Kurz vor dem Dominionkrieg trifft die U. S. S. Defiant bei einer ihrer seltenen Erkundungsmissionen im Gammaquadranten auf das abgestürzte Wrack der NX-02, Columbia. Die Crew ist nicht an Bord. Zwar hat niemand erwartet, nach 200 Jahren Überlebende zu finden, aber es können auch keine organischen Rückstände an Bord entdeckt werden. Leider muss die Forschungsmission abgebrochen werden, da sich Kriegsschiffe der Jem'Hadar nähern.
Aventine
Einige Jahre später steht erneut ein Dax-Wirt auf dem Wrack. Ezri Dax ist amtierender Captain der Aventine geworden. Die Ränge hat die junge Trill übersprungen als bei der Verteidigung des Acamar-Systems sowohl der Captain als auch der erste Offizier verstorben sind. So konnten sie und Sam Bowers das neue Gespann bilden. Die Erkundungsmission ist ihr von der Admiralität erlaubt worden. Sie glaubt, dass die Entdeckung des Rätsels wie die NX-02 in den Gammaquadranten kam, dabei helfen könnte, den Borg einen taktischen Vorteil zu nehmen. Die Kuben tauchen ohne Vorwarnung im Herzen der Föderation auf und zerstören Basen und Welten. Doch kommt man des Rätsels Lösung kein Stück weiter. Die Admiralität beordert die Aventine zurück. Diesen Befehl kann sie jedoch nicht nachkommen. Etwas an Bord der Columbia hat überlebt...
Columbia
200 Jahre zuvor begleitet die Columbia einen Konvoy. Sie wird dabei von romulanischen Schiffen aus dem Hinterhalt angegriffen, die ihre Steuerung übernehmen. Hilflos muss Captain Erika Hernandez mitansehen, wie ihr Schiff den Konvoy vernichtet. Bevor sich die Romulaner jedoch die Columbia vornehmen können, kommt der Crew eine Idee. Sie täuschen die Zerstörung vor und fliegen mit Impulsgeschwindigkeit vondannen. Ohne Möglichkeit eine Subraumnachricht abzusenden oder den Warpantrieb zu reparieren sind sie in der endlosen Weite des Alls gestrandet. Durch Auslastung des Impulsantriebes mittels eines Tricks können sie den nächsten Planeten binnen weniger Monate erreichen. In der Realzeit vergehen jedoch insgesamt 12 Jahre. Hernandez` Plan wird nicht von jedem gutgeheißen. Insbesondere die MACOs unter dem Kommando von Major Foyle sind gegen den Plan und wollten zur Erde zurückfliegen...
Enterprise
Picard hört die Borg. Mit den Transphasentorpedos gelingt es zwar die Kuben auszuschalten, aber die Menschen kommen immer später zu den Orten des Geschehens. Meistens ist schon alles gelaufen und die Zivilisationen vernichtet. Hin und wieder gelingt es einem Starfleetschiff unter großen Opfern und teilweise in Kamikazeattacken den einen oder anderen Kubus auszuschalten. Der Captain weiß, dass er die Invasion, die bevorsteht, nicht aufhalten kann und denkt bereits daran, sich seinem Schicksal zu fügen, was seine Frau Beverly und der Rest des Seniorstabes um Worf und LaForge mit großer Besorgnis zur Kenntnis nimmt...
Kritik:
Destiny hat für Furore gesorgt. Obwohl die Handlung so große Wellen geschlagen hat, dass sie auf jeden Relaunch Auswirkungen hat, ist der Ausgangspunkt geradezu einfach. David Macks Spektakel geht auf ein einziges erstelltes Bild für den Kalender Ship of the Line zurück, das die auf einem Wüstenplaneten abgestürzte Columbia zeigt. Damit ist die Story geboren worden. Damit widerspricht sie natürlich Captain's Pleasure", die zweite Ausgabe der Reihe von IDW The Space Between", die nahelegt, dass die Columbia intakt - offenbar in einem Museum - bis zum Jahre 2296 überstanden hat. In diesem Jahr wurde ein Shuttlepod von ihr gestohlen und es wurde von Jean-Luc Picard bei einer Ausgrabungsstätte 2368 gefunden. Ferner widerspricht es der TOS Kurzgeschichte Make-Believe", in der die Columbia noch 2159 das Algenib-System untersucht und einige leblose Planeten erforscht. Wenn man sich die Story vor Augen hält, gleicht der lateinische Text des Columbia Abzeichens Audentes Fortuna Juvat" (in etwa Glück bevorzugt den/die Mutigen") blanken Hohn und macht das Ganze umso tragischer.
David Mack kennt sich zwar gut im Star Trek Universum aus, er macht jedoch einen (Flüchtigkeits-?)Fehler. Picard wurde nicht am nächsten Tag befreit, als er Locutus war, der DS9 Pilotfilm zeigt zu Anfang die Schlacht bei Wolf 359 auszugsweise. Davor wurde festgestellt, dass Picard für ganze sechs Tage entführt worden ist.
