5000 Jahre vor der Schlacht von Yavin, in der der erste Todesstern zerstört wurde: Die Alte Republik ist noch jung und es gibt viele Hyperraumrouten, die noch nicht erschlossen sind. Beim Versuch, eine neue Hyperraumroute zu kartographieren, hat es die Geschwister Jori & Gav Daragon auf den abgelegenen Planeten Korriban verschlagen. Der Sith Naga Sadow hat die beiden voneinander getrennt, um seine Invasionspläne voranzutreiben. Den machtsensitiven Gav will er zu seinem Schüler ausbilden, Jori dagegen soll "entkommen", damit die Sith-Flotte sie in das Territorium der Republik verfolgen kann. Doch Sadows Widersacher Ludo Kressh ist mit dem Invasionsplan nicht einverstanden.
Zwar findet man in dem Spiel "Knights of the Old Republic" die Überreste einer weit älteren Zivilisation, doch "Das goldene Zeitalter der Sith" ist meines Wissens der Comic, dessen Geschichte sich am weitesten zurückdatieren lässt. Der zweite Band der zweiteiligen Reihe ist ganz dem internen Machtkampf der Sith gewidmet, in dem es keine "Guten" gibt, die als Sympathieträger fungieren könnten. Lediglich Jori und Gav erzeugen beim Leser Mitgefühl, sind sie doch reine Bauernopfer in Sadows Spiel, ohne Möglichkeit, eigenen Einfluss auf ihr Schicksal zu nehmen.
Im knapp gehaltenen Handlungsstrang, der in der Republik angesiedelt ist, erfährt der Jedi Odan-Urr in Visionen von der Bedrohung durch die Sith. Gemeinsam mit Kaiserin Teta versucht er, die Republik auf eine Invasion vorzubereiten.
Der Zeichenstil dieses Comics ist etwas gewöhnungsbedürftig, gerade wenn man die "realistischen" Zeichnungen der aktuellen SW-Comics gewohnt ist. Mich persönlich stören vor allem die Spuckfäden, die man fast bei jedem Charakter sehen kann, wenn er den Mund weit aufreißt. Andererseits passt dieser "archaische" Stil gut zu dieser Epoche, die weit von der Ära des Galaktischen Bürgerkriegs entfernt ist.
Obwohl es interessant ist, zu erfahren, wie es anfing, dass die Sith sich wieder in der Galaxis breitmachen konnten, kann ich dennoch keine uneingeschränkte Kaufempfehlung geben. Panini hat in den letzten Jahren einige Feest-Comics neu aufgelegt, die in dieser frühen Ära angesiedelt sind, sodass berechtigte Hoffnung besteht, das auch "Das goldene Zeitalter der Sith" demnächst wieder zu einem vernünftigen Preis erhältlich sein wird. Meister Yoda würde vermutlich sagen: "Geduld, mein junger Jedi!" Als kleiner Hinweis sei noch erwähnt, dass die Geschichte mit einem Cliffhänger endet und im Feest-Band 16 ("Der Untergang der Sith I") fortgesetzt wird.