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1988 in Produktion gegangen, erzählt die zweite Staffel von neuen Abenteuern des Raumschiffes Enterprise. Captain Picard und seine Crew treffen auf Außerirdische mit einem Hübbelchen auf der Nase oder Stirn -- und es gilt, das Problem der Woche zu lösen. Zwar gibt es einige wirklich gelungene Episoden ("Sherlock Data Holmes": Data erschafft beim Holodeck-Spiel versehentlich einen Superschurken, der eine eigene Persönlichkeit entwickelt und kein Schurke mehr sein will; "Der Austauschoffizier": Riker als Offizier auf einem Klingonenkreuzer), doch alles in allem plätschert die erste Hälfte der Staffel vor sich hin. Vor allem jene Zuschauer, die jenseits der Fan-Kreise stehen, fragten sich seinerzeit: Ist das alles? Stand Star Trek nicht für etwas Außergewöhnliches, für ein Konzept jenseits des alltäglichen Fernseheinerleis?
Genau diese Frage scheinen sich die Macher der Serie einst ebenfalls gestellt zu haben. Und so entstand eine Episode, die wegweisend für die gesamte Serie werden sollte: "Zeitsprung mit Q". Q, von den Menschen fasziniert, bietet der Enterprise einmal mehr ungefragt seine Hilfe an. Als Picard ihn brüsk von Bord verweist, schleudert Q die Enterprise in einen Quadranten, in dem noch kein Mensch zuvor gewesen ist. Hier zeigt er der Föderation ihre Grenzen und ihre Verletzlichkeit auf, denn er konfrontiert sie mit einem Gegner, der ihnen überlegen ist: den Borg. Das Auftauchen der Borg ist der Moment, der das Star Trek-Universum für immer verändert und aus einer netten eine herausragende Serie gemacht hat! --Christian Lukas
Auch die Präsentation hält sich mit Neuerungen in Grenzen. Die Episoden werden weiterhin per Menüs im Design der Enterprise-Konsolen angesteuert, welche zwar optisch leicht abgeändert wurden, was einem aber nur bei näherer Betrachtung auffällt. In Sachen Bildqualität gibt es wieder nicht allzuviel zu meckern, für eine Serie Ende der 80'er Jahre sieht das Film-Material weiterhin ordentlich aus und macht wie erwatet eine bessere Figur als bei der vorherigen Staffel, da der dort noch allgegenwärtige Rot-Stich beihnahe komplett eliminiert werden konnte. Beim Ton freuen sich weiterhin nur die englischen Fans über satten und komplett in Dolby Digital 5.1 abgemischten Raumklang, die Tonspuren in Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch sind weiterhin nur in kraftlosem Mono zu hören ... sei's drum, ab der nächsten Staffel ist immerhin mindestens Stereo-Ton für uns deutschsprachige Fans angesagt. An den zahlreichen Untertiteln wurde zum Glück nichts geändert. Auf der letzten DVD gibt es wie gewohnt 4 rund 15-minütige Making-Ofs mit ausführlichen Schauspieler- und Macher-Interviews, das ganze wird dazu noch von einem knapp 20 Minuten langen Blick in die Requisite ergänzt.
Inhaltlich hat sich die Serie im Vergleich zur Debut-Staffel um einiges weiterentwickelt, was sich positiv auf die Anzahl der sehenswerten Folgen auswirkt. Die Akteure haben sich in ihre Rollen eingefunden und liefern teilweise sehr gute Leistungen ab, das herausragende Schauspiel-Talent von Patrick Stewart blitzt immer wieder mal hervor. Auch die neuen Besatzungs-Mitglieder fügen sich nahtlos in die Enterprise-Riege ein: Die spröde Gates McFadden (Beverly Crusher) wird, leider nur für diese Staffel, durch die kess agierende Star Trek-Veteranin Diane Muldaur (Katherine Pulaski) abgelöst, und in einer wiederkehrenden Nebenrolle ist die Oscar-prämierte Whoopie Goldberg als außerirdische Barkeeperin Guinan vertreten. Am stärksten im Gedächtnis bleibt diese Staffel aber zweifellos wegen des ersten Auftritts der Borg, die sich mittlerweile zu den mit bekanntesten Bösewichten im SciFi-Genre entwickelt haben.
Auch wenn es hier und da mal einige Entgleisungen wie mit dem schwachen Finale "Shades of Grey" oder den Pubertäts-Problemen von Wesley Crusher in "Dauphin" gibt, überwiegt die Anzahl die gelungenen Folgen deutlicher als in Staffel 1 und reicht von gut ("Elementary, Dear Data","Hotel Royale") bis sehr gut ("The Measure of a Man","Q Who?","Time Squared"). Warum es diesmal nur 22 anstatt der üblichen 26 Folgen pro Staffel gibt, ist eigentlich recht einfach zu erklären. Trotz des größeren Budgets als in der vorherigen Staffel, durch welches bessere Effekte und wesentlich glaubwürdigere Sets ermöglicht wurden, haben die aufwedigen Arbeiten so viel Geld verschlungen, dass den Machern mitten in der Staffel die Zahlungsmittel ausgingen und es dazu noch wegen eines Autoren-Streiks kaum verwertbare Drehbücher gab. Der geplante Abschluß wurde über Bord geworfen und stattdessen bekam man mit "Shades of Grey" einen billig produzierten Schnellschuß zu sehen, welcher zum größten Teil aus alten Auschnitten und etwa den 3 gleichen Locations bestand und somit nach der gelungenen Folge "Peak Performance" dem Zuschauer wieder einen Dämpfer verpasst.
Was gäbe es nun abschliessend zu sagen? Nun denn, eigentlich wäre ich aufgrund von Präsentation und inhaltlicher Qualität gewillt hier wieder die 4 Sterne zu zücken, aber leider gibt es einige Faktoren, welche den Gesamteindruck doch einigermaßen nach unten reißen. Ok, dass es nun 4 Folgen weniger gibt als üblich kann man Paramount nicht ankreiden, doch warum verlangt man für im Endeffekt weniger Leistung wieder den gleichen Preis? Eine siebte DVDs hätte z.B. mit mehr Bonus-Material gefüllt oder für eine bessere Kompression der Videospur genutzt werden können (wer sich die Serie auf dem PC anschaut wird durchaus desöfteren mit MPEG-Artefakten konfrontiert). Wenn man dann aber schon den gleichen Stiefel wie üblich abliefert, hätte man zumindest ein paar Euro weniger dafür haben wollen ...
Trotz der ganzen Unzulänglichkeiten sollte man sich aber nicht beirren lassen, denn wer sich die erste Staffel als Einstiegsdroge gegeben hat, braucht auch die zweite Box. Wir sehen uns bei Staffel 3 wieder, bis dann.
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