Da Star Trek eine durchaus menschliche Erfindung ist, ist es nicht verwunderlich, dass sämtliche Alienkulturen reale Vorbilder haben. Die Cardassianer wurden im Fandom häufig als Nazi-Deutschland bezeichnet. Dies fällt besonders hier in diesem Band auf.
Band 1 von Terok Nor hat die Okkupation beschrieben, wie man sie sich nicht vorgstellt hatte. Zunächst glaubte man, dass die Besetzung Bajors gewaltsam stattgefunden hat. Band 1 hat jedoch die einzig nachvollziehbare Variante gezeigt: eine schleichende, heimliche Besetzung ohne dass es jemand merkte. Und als es auffiel, war es zu spät und die Besatzung gefestigt.
Band 2 hat die Festitung der Okkupation bereits in ihrer "Blütezeit" gezeigt. Odo wird entdeckt, die Raumstation Terok Nor wird erbaut. Der Orden von Oralius beginnt vom Neuen sich zu formieren. Und Dukat wird seine Geliebte Kira Meru los, lässt sich aber im Hintergrund es sich nicht nehmen, deren Familie zu versorgen.
Band 3 schildert letzten Endes die letzten Jahre der Okkupation. Hier fallen einige Punkte auf. Die Cardassianer werden hier wie selten zuvor mit Nazi-Deutschland verglichen. Dr. Crell Moset nimmt Untersuchungen mit tödlichen Ausgang an noch lebenden Bajoranern vor. Dabei ist er immer recht emotionslos, sieht sogar nicht den Horror seines Tuns ein. Insbesondere hat er vor, sämtliche Bajoraner durch Injektionen zu sterilisieren. Er geht davon aus, dass nach der Ausbeutung Bajors dort eh alle verhungern werden und glaubt, es sei die einzige moralisch richtige Lösung. Frühere Versuche führten zu vermehrten Krebsleiden.
Das Zentralkommando saugt Bajor komplett leer. Die cardassianische Heimatwelt hat vor einigen Jahrhunderten wohl floriert, aber durch ökonomisches Fehlverhalten und womöglich auch eine Naturkatastrophe liegt die Wirtschaft Cardassias brach. Sie sind auf fremde Exporte angewiesen um überhaupt überleben zu können. Staat und Militär sind für Cardassia daher alles.
Gul Dukat hingegen sieht sich in seiner perversen Selbstüberschätzung als "Übervater" der Bajoraner, der seine "Kinder" beschützen möchte. Nach seiner Ansicht hat er durchaus hehre Motive. Es ist fraglich, ob er tatsächlich von den Ergebnissen weiß, die im Hintergrund bei Moset laufen. Nichtsdestotrotz vergnügt er sich auch mit den "Vorzügen" Bajors. Nachdem er bereits Meru zu seiner Geliebten gemacht hat, hat er sich nun Nerys erwählt. Diese wird bei einem Mord an einem Kollaborateur erwischt.
In der Zwischenzeit verlässt Odo Dr. Pol und unterstützt mit dessen Wissen die Widerstandsbewegung. Dukat lockt ihn nach Terok Nor und ernennt ihn zum neuen Sicherheitschef, sehr zum Unglück von Quark, der in diesem Band sein Etablissement eröffnet und Dr. Natima Lang betrügt.
Ganz besonders ärgerlich ist die anfängliche Haltung der Föderation. Sie schaut zu und interessiert sich nicht für Okkupation. Kein Wunder, dass die Bajoraner den Einzug der Föderation mit äußerstem Argwohn betrachten. Elias Vaughn taucht mit einem ersten Blick auf die Föderationshaltung auch recht spät nach über 200 Seiten in dem Band auf.
Der Roman ist schon etwas Besonderes. Er verknüpft sowohl die Handlungen und Personen aus den ersten beiden Romanen mit den bekannten Ereignissen aus der Serie DS9 über die bekannten und nicht so bekannten Vorgänge auf Terok Nor und führt zum logischen - und bekannten - Ende mit einer Vorschau auf das, was kommt...