Der Comic "Countdown" ist laut Buchcover die offizielle (?!) Vorgeschichte zum 11. Star Trek-Film (steht zumindest so auf dem Cover) und spielt zeitlich ca. 8 Jahre nach dem 10. Film "Nemesis". Als ich den Comic las, hatte ich den Film noch nicht gesehen, kannte aber ich bereits den dazugehörigen Roman. Im Nachhinein bin ich ganz froh, zuerst den Comic gelesen zu haben, weil mir manches verständlicher wurde, auch wenn sich die Ereignisse in "Countdown" nicht hundertprozentig mit den Erläuterungen im Film decken. Meiner Meinung nach bietet der Comic die glaubhaftere Erklärung für den Rachefeldzug des Romulaners Nero, der im Filmroman (und erst recht im Film) ein wenig zu kurz kam. Im Comic ist Nero die Hauptfigur. Er ist der Kommandant der "Narada", einem auf Bohrungen spezialisierten Bergbauschiff. Als Nero mit seiner Mannschaft auf einem abgelegen Planeten im Romulanischen Imperium mit dem Abbau eines wertvollen Minerals beschäftigt ist, kann er beobachten, dass ein benachbarter Stern zu einer Supernova zu werden droht. Auch Botschafter Spock, der seit 40 Jahren auf Romulus lebt, beobachtet den instabilen Stern und weiß, dass Romulus in höchster Gefahr ist. Leider glaubt ihm im Senat niemand, nur Nero ist bereit ihm zu helfen. Spocks Plan ist es, die Supernova durch ein künstlich erschaffenes Schwarzes Loch verschwinden zu lassen - die dafür notwendige Technologie wurde auf der wissenschaftlichen Akademie auf Vulkan entwickelt. Spock und Nero erhalten auf dem Weg nach Vulkan Unterstützung von der Enterprise E (Ach ja: Ratet mal, wer jetzt der Captain der Enterprise ist!). Leider ist der vulkanische Hohe Rat nicht besonders kooperativ, und so nimmt die Katastrophe ihren Lauf...
Mit diesem Comic habe ich sozusagen Neuland betreten. Ich habe ja in der Zwischenzeit eine Menge Star Trek-Romane gelesen und noch mehr Comics, aber eben noch keinen Star Trek-Comic. Deshalb war "Countdown" erst mal ein bisschen ungewohnt für mich. Insgesamt würde ich ihn als recht gelungen einstufen. Die Story ist packend und als Vorgeschichte einigermaßen plausibel. Im Gegensatz zum Filmroman wird z.B. erklärt, wie aus Neros Bergbauschiff eine furchteinflößende Waffe wurde, und auch wie Spock zu seinem Schiff kam. Das Auftauchen diverser TNG-Charaktere erscheint ein wenig an den Haaren herbeigezogen und ist vielleicht als Trostpflaster für diejenigen gedacht, die den Kinoauftritten von Picards Crew nachtrauern. Die Zeichnungen sind manchmal ganz gut gelungen, manchmal eher nicht, aber grundsätzlich gefällt mir der düstere Stil. Als preiswert kann man den knapp 20 Euro teuren Comic wirklich nicht bezeichnen, macht aber als Hardcover einen sehr hochwertigen Eindruck.
Fazit: Kein absolutes Muss, aber eine sinnvolle Ergänzung für Trekkies. Alle anderen können sich das Geld sparen, auch weil man für "Countdown" schon einiges an Star Trek-Vorwissen mitbringen sollte.