Nanu, immer noch keine Kundenrezension zu diesem Comic? Dann trau ich mich mal:
"Tor zur Apokalypse" war der dritte Star Trek-Comic, den Cross Cult auf Deutsch herausbrachte. Diesmal haben wir es mit einer TNG-Geschichte zu tun, die ungefähr zur Zeit der 5. Staffel stattfindet. Während ich "Countdown" und vor allem "Spiegelbilder" noch gelungen fand, konnte ich mit diesem Comic leider nicht besonders viel anfangen. Er besteht aus fünf Kapiteln, die scheinbar nur lose miteinander verbunden sind. Es beginnt mit der verrückt spielenden KI eines Föderationsarchivs, danach können wir ausgerechnet die beiden Kämpfernaturen Worf und Ro Laren bei einem diplomatischen Einsatz erleben. Im dritten Kapitel fängt die Enterprise einen Notruf auf, der vom scheinbar durchgedrehten Chefingenieur eines Sternenflottenschiffes gesendet wurde. Später werden die Persönlichkeiten einiger Offiziere manipuliert, und zum Schluss erfahren wir, was all das miteinander zu tun hat. Wie man anhand der ziemlich konfunsen Inhaltsangabe sicher schon erahnen kann, fiel es mir schwer, einen roten Faden in dieser Geschichte zu erkennen, und Spannung wollte auch nicht so recht aufkommen. Kaum hat man sich auf die Handlung eines Kapitels eingelassen, ist es auch schon wieder vorbei. Ich möchte nicht spoilern, aber auch das Ende ist alles andere als überzeugend. Mein Eindruck vom Comic ist eher, dass hier versucht wurde, so viele TNG-Elemente wie möglich einzubringen. Alle Stammcharaktere haben einen mehr oder weniger großen Auftritt, und Figuren wie Ro Laren, O'Brien oder Barcley runden das Ganze ab. Wenn man die verwirrende und wenig schlüssige Handlung mal außen vorlässt, kann man als Next Generation-Fan auch einfach nur viel Spaß daran haben, ein Wiedersehen mit den Pakled, den Bynaren oder den Benziten zu feiern. Sogar schon so kleine Details wie Rikers Posaune sorgen für einen netten Déjà Vu-Effekt.
Die Zeichnungen hinterlassen bei mir einen zwiespältigen Effekt. David Messina sollte nochmal ein bisschen üben, was die Darstellung der TNG-Charaktere betrifft. Mit den aus TOS bekannten Figuren aus dem Vorgängercomic kam er jedenfalls viel besser zurecht. Grundsätzlich mag ich jedoch Messinas eher groben, kantigen Zeichenstil und die kräftige Farbgebung.
Fazit: Dieser Comic lebt vor allem von dem Reiz, viele Details aus TNG wiederzuentdecken und die Crew um Captain Picard (vollständig!) in Aktion zu erleben. Die Handlung aber vergessen wir am besten schnell wieder.