"Star Trek: New Frontier- Kartenhaus" ist der Beginn einer mehrteiligen Star Trek Romanreihe, die zeitlich zwischen "Star Trek: Der erste Kontakt" und "Star Trek: Deep Space 9- Zu den Waffen" angesiedelt ist.
Sie beschreibt die Mission der neu zusammengesetzten Crew des Föderationsraumschiffes Excalibur (einem generalüberholten Schiff der Ambassador-Klasse)unter ihrem Captain Mackanzie Calhoun. Die Excalibur wird in den von Aufständen und Unruhen heimgesuchten Sektor 221-G entsandt, dem zusammengebrochenen Herrschaftsgebiet des Thallonianischen Imperiums. Dort soll sie die Entwicklungen für die Föderation beobachten und wenn nötig humanitäre Hilfe leisten.
"Kartenhaus" bildet als erster Band der neuen Reihe vor allem eine Einführung in die Mission und die neue Crew. Intensiv beleuchtet der Autor Peter David zunächst die erstaunliche Geschichte des späteren Kommandanten Calhoun aber auch auf die Vergangenheit von zwei weiteren Besatzungsmitgliedern, der Wissenschaftlerin Soleta und der Ärztin Selar, die einigen bereits aus "Star Trek: The Next Generation" bekannt sein dürfte. Auch wenn die eigentliche Geschichte durch diese Rückblenden nur schleppend Fahrt aufnimmt ist es jedoch keineswegs langweilig und sicherlich für den späteren Verlauf der Handlung noch von Bedeutung.
Der Übergang aus der Vergangenheit in die eigentliche Handlungszeit ist Peter David gut gelungen. Er lässt vor allem bekannten Charakteren wie Captain Picard und Botschafter Spock durch ihre Handlung eine Brücke durch das Bekannte in das Neue schlagen. Die spätere Crew der Excalibur wird schließlich nicht nur von neuen Charakteren, sondern auch altbekannten ergänzt, wie etwa dem neuen 1. Offizier Commander Shelby ("Star Trek: The Next Generation") aber auch Personen, die in anderen Star Trek Romanen eingeführt wurden. Dies alles macht einen Einstieg in die neue Reihe wenig befremdlich und verhilft zu einem guten Start und einer frühen Wiedererkennung mit einigen Besatzungsmitgliedern.
Die Zusammensetzung der Besatzung scheint dabei ein vielversprechende Mischung zu sein. Captain Calhoun ist sicherlich der ungewöhnlichste Raumschiffkommandant des Franchise. Sein unorthodoxer Führungsstil lässt bereits jetzt eine unterhaltsame Handlungszukunft zu. Auch die Tatsache, dass er mit seinem neuen ersten Offizier während der Akademiezeit verlobt gewesen ist, dürfte für interessante Dialoge und Entwicklungen sorgen. Gerade der ungewöhnliche Captain pflegt eine andere Wortwahl, als man sie bisher gewöhnt war. Seine spezielle Art und Weise bieten zum ersten Mal größere Möglichkeiten, den humoristischen, aber auch rabiten ASpekt etwas stärker herauszuarbeiten, ohne das die Star Trek Atmosphäre negativ beeinflusst würde. Vielmehr erscheint mir dies eine positive Richtung, auf deren Verlauf man gespannt sein kann.
Die Mission der Excalibur selbst steht in "Kartenhaus" zunächst hinten an. Erst zum Ende des Bandes erreicht sie ihren Zielsektor und beginnt ihre eigentlichen Aufgaben. Probleme und Herausforderungen, die in diesem Gebiet zu erwarten sind, wurden jedoch während des ersten Bandes bereits aufgezeigt und beleuchtet, so dass eine gute Grundlage für die nächsten Bände geschaffen wurde.
"New Frontier" bietet, sowohl was die Mission in einem von der Föderation unerforschten Gebiet als auch neue Charakteraspekte betrifft, wahrlich ein neues Spektrum an Möglichkeiten, das in den kommenden Episoden bearbeitet werden wird. "Kartenhaus" bietet hierfür einen ansprechenden und vielversprechenden Grundstein und verdient daher 5 Sterne sowie eine Empfehlung für alle Star Trek Fans auf der Suche nach neuen Geschichten, Charakteren und Herausforderungen des Star Trek Universums.