Mit "Star Trek - The Next Generation: Widerstand", erscheint das zweite Buch der neuen Buchreihe und gleichzeitig der erste Band um die Abenteuer von Captain Picard, der nach den Ereignissen des zehnten Kinofilms spielt. Die Crew hat den Verlust des Androiden Data und den Weggang von Commander Riker und Counselor Troi zu verkraften. Dem Leser werden bereits zu Beginn neue Charaktere präsentiert, die die offenen Stellen besetzen. Diese werden gut vorgestellt und beleuchtet.
Negativ fällt jedoch die völlig konstruierte Handlung auf. So lehnt Admiral Janeway einen direkten Kampf gegen die Borg durch die Enterprise ab, obwohl sie durchaus von Picards Verbindung zum Kollektiv und der knapp bemessenen Zeit weiß. Gerade Janeway hat Dutzende von Borg-Kontakten gemeistert und weiß um deren Gefährlichkeit. Auch "Locutus-Idee" von Picard ist völlig abwegig, hätte es zuvor doch noch eine breite Palette an Möglichkeiten gegeben, die der Captain hätte ausschöpfen können. So ist das Ende des Kampfes vorhersehbar und ebenso jedes Opfer der Crew. Immerhin in einem Fall gelingt es dem Autor, den Tod eines Protagonisten tragisch und schmerzhaft darzustellen.
Die Handlung fließt jedoch zäh vor sich hin und an kaum einer Stelle kommt Spannung auf. Der Leser sieht sich mit dem seitenlangen Innenleben der Handlungsträger konfrontiert und kann Gedankengänge verfolgen, die unlogisch und in die Länge gezogen sind. Bei der Schwesterserie "Deep Space Nine" hat die Fortführung besser funktioniert. Es wird versucht, die Borg wieder ins Spiel zu bringen und eine bedrohliche Geschichte zu entwickeln, die den alten Feind in neuer Stärke erstrahlen lässt. Ein Versuch, der misslungen ist.
Fazit:
Eine konstruierte Handlung, hölzern und unlogisch agierende Charaktere und ein vorhersehbares Ende verderben den Lesespaß am zweiten Band der "Next Generation"-Serie. Die Fortführung der Geschichte nach dem zehnten Kinofilm ist J. M. Dillard nicht gelungen.