Vorweg und Achtung!: Wer eine umfangreiche, chronologisch organisierte Liste der Star Wars Romane & Comics sucht, findet sie in meiner Rezension zu
Star Wars, Die ultimative Chronik.
"Luke! Luke! Unterschätze niemals ... unterschätze niemals die Macht des Imperators!"
Yoda, kurz vor seinem Tod
Als ein Klassiker neben der
Thrawn Trilogie und dem Multimediaprojekt
Schatten des Imperiums, hat Das dunkle Imperium lange als zentrale Fortsetzung der klassischen Trilogie (fernab der X-Wing Romane und sonstigen militärischen und politischen Krisen nach dem (nun angeblichen) Tode des Imperators) gegolten und gilt vielleicht immer noch als solche; als eine Geschichte, die selbst ein Star Wars Fan lesen kann, wenn er sonst nichts mit dem EU zu tun haben will, aber doch dem Duell zwischen Luke und Palpatine eine weitere Episode hinzufügen will.
Es sieht schlecht aus für die Rebellion. Mit einem Bündnis haben die übriggebliebenen Würdenträger des Imperiums ihre Kräfte vereint und Coruscant zurückerobert. Zusätzlich scheint irgendeine dunkle Macht nach Luke zu greifen und ihn zu locken und er meint dieser Versuchung zum Wohl der Neuen Republik nachgehen zu müssen. Seine Schwester Lea, längst auch eine Jedi-Ritterin in fortgeschrittener Ausbildung, erwartet derweil ihr drittes Kind, nach den Zwillingen Jacen und Jaina. Luke weiß, dass das Kind eine große Rolle spielen wird in der Zukunft der Jedi und will seine Schwester unbedingt vor dem neuen allmächtigen Griff der dunklen Seite schützen...
Viele Star Wars Bücher und Comics haben sich bemüht, dem SW Universum neben neuen Geschichten auch eine übergreifende Historie - mit vielen Sichtwinkeln, von Soldaten der hellen und dunklen Seite bis hinauf zum Schicksal der klassischen Charaktere - zu geben. Das Dunkle Imperium wirkt darin wie ein seltsam unnahbarer Einschnitt. In der Tat spricht für die Geschichte, dass ihre Atmosphäre einzigartig und glaubhaft wirkt - alles, die Art der Zeichnung, Kolorierung, die Ereignisse, die Kargheit der Dialoge im Kontrast zu den Bildern und die oft eingesetzte Erzählerstimme, wirken so, als wäre das ganze Universum in ein neues finstres Zeitalter eingetaucht, wäre in den allerdunkelsten Zustand zurückgefallen - doch erscheint dies eben wie ein Knick in der sonst immer recht linearen Verlauf der Chronologie davor und auch danach, besonders wenn man den Epilog zum zweiten Teil liest.
So gesehen sind Comic und Story einzigartig und sicherlich auch wirkliche eine Lektüre wert, seltsamerweise aber mehr für Freunde der Filme und etwas weniger für alle Fans des erweiterten Roman- und Comicuniversums, für die es zum Zeitpunkt in der Chronologie wie ein Hammerschlag kommt, wie ein halb surrealer, halb schrecklich präziser Traum, in dem sich alles in der Wahrnehmung so angleicht, als wäre es wirklich, bis man erwacht.
Wie gesagt: Ich persönlich finde die Story etwas überzogen und in der Chronologie fehl am Platze, aber abseits davon, als eine alternative Infinites Geschichte z.B., oder als ein einzigartiges Juwel der Fortführung des klassischen Star Wars Konflikts, ist dieses Comic auf jeden Fall lesenswert.
P.S.: Es gibt auch ein Widersehen für alle, die den zweiten Band der
Han Solo-Trilogie gelesen haben, mit dem Planeten Nar Shadaa und der Mechanikerin Salla. Außerdem erlebte eine gewisse Person mit den Initialen BF ihr Comeback in diesem Comic, sieben Jahre nach ihrem vermeindlichen Tod, was viele weitere Abenteuer der Figur nach sich zog.