Es handelt sich hier um den sechsten Band des TNG-Relaunch. Ich war positiv überrascht, da ich von den Vorgängerbänden eher enttäuscht war.
Das Buch setzt unmittelbar nach der Borg-Invasion (Star Trek Destiny) an. Auf der Erde feiert man immer noch den Sieg über den schlimmsten Feind der Föderation, aber die Freude währt nicht lange. Ein Großteil der Föderation wurde von den Borg heimgesucht, viele Welten liegen in Schutt und Asche, Milliarden Föderationsbürger verloren ihr Leben und viele Millionen "Glückliche" die dem Armageddon entkommen konnten sind nun heimatlos, irren durch die Weiten des Alls auf der Suche nach einer neuen Heimat. In dieser prekären Situation kommen plötzlich Konflikte zwischen den verschiedenen Föderationswelten auf, die Flüchtlinge sind nirgends gerne gesehen, die meisten Welten, die von den Borg verschont geblieben sind kümmern sich um eigene Belange und verweigern den Flüchtlingen Asyl. Die Föderation stand nie zuvor vor solch einer ungewissen Zukunft, hatte noch nie solch internen Differenzen.
Dr. Beverly Crusher von der Enterprise wird als Sondergesandte auf die Wasserwelt Pacifica geschickt, um sich dort ein Bild von der Flüchtlingsituation vor Ort zu machen und Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Aber die Probleme lassen nicht lange auf sich warten... Währenddessen bekommt die Enterprise den Auftrag, nach verschollenen Flüchtlingsschiffen zu suchen, was zwar keine angenehme, aber dennoch notwendige Aufgabe für Cpt. Picard ist.
Es stehen wieder einzelne Charaktäre im Mittelpunkt, allen voran Dr. Beverly Crusher, welche sich mit dem Leid und Elend der Flüchtlinge auseinandersetzen muss, während sie selbst schwanger ist und sich fragt, in welche Welt sie ihren Nachwuchs setzen wird. Es gibt auch immer wieder Rückblenden, als sie eine junge Frau war und ihren Sohn Wesley auf die Welt brachte, damals stand sie ständig im Konflikt, ob sie ihre Karriere vorantreiben soll, oder zuhause bei ihrem Sohn bleiben soll.
Ebenfalls im Mittelpunkt steht Lt. Choudhury, die Sicherheitschefin der Enterprise, deren Heimatwelt Deneva vollständig von den Borg zerstört worden ist. Sie muss nun mit dieser radikalen Veränderung ihres Lebens zurecht kommen, außerdem weiß sie nicht, ob es ihre Familie geschafft hat, Deneva rechtzeitig zu verlassen.
Cmdr. Kadohata ist ebenfalls in der Zwickmühle, ob sie dem Ruf der Sternenflotte folgen soll und beim Wiederaufbau helfen soll, oder bei ihrer Familie bleiben soll, welche enorme Probleme damit hat, dass sie fast das ganze Jahr viele Lichtjahre von der Heimat und Familie entfernt ist.
Ich habe den Roman sehr schnell gelesen, er lässt sich flüssig dahinlesen. Die Stimmung ist die ganze Zeit sehr düster gehalten. Es wird genau darauf eingegangen, wie die Föderation mit dieser neuen, bedrohlichen Situation umgeht, die Situation von vertriebenen Flüchtlingen im 24. Jhd. wird auch genau beschrieben, mit all den Problemen, aber auch kleinen Hoffnungsschimmern. Leider wie in allen anderen bisher erschienen Relaunch-Romanen, ist Geordie LaForge wiedermal nur ein blasser Nebendarsteller, welcher nur ein paar Mal erwähnt wird, aber keinen wirklichen Auftritt hatte.
Das Buch ist genauso wie "Einzelschicksale" ein Epilog auf die Destiny-Trilogie, welche das Star Trek Universum völlig durcheinander gebracht hat.