"Der rote König" ist die Fortsetzung des ersten "Titan"-Romans "Eine neue Ära": Die Titan, unter dem Kommando von Captain Riker, hat es zusammen mit einer romulanischen Flotte durch die "große Blüte", eine Raumanomalie, die durch die Explosion von Shinzons Talaronwaffe entstanden war (vgl. Film "Nemesis"), in eine fremde Galaxie verschlagen.
Dort leben die Neyel, eine Spezies, die von irdischen Menschen abstammt, die im 21. Jahrhundert dorthin verschollen waren. Die Raumanomalie droht sich auszuweiten und damit nicht nur die Heimatwelt der Neyel, sondern im schlimmsten Fall das gesamte Universum, zu verschlingen. Rikers Raumschiff Titan muss nun mit den Romulanern kooperieren, um die Heimatwelt der Neyel zu evakuieren, nach Hause zurückzukehren und die Anomalie wieder zu verschließen.
Dabei befindet sich immer noch Admiral Leonard James Akaar an Bord. Er und Commander Tuvok waren 82 Jahre zuvor, noch unter dem Kommando von Captain Sulu, bereits in diesem Teil des Universums gewesen (nachzulesen im bisher nicht auf Deutsch erschienenen Roman "Lost Era: The Sundered"). "Der rote König" stellt somit eine Fortsetzung dieses Romans dar.
Leider kann der Roman nicht wirklich überzeugen. Es scheint so, als würden die Autoren den Faden der Haupthandlung immer wieder verlieren und nur leidlich wieder aufnehmen, indem sie immer wieder unbedeutende Nebenschauplätze in die Handlunge einfügen, die aber jeweils nicht befriedigend abgeschlossen werden: Der Streit zwischen Akaar und Tuvok inklusive Rückblende, ein getarntes Klingonenschiff, die vielen Crewmitglieder der Titan. Die Haupthandlung ist eher berechenbar, um nicht zu sagen langweilig. Der Stil ist an manchen Stellen unfreiwillig komisch oder melodramatisch, was teilweise aber auch an der Übersetzung liegen mag.
Dennoch ist der Roman nicht völlig schlecht. Er liest sich flüssig und etliche Charakterszenen sind durchaus gelungen, wenn auch besondere Höhepunkte fehlen. Es bleibt nur der Eindruck, die Autoren wussten nicht genau, auf welchen Strang sie sich nun konzentrieren sollten, so dass ein leeres Gefühl zurückbleibt.
Zur "technischen" Seite: Der Einband vom Cross Cult-Verlag macht wie gewohnt einen sehr guten Eindruck. Jedoch fällt negativ auf, dass die bei vielen Veröffentlichungen dieses Verlages eher nachlässigen Übersetzer bzw. Lektoren in diesem Fall ganz besonders geschlafen haben müssen: Insbesondere Kommafehler nehmen in "Der rote König" dermaßen Überhand (geschätzt ohne Übertreibung mindestens vier pro Seite, dazu teilweise grausamster Art), dass man fast schon Fremdscham zu empfinden gezwungen ist.
Alles in allem durchschnittliches Mittelmaß, das nicht an den ersten Roman der Reihe heranreicht.