Negativ fällt ins Gewicht, dass die MACOs relativ schnell dabei sind, sich den Befehlen des Captains entgegenzustellen und dass sie ziemlich fies dargestellt werden. Sicherlich hat bereits Enterprise bei dem MACOs einen anderen Zusammenhalt gezeigt, als dies bei der erforschenden Sternenflotte gewesen ist. Schließlich hat Enterprise noch keine Föderation gehabt, so ist es nicht verwunderlich, dass es ein gesondertes Militär gab, nämlich die MACOs, die sich genau wie die Marines als perfekte Soldaten auswiesen und für den Kampf geboren waren. Es zeigt auch, dass die Erde einer anderen Ära unterworfen war. Die Sternenflotte war auch eine andere. Die Menschen waren zwar geeint, jedoch gefährdeten die ständigen Bedrohungen ihre Integrität und Moralvorstellungen. Man denke an den Entereinsatz auf ein unbeteiligtes Schiff durch Captain Archer oder diverse Folterszenen in bester Guantanamo-Manier in der Serie bzw. in dem ersten Relaunchroman Last Full Measure". Schließlich ist Enterprise auch zu einer Zeit entstanden, als die USA nach dem 11. September 2001 in eine extreme kriegerische Situation geschlittert sind. So haben die MACOs in Destiny 1 kaum Sympathieträger unter sich, sind perfekte Befehlsempfänger, kaltblütig und berechnend. Da ist es dann auch egal, wenn Städte und Millionen von Lebewesen draufgehen.
Demgegenüber steht Captain Hernandez, bei der man gleich spürt, dass sie einen anderen Schlag Captain als bisher gesehen darstellt. In Destiny 1 scheint sie sich ziemlich schnell unterzuordnen, gibt zu schnell auf. Dies soll Band 2 noch relativieren, allerdings zeichnet sich hier eine recht rasche Kapitulationsbereitschaft bzw. Resignation aus. Dieselbe Resignation macht hier ausgerechnet Jean-Luc Picard durch. Bevor er verheiratet war und ein gemeinsames Kind mit Beverly erwartete wurde aus dem so sonstigen Forscher eine Art Gelegenheitsrambo, ein kaltblütiger Killer, der ohne Rücksicht auf Verluste über Leichen geht, wie man in First Contact" gesehen hatte. Hier schwankt der Captain zwischen Borg ausradieren" und Resignation hin und her.
Viele merken bestimmt negativ an, dass der Roman an vielen Orten spielt, viele Personen und Schiffsbesatzungen beinhaltet. Gerade das ist eine der Stärken des Romans. Wie oft habe ich mich schon darüber aufgeregt, dass die Enterprise das einzige Schiff im ganzen Föderationsraum ist, dass die Vernichtung des Universums und aller anderen Paralleluniversen, Dimensionen und was weiß ich noch verhindern muss. Einfach lächerlich. Hier gibt es verschiedene Gesichtspunkte, unterschiedliche Stories zu erzählen, die doch alle ineinander laufen.
Während die Aventine mit Captain Dax frischen Wind ins Star Trek Universum treibt, sieht unsere Altherrenriege sehr alt aus. Ezri Dax hätte ich kein Kommando zugemutet. Viel zu oft hatte ich mich gefragt, wer führt jetzt eigentlich, Dax oder der Wirt? Wie eine Symbiose sah es in vielen Folgen gerade nicht aus, da diverse Situationen und Ausgangspunkte gerade vom Symbionten vorbestimmt zu sein schienen. So mauserte sich die schüchterne Dax nach und nach in einen ordentlichen Offizier und schnellte die Karriereleiter nach oben. Es stellt sich mir ferner die Frage, ob es Ezri Tigan auch ohne den Symbionten gelungen wäre. Aber in Destiny ist sie eher kein Problem. Sympathisch und souverän meistern Bowers und sie als neues dynamisches Duo viele Probleme und gehen selbst bei aussichtslosen Situationen in die Bresche, was sich insbesondere im Folgeband zeigen wird. Dahingegen verlieren sich Riker und die zuweilen hysterische Troi in zugegebenermaßen verständlichen familiären Problemen und lassen genau dies auf ihren Dienst einwirken, was bereits Akaar und Vale befürchtet haben. Zwar ist die Erklärung plausibel weshalb Troi und Riker kein Kind zeugen können, das hatte mich ja schon bei der Problemstellung überhaupt gewurmt, man denke zurück an Ian Andrew und Lwxana, aber hier machte der Kunstgriff dann Sinn. Allerdings ist die Geschichte um die Titan-Besatzung die noch lahmste unter den ganzen Handlungssträngen.
Das Ganze wird abgerundet mit kürzeren aber wichtigen verschiedenen Einblicken auf die Erde, verschiedenen Starbasen und Schiffen. Insbesondere macht sich innerhalb der Destiny-Reihe eine bedrückende noch nie so dagewesene Schwere spürbar, die den Dominionkrieg wie eine Buddelkistenklopperei aussehen lässt. Teilweise fragt man sich, warum die Admiralität die Transphasentorpedos nicht überall hin verteilt, weil sie tatsächlich eine schwere Waffe gegen die Borg sind. Wie sich jedoch zeigt, aus gutem Grund...
Fazit:
Für mich stellt Destiny 1 bislang den besten Cross Cult Roman dar.