Nach dem ersten Buch der beiden Autoren (40 Jahre STAR TRREK), wartete ich voller Spannung auf das Erscheinen von STAR TREK IN DEUTSCHLAND).
Was ich dann in die Hände bekam,löste eine zwiespältige Reaktion in mir aus. Für mich als Fan der Serie (seit 1982), gab es einerseits relativ wenig Neues (da ich auch vorher schon viel über die Hintergründe der Eindeutschung von Star Trek gewußt habe).
Andererseits fand ich in dem Buch auch immer wieder interessante Details und Anekdoten, die auch mir neu waren.
Für Fans, die nur über wenig Hintergrundwissen verfügen, bietet das Buch eine Fülle von interessanten Informationen über die (Bearbeitungs) Geschichte von ST in Deutschland.
Was mit allerdings unangenehm auffiehl, ist der Umgang der Autoren mit der zeitgenössischen Kritik der Medien an Star Trek.
Da werden (zum Teil tatsächlich), haarstreubende Artikel aus den Print-und TV-Medien rezitert, die in ihrer trivialität für sich sprechen. Allerdings liefern die Autoren dermaßen viele Retour-Kutschen als Antwort auf diese Artikel, die in ihrem Niveau oft den angeprangerten Stil der jeweiligen Berichte in nichts nachstehen.
Da werden Moderatoren wie S. Maischberger simpel als arrogant abgestempelt und beinahe jeder, der es wagt, etwas kritisch oder gar ironisch mit dem Phänomen Star Trek umzugehen, bekommt eine Abfuhr erteilt.
Das wirkt auf die Dauer trotzig und billig.
Wirkungsvoller wäre es gewesen, die Autoren hätten die jeweiligen Berichte besser unkommentiert gelassen (da sich diese Artikel oft selber diqualifizieren) und sich nicht dauernd als "Rächer der Trekkies" aufgeführt.
Da werden beispielsweise Talkshows mit Trekkies zitiert, an deren Ausstrahlung ich mich noch selber gut erinnern kann.
Auch wenn es wahr ist, dass diese Sendungen in der Regel IMMER darauf abzieheln, ihre Gäste nicht besonders positiv darzustellen, muß ich sagen, dass einige der Trekkies damals auch auf mich den Eindruck machten, nicht ganz "beieinander" zu sein.
Da ich auch tatsächlich "Hardcore"-Trekkies in meinem Leben kennengelernt habe, weiß ich, dass es sich bei einigen wirklich um etwas seltsamme (und höflich gesagt, schwierige) Menschen handelt.
Doch die Autoren vermitteln den Eindruck, das es sich durchweg um Menschen handelt, die allein durch die Ignoranz ihrer Umwelt, zu armen, mißverstandenen "Opfern" und der Lächerlichkeit preisgegeben werden.
Ohne Frage ist die Qualität vieler journalistischer Beiträge über ST in der deutschen Presse oft durch Ungenauigkeit und übermäßiger Kritik gekennzeichnet.
Allerdings darf man sich auch nicht wundern, dass für viele "Normalbürger" der Unterhaltungswert von ST (vor allem der späteren Spielfilme), tatsächlich nicht besonders groß sein dürfte.
Das da manches etwas altbacken und schwerfällig wirkt (z.B. in ST V und VI), darf man ruhig so stehen lassen und braucht den Autoren dieser Artikel deshalb nicht gleich zu disqualifizieren.
Alles in Allem ist dieses Buch empfehlenswert, da es so gut wie alle Reaktionen in Deutschland auf Star Trek aufzeichnet.
Doch leider wirken die beiden Autoren in ihrer Rolle als "Retter der Verschmähten" sehr anstrengend und ihre (oft bemüht ironisch wirkenden) Kommentare entbehren jeglichen Humors und ermüden den Leser irgendwann.