Eine Bewertung für einen Sammelband abzugeben ist eigentlich nicht möglich, besonders, wenn es sich um drei eigenständige Romane von unterschiedlichen Autoren handelt, die zusammengefaßt wurden.
Dass die Romane der offiziellen Star Trek-Geschichte zuwider laufen, ist alleine deswegen schon nicht verwunderlich, da der US-Verlag Pocket und Paramount noch NIE auf eine Kontinuität geachtet haben (selbst innerhalb der Romane ist diese nicht vorhanden). Im vorliegenden Fall jedoch gehören die drei Romane zu den ältesten Büchern zur Classic-Serie und wurden tlw. zu einer Zeit veröffentlicht, zu der selbst "Next Generation" noch nicht über die Bildschirme geflimmert war und es noch gar keine offizielle Geschichte gab.
Von den drei Romanen ist "Die erste Mission" das Glanzstück (5 Sterne) und zählt zu den absoluten Highlights aller ST-Romane. Alle Charaktere besitzen einen unglaublichen Tiefgang, den normalerweise ST-Romane leider nur zu oft vermissen lassen. Die erste Begegnung Kirks mit seiner neuen Crew (die er im Buch mit 29 hat, "offiziell" jedoch erst mit 31) wird von beiden Seiten perfekt und glaubhaft geschildert, angefangen von den Vorbehalten gegeneinander über den Hintergrund der Kommando-Übergabe. Fans der Classic-Serie werden viele Querverweise entdecken. Nicht-Fans bleibt immer noch eine äußerst spannend erzählte Geschichte.
Das zweite Buch (4-5 Sterne) spielt auf mehreren Handlungsebenen und ist auch äußerst lesenswert, kann jedoch nicht ganz den Charme des ersten Buches erreichen. Besonders auffallend bei diesem Sammelband ist der unterschiedliche Erzählstil der jeweiligen Autoren. Hauptangelpunkt ist die Notlandung einiger Vulkanier, BEVOR die Erde Kontakt mit ihnen aufgenommen hat. Auch hier wird vielen Faktoren der eigentlichen ST-Geschichte widersprochen.
Das letzte Buch (2 Sterne) ist am uninteressantesten, da hier praktisch niemand bekanntes auftaucht. Die Figur des Captain April wurde nicht erfunden, vielmehr taucht er in der oft vergessenen ST-Zeichentrickserie von 1972 auf.
Die von Archer kommandierte Enterprise ist ein ganz anderes Schiffs-Modell als das unter April/Pike/Kirk, so dass eigentlich gerade hier am wenisten Widersprüche zu finden sind.
Insgesamt ist der Sammelband für Classic-Fans sehr empfehlenswert, da hier einige der Glanzstücke der Romangeschichte zu neuem Ruhm gelangen. Dass vieles Teile der fiktiven Geschichte inzwischen anders verlaufen, sollte hier nicht stören, da die Handlungen in sich schlüssig sind und gute Unterhaltung bieten.