Da ist er also, der neue Shatner! Ich hab ihn nach "Der Bewahrer" sehnlichst erwartet, waren doch die vorigen 6 Bücher, die Shatner mehr oder weniger zusammen mit dem Autorenpaar Reeves-Stevens schrieb, meines Erachtens Star Trek wie es sein sollte: Spannend, abwechslungsreich, voller Emotion und einer klasse Handlung.
Tja... was kann dann noch kommen? Picard und Kirk im Urlaub, auf Bajor... nach Siskos Tod... schon als ich die ersten Gerüchte über die Handlung hörte war ich skeptisch.
Nicht zu unrecht. Die ganze Handlung wirkt unmotiviert, plätschert vor sich hin. Spannung will nirgendwo aufkommen. Man frägt sich unwilkürlich: wozu das ganze? Auf der einen Handlungsebene befinden sich Picard und Kirk auf Bajor im wohlverdienten Urlaub: Tauchen und Archäologie ist angesagtm garniert wird das ganze mit einem Orbitalsprung (den man schon in ST7 als opening scene verwenden wollte, der aber geschnitten wurde), auf den alles in allem ungefähr 135 Seiten verwendet werden. Nett geschrieben, flüssig zu lesen, klar. Der Stil ist wie immer genial, ich hatte es an einem sonnigen Nachmittag durch, aber sonst?
Zwischendurch erzählt Kirk Picard von seiner allerersten Mission: einem Wettrennen um die Technologie eines fremden Raumschiffes, dass von außerhalb der Galaxis vor der "Totalität" geflohen ist. Interessant... man erfährt von der anfänglichen Konfliktsituation zwischen ihm und Spock und wie die beiden zueinanderfanden.
Wer mehr wissen will, der möge das Buch lesen. Irgendwie war es für mich enttäuschend nichtssagend, selbst für einen Trilogyopener, der das Buch nun mal ist (in Captain's Blood wird der Spock und Romulanerfaden aus TNG "Wiedervereinigung" nochmals aufgegriffen - mehr dramtischen Folgen für Spock, auch bekommt der geheimnissvolle Sieger des Runs auf das fremde Schiff eine größere Rolle und man wird sicherlich auch mehr üher die geheimnissvolle Totalität herausfinden - nicht nur sicherlich... aber ich will nicht zuviel spoilern)
Ich will das Buch nicht verreißen... aber der Niveauabfall ist signifikant - es sei denn er wird durch die folgenden beiden Bücher erklärt. Vielleicht hatte ja die langsame Handlungsheranführung ja Sinn und die Story um Bajor und die verlorene