfgeldjäger der Galaxis; als Teil der großangelegten Klonkriege ist Boba Fett ein wichtiges Bindeglied zwischen den Filmen Episode II und Episode III.
Klappentext
Zum Kopfgeldjäger geboren. Boba Fett ist alles andere als ein gewöhnlicher Junge. Sein Vater ist ein berüchtigter Kopfgeldjäger; sein Heimatplanet Kamino ist die Brutstätte einer Armee von Klonen; er hat keine Freunde und geht nicht zur Schule. Seine Bestimmung ist es, ein erbarmungsloser Jäger zu werden! Und diesen Weg muss er schneller gehen als er geahnt hat. Plötzlich ist Boba auf sich allein gestellt - in einer äußerst gefährlichen Galaxis! Er muss um sein Leben kämpfen mit allen Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen und mit Hilfe der harten Lektionen, die ihn sein Vater lehrte. Boba Fett wurde zum gefürchtetsten Kopfgeldjäger der Galaxie doch dazu musste er zunächst seine Kindheit überleben!
Auszug aus Star Wars - Boba Fett, Band 1, Der Kampf ums Überleben von Terry Bisson, Dominik Kuhn. Copyright © 2003. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
Regen. Manche hassen ihn. Manche lieben ihn. Manche, wie Boba Fett, können sich kaum daran erinnern, wann es einmal nicht geregnet hat. Man sagt, dass kostenloses Wasser in der Galaxis selten ist. Auf diesem Planeten würde man das niemals vermuten. Das Wasser kommt wie aus Kübeln vom Himmel, Tag und Nacht. Es bedeckt den ganzen Planeten, der außer aus ein paar Städten auf Plattformen aus nichts anderem als Wasser besteht. Diese Welt heißt Kamino. Die Stadt, in der Boba und sein Vater leben, heißt Tipoca City. Besser gesagt: in der sie gelebt haben. Diese Geschichte erzählt, weshalb sie die Stadt verlassen haben und was danach geschehen ist ... Vielleicht habt ihr schon einmal von Boba Fetts Vater gehört. Er war ein Kopfgeldjäger. Der gnadenloseste, schnellste und furchtloseste Kopfgeldjäger in der Galaxis. Boba Fett war das Kind, das in seinem Schatten oder an seiner Seite stand. Normalerweise beides. Zumindest war es so, wenn er glücklich war. Wenn sein Vater ihn mitnahm. Und das war beinahe immer der Fall. Boba war zehn Jahre alt - noch nicht alt genug, um allein unterwegs zu sein. Boba ging gern mit seinem Vater mit. Dann sah er neue Welten, erlebte die Aufregung eines Fluges im Hyperraum und manchmal durfte er sogar seine Hände an die Kontrollen des kleinen, aber tödlichen Raumschiffs von Jango, der Slave I, legen. Ein Kopfgeldjäger ist ein Gesetzloser, ein gekaufter Spürhund - und manchmal auch ein Killer. Es ist ihm egal, wer sein Opfer ist, vor wem das Opfer wegläuft und weshalb. Ein Kopfgeldjäger arbeitet immer für denjenigen, der ihm am meisten zahlt. Und das bedeutet, dass er für die reichsten und skrupellosesten Wesen in der Galaxis arbeitet. Ohne Fragen zu stellen. Der Sohn eines Kopfgeldjägers zu sein bedeutet, den Mund geschlossen und die Augen offen zu halten. Kein Problem. Boba Fett war stolz auf seinen Vater und auf das, was er tat. "Ich bin der Sohn eines Kopfgeldjägers", sagte er oft voller Stolz zu sich selbst. Er sagte das zu sich selbst und zu sonst niemandem, weil es keinen gab, dem er es hätte sagen können. Er hatte keine Freunde. Wie kann man Freunde haben, wenn man im Verborgenen lebt und reist, wenn man sich auf Planeten schleicht und wie- der weg, wenn man immer der Polizei aus dem Weg geht und den gefürchteten, neugierigen Jedi-Rittern? Ein Kopfgeldjäger muss immer bereit sein, überall hinzugehen und sich jeder Gefahr zu stellen. Das war der Kodex von Jango Fett, eine der Regeln, nach denen er lebte. Boba Fett hatte seinen eigenen kleinen, etwas persönlicheren Kodex: Das Kind eines Kopfgeldjägers muss immer bereit sein, seinem Vater zu folgen. Mit seinen zehn Jahren hatte Boba Fett schon mehr von der Galaxis gesehen als die meisten Erwachsenen. Was er nicht gesehen hatte, war ein Klassenzimmer von innen (weil er noch nie zur Schule gegangen war). Was er noch nie gesehen hatte, war das Lächeln einer Mutter (weil er keine Mutter hatte). Was er noch nie gehört hatte, war das Lachen eines Freundes (weil er keine Freunde hatte). Aber dass er noch nie zur Schule gegangen war, hieß nicht, dass er dumm oder ignorant war. Es gab Bücher. Bücher, die man auf Reisen mitnehmen konnte. Bücher, die man zu Hause auf Kamino lesen konnte. Er konnte alle Bücher, die er haben wollte ("Bitte nur zwei auf einmal!"), in der kleinen Bibliothek am Ende seiner Straße in Tipoca City bekommen. Die Bibliothek war nur ein Schlitz in einer Tür, doch wenn Boba läutete, reichte der Bibliothekar neue Bücher heraus und nahm die zur Abgabe fälligen wieder mit: die, die Boba schon gelesen (oder für langweilig befunden) hatte. Der Bibliothekar Whrr war beinahe so etwas wie ein Freund für Boba. Ein Freund, den er noch nie gesehen hatte. Boba hatte keine Ahnung, wie Whrr aussah. Er wusste nicht einmal, ob er überhaupt eine Person war. Er war nur eine Stimme hinter einem Schlitz in der Tür der Bibliothek. Boba ging eigentlich davon aus, dass Whrr ein Droide war, denn er hörte ihn jedes Mal surren und klicken, wenn er Bücher oder Holospiele auslieh. Meistens Bücher. Whrr mochte keine Holospiele. "Benutze deine Vorstellungskraft!", sagte er dann immer. "Suche dort Bilder! Suche dort Musik!" Boba war eigentlich derselben Meinung. Er mochte Bücher. Die Bilder, die sie in seinem Kopf entstehen ließen, waren besser als die in den Holospielen. Boba wusste aus den Büchern, was Freunde waren. Viele Bücher handeln von Freunden. Freunde erleben Abenteuer, machen Entdeckungen oder unternehmen einfach nur etwas zusammen. Manchmal tat Boba so, als hätte er Freunde. (Etwas vorzutäuschen ist auch eine Art, sich etwas zu wünschen). In seinem Kopf jedoch hörte er immer die Stimme seines Vaters: "Boba, bleib unabhängig. Denk immer daran: keine Freunde, keine Feinde. Nur Verbündete und Gegenspieler." Auch dieser Spruch stammte aus Jango Fetts Kodex. Bobas Vater hatte eine Menge Sprüche und sie stammten alle aus seinem Kodex. Dabei hatte Jango Fett selbst einen Freund. Eine Freundin. Sie war auch eine Kopfgeldjägerin. Sie hieß Zam Wesell.