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Die vierte Staffel beginnt mit einem Paukenschlag, das heißt eigentlich gleich mit zweien: Der zweiteilige Staffelauftakt "Der Weg des Kriegers" ist eine der besten DS9-Folgen überhaupt. Paranoia macht sich breit, da die Gestaltwandler überall und nirgends sein können. Die Klingonen greifen Cardassia an, da sie glauben, dass der Planet insgeheim vom Dominion übernommen worden ist. Worf (Michael Dorn), der als neuer Waffenoffizier auf die Station kommt, versucht vergeblich zu vermitteln: Kanzler Gowron löst den Friedensvertrag zwischen der Föderation und den Klingonen. Es kommt zur Schlacht!
Neben den großartigen Action-Momenten zeigt eine Episode wie "Der Besuch", dass die Macher von DS9 auch die Meister der leisen Töne sind. Die sehr persönlich gehaltene Folge setzt sich auf dramatische Weise mit dem Verhältnis von Sisco und seinem Sohn Jake auseinander. Dagegen ist die Episode "Kleine grüne Männchen" einfach ein köstlicher Spaß. Quark, Rom und Nog landen durch einen Sabotageakt auf der Erde im Jahr 1947: in Roswell, New Mexiko! In der Holodeck-Folge "Unser Mann Bashir" gibt Dr. Bashir äußerst charmant und überzeugend den Top-Spion à la James Bond und "Der zerbrochene Spiegel" ist ein erneuter Ausflug in das Paralleluniversum. Der Krieg mit dem Dominion schreitet in "Die Front" und "Das verlorene Paradies" voran: Die Erde selbst gerät in das Visier der Gründer, denn niemand ist mehr sicher vor den Gestaltwandlern.
Die an Höhepunkten wahrlich nicht arme Staffel ist definitiv eine der besten der Serie. So viele hervorragende Episoden hat manche TV-Serie während ihrer ganzen Dauer nicht aufzubieten -- geschweige denn in einer Staffel. Der Lohn dafür waren vier Emmy-Nominierungen. Die Konkurrenz durch Serien wie Babylon 5 machte sich in einer deutlichen Qualitätssteigerung bemerkbar. Auch andere Einflüsse von außen zeigten Wirkung: Avery Brooks, der sich gegen Ende der dritten Staffel bereits einen Bart hatte wachsen lassen, durfte Sisko endlich kahlrasiert spielen und Nana Visitors Schwangerschaft, die mit Alexander Siddig verbandelt war, wurde in die Serie eingebaut. Gepaart mit dem richtigen Schuss Action, der sich von Staffel zu Staffel steigert, und exzellenten Spezialeffekten hat DS9 sich daher einen Spitzenplatz in der TV-Serienlandschaft nicht nur der 90er-Jahre gesichert und sich des Erbes von Gene Roddenberry würdig erwiesen, der nicht mehr an der Entstehung der Serie beteiligt war. --Birgit Schwenger
Season vier enthält auch losgelöste Episoden, und zwar solche mit hohem Anspruch und vielen Emotionen: "The Visitor" ("Der Besuch") erzählt vom alten Mann Jake Sisko, der vor Jahrzehnten seinen Vater Ben Sisko bei einem Unfall verloren hat und den Uraschen dafür auf die Spur kommt - eine wunderschöne `was wäre, wenn...'-Folge.
"Hard Times" ("Strafzyklen") ist wieder einmal eine außergewöhnliche Miles O'Brien- Episode. Das Konzept erinnert ein wenig an "The Inner Light" ("Das zweite Leben") der Next Generation: O'Brien wird auf einem fremden Planeten für eine angeblich von ihm begangene Tat bestraft: Ihm werden die Erinnerungen an eine 21jährige Haft unter unmenschlichen Bedingungen in sein Gedächtnis eingefügt. Der Chief ist ständig kurz davor, seinen Verstand zu verlieren, bis er endlich zurück zu DS9 kommt, das er aus seiner Sicht seit Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat - packend und ergreifend!
Und auch einige der humorvollsten Episoden reihen sich in Season vier ein, so z.B. "Little Green Men" ("Kleine grüne Männchen"): Die Ferengi Quark, Rom und Nog sowie Odo gelangen durch einen Unfall auf die Erde von 1947 - einfach köstlich, wie in den Vereinigten Staaten der erste Kontakt zu Außerirdischen zustande kommt. Diese Folge ist nicht unbedingt ernst zu nehmen - im Gegenteil :-)
Einige Notizen zu Season vier:
- Ab sofort ist Worf von der guten, alten Enterprise mit von der Partie. Michael Dorn ist damit der erste Star Trek- Darsteller, der in zwei Serien des Trek- Universums eine Hauptrolle spielt. Auch sein Bruder Kurn, wie gehabt von Tony Todd gespielt, wird ab "The Sons of Mogh" ("Die Söhne des Mogh") öfter dabei sein.
- Nach Johnathan Frakes (alias Commander Riker), Rene Auberjonois (alias Odo) und Avery Brooks (alias Sisko) in Season drei gibt hier nun auch LeVar Burton, bekannt aus The Next Generation als Geordie LaForge, sein DS9- Regiedebut - und gleich in 5 Folgen!
- Captain Siskos Vater wird von Brock Peters gespielt, der in den Kinofilem IV und VI bereits Admiral Cartwright verkörperte.
- In "To the Death" ("Die Abtrünnigen") kommt wieder ein Tor der Iconier vor. Diese waren Thema in der Next Generation- Folge "Contagion" ("Die Iconia- Sonden") in der zweiten Season.
- James Cromwell, bekannt aus Star Trek VIII - "First Contact" ("Der erste Kontakt") als Zefram Cochrane spielt in "Starship Down" ("Das Wagnis") Hanok von den Karemma.
