Viele Leute sind der Meinung, dass Star Trek mit der Serie Deep Space 9 gestorben sei und die Nachfolger Vojager und insbesonders Enterprise nur noch billige Abklatschserien von Star Trek sind.
Das problem hierbei ist keinesfalls bei den Schauspielern zu suchen, die allesamt, sowohl bei Vojager als auch bei Enterprise ihre Sache sehr gut machen und überzeugen.
Das Problem ist meiner Meinung nach dass, das nach TNG und DS9 die Erwartungshaltung sehr groß war. Vojager verschwunden im Deltaquadranten versprach eine Menge neuer Themen und viele wurden erstmal enttäuscht. Altbekanntes wurde gezeigt, nett umgesetzt aber jedenfalls nicht das, was man sich von einem Raumschiff im Deltaquadranten erwartet hätte.
Vojager drohte oftmals die Absetzung, dies konnte aber immer wieder verhindert werden, weil sich die Fans stark gemacht haben. Die Drehbuchautoren mussten sich nun etwas einfallen lassen und ja, sie taten es und Vojager wurde immer besser. Aber trotzdem im Prinzip altes Neu aufbereitet, aber sehr gut gemacht. Ich bin ein echter Fan dieser Serie.
Kaum war Vojager aus dem Deltaquadranten zurück und somit die Serie am Ende angelangt, kam schon die nächste Star Trek Serie namens Enterprise. Diese Serie soll den Beginn der pre Kirk Ära aufzeigen und man erlebt mit wie schwierig alles am Anfang gewesen sein musste, als man die Vulkanier noch quasi um Erlaubnis bitten musste, ein Raumschiff ins All zu bringen. Aus diesem Grund wird Captain Archer (der Captain dieser Enterprise, die mit den anderen Enterprise Raumschiffen im Design allenfalls die Warpgondeln gemeinsam hat) eine Vulkanierin zur Seite gestellt, die dafür sorgen soll, dass der Captain seinen vorgeschriebenen Kurs nicht allzu oft verletzt. Schnell wird aus dieser Vulkanierin (sehr sexy, Jolene Blalock) ein stiller Bewunderer von Archer und den Menschen und somit ein vollwertiges Mitglied der Crew.
Man sieht also eine Serie, die den schwierigen Anfang der Warp Flüge zeigt und wie es am Ende zur Gründung der Federation kommt.
Am Anfang ging es mir so. Ich schaute einige Folgen und konnte damit nichts so recht anfangen. Man war gewöhnt an Captain Kirk, Picard, Sisko und Janeway die alle eines gemeinsam hatten. Sie spielten in einer Zeit, wo man die Sternenflotte bereits kennt und die Kirk Enterprise zwar auch erheblich früher als TNG, DS9, Vojager aber dennoch in einem übergreifenden Zeitrahmen. Hier fällt die Serie Enterprise auch gänzlich raus, auch die Titelmusik ist nicht mehr martialisch Orchestral bzw. Instrumental, nein hier wird ein richtiges Lied gesungen. Laut Berichten aus den USA sollen alleine wegen des Titelliedes (was eigentlich wirklich sehr gut gelungen ist), einige Leute den Fernseher abgeschaltet haben.
Man konnte sich mit disen ganzen neuen Figuren und deren Anfängen nicht sor recht anfreunden. Man fragte sich, warum bringen die so eine Serie nach den ganzen anderen Star Trek Serien?
Nachdem man bereits im Deltaquadranten war und sehr viel Technik erlebt hatte, soll man sich nun eine Serie antun, die praktisch im Enterprise Steinzeitalter spielt?
Ich habe ca. 10 Folgen gebraucht um mich langsam an alles zu gewöhnen und viele Leute waren dazu offensichtlich nicht bereit, so wurden es immer weniger. Selbst eingefleischte trekkies kehrten dieser Serie den Rücken, aber warum?
Einfache Antwort, die Macht der Gewohnheit. Diese Serie reisst uns förmlich aus einer Welt von liebgewordenen Figuren, von Charakteren mit denen wir mitgelitten oder uns mitgefreut haben.
Als DS9 zu Ende ging sollen sehr viele Zuschauer sprachlos am Bildschirm gesessen sein und Tränen in den Augen gehabt haben (in den USA, laut Medienberichten), so sehr hat man sich im Laufe der Zeit mit den Darstellern identifiziert.
Der Punkt ist, dass diese Serien allesamt 7 Jahre liefen. Eine sehr lange Zeit wo ein Mensch eine emotionale Beziehung aufbaut. Wenn es nicht mehr da ist, dann vermisst man etwas.
Jetzt sollte man sich also umgewöhnen und das so schnell nach Ende von DS9 und Vojager.
Das konnte nicht gut gehen. Sie hätten danach mindestens 3 Jahre warten sollen, dann wäre die Serie auch ein Erfolg geworden, da bin ich sicher. Schade ist jedenfalls, dass Enterprise die einzige Star Trek Serie ist, die ihr eigentliches Ende nicht erleben durfte und bereits nach der 4 Staffel eingestellt wurde.
Die Serie ist übrigens sehr gut und absolut zu empfehlen. Mittlerweile finde ich Enterprise als eine der Besten Sci-Fi Serien überhaupt und die Charactere hat man im Laufe der Zeit ebenfalls liebgewonnen.
Ich finde es bedauerlich wenn hier einige Schreiberlinge anführen, dass Enterprise keine richtige Star Trek Serie sei und die Schauspieler schlecht seien. Das ist schlicht und einfach falsch. Enterprise ist eine Serie, der es am Anfang an mehr Mut mangelt und man versucht auch hier alt Bekanntes zu zeigen aber mit einem anderen Deckmantel.
Ab der 2 Staffel wird sie besser und die 3 und insbesondere 4 und letzte Staffel gehören mit zum Besten was das Star Trek Universum zu bieten hat.
Von mir eine ganz klare Empfehlung