- Mit Jeffrey Combs verkörpert ein und der selbe Schauspieler zwei ab sofort immer wieder auftauchende Nebencharaktere: den Ferengi Brunt von der Ferengi- Handelsbehörde FCA sowie den Vorta Weyoun vom Dominion.
Passend zur „neuen" Serie kam auch ein neuer Vorspann und andersartige, mutigere Geschichten, die den STAR TREK-Erfinder Gene Roddenberry im Grabe rotieren lassen würden. Dennoch vergaßen die Produzenten den Ursprung nicht und sorgten so dafür, dass das STAR TREK-Francise zeitgemäßer wurde.
Die 4.Staffel zeichnet sich vor allen durch ihre große Anzahl an hervorragenden Geschichten aus. Schon der kinoreife Pilotfilm „Der Weg des Kriegers" präsentiert sich als Doppelfolge mit brachialen Special-Effekts, packender Action und einem hervorragenden Handlungsgerüst. Die Einführung von Worf (Michael Dorn) gelang perfekt - der Charakter fügt sich nahezu problemlos in das bestehende Ensemble ein. Dies bildete auch den Auftakt für zahlreiche Klingonenepisoden : „Das Schwert des Kahless", „Die Söhne des Mogh" und „Das Gefecht". Auch die geniale Episode „Der Besucher" , in welcher der in der Zukunft lebende Jake Sisko die Geschichte von Deep Space Nine aus einer anderen Perspektive erzählt, gehört zu den Highlights im Jahr 4 der Serie. Natürlich wurden auch die Handlungsstränge vorangegangener Seasons nicht vergessen. In den Folgen „Der hippokratische Eid", „Das Wagnis", „Die Abtrünnigen" und im finalen „Das Urteil" kehrt das Dominion mit seinen gefürchteten Jem'Hadar-Soldaten zurück und legt weitere Grundsteine für den drohenden Krieg, der in der 5.Staffel zwischen dem Alpha- und dem Gamma-Quadranten ausbrechen wird. In der Episode „Die Abtrünnigen" arbeitet die Sternenflotte erstmals mit dem Feind zusammen, um zu verhindern, das abtrünnige Jem'Hadar in Besitz des Tornetzwerkes der Iconianer kommen (siehe auch die TNG-Folge „Die Iconia-Sonden" aus Staffel 2). Eine für STAR TREK-Verhältnisse extrem brutal inszenierte Geschichte. Sowohl die deutsche als auch die englische Fassung wurde vor der Erstaustrahlung geschnitten.
Eine andere Episode, die unter Gene Roddenberry nie zustande gekommen wäre ist „Hoffnung". In diesem Drama kämpfen Dr.Bashir (Alexander Siddig) und Dax (Terry Farrell) OHNE ERFOLG gegen eine Seuche an, welche die gesamte Bevölkerung einen Planeten auszulöschen droht. Provokant zeigt sich auch „Wiedervereinigt" - eine Folge die sich dem Thema Homosexualität erstmals auf Trek-typische Art annährt. Auch das Geheimnis um den Ufo-Absturz in irdischen Roswell im Jahre 1947 wird gelüftet - wer hätte gedacht, das die Ferengi vom „Mars" kommen ?!
In weiteren Episoden gerät Sisko (Avery Brooks) einmal mehr ins Spiegeluniversum („Der zerbrochene Spiegel"). In einer anderen muss sich Bashir als Geheimagent der 60er-Jahre auf dem Holodeck behaupten - Doppel-Null-7 lässt grüßen, ein grandioser Spaß ! Auch die Maquis, die Wandlung Dukats (Marc Alaimo) und interne, bajoranische Angelegenheiten werden weiter thematisiert. Zahlreiche Gastauftritte bekannter Nebendarsteller sorgen für die gewohnte Abwechslung : Majel Barret (Lwaxana Troi, Ehefrau von Gene Roddenberry), Rosalind Chao (Keiko O'Brien, schon bei TNG dabei), Robert O'Reilly (Gowron aus THE NEXT GENERATION), J.G.Hertzler (General Martok), Penny Johnson (als Siskos Freundin Kasidy Yates), Duncan Regehr (Shakaar, spielte eine tragenden Rolle in der „V"-Serie), Max Groenchik (als Quarks Bruder Rom), Aron Eisenberg (Nog, Sohn von Rom), Kenneth Marshall (der Maquis-Anführer Eddingtion), Chase Masterson (Leeta), Salome Jens (weiblicher Formwandler), Jeffrey Chombs (Brunt / Weyoun) und natürlich HELLRAISER-Star Andrew Robinson in seiner Paraderolle als „Garak".
Zum Ende hin wird diese Staffel noch einmal besonders spannend und endet typischerweise mit einem Cliffhanger. Alles in allem ein rundum gelungenes Jahr und der Beginn einer neuen Ära im DEEP SPACE NINE-Universum. Uneingeschränkt empfehlenswert - denn nicht ohne Grund liegt DEEP SPACE NINE direkt hinter THE NEXT GENERATION auf Platz 2 der besten Science-Fiction-Serien aller Zeiten ! Diese DVD-Box ist ein Muss !!! (5 Sterne)
Ich wurde jedoch eines besseren belehrt. Worf fügt sich hervorragend in die Mannschaft ein, nicht ohne immer wieder mal darüber zu meckern dass das auf der Enterprise doch alles viel besser gelaufen ist. Captain Sisko wird mit dem neuen Look (oder vielmehr dem alten Hawk-Look) zehnmal cooler als bisher. Auch die anderen Charaktere dürfen in den hervorragenden Einzelepisoden glänzen, während der große Handlungsbogen des Krieges gegen das Dominion langsam aber ausgeklügelt vorangebracht wird.
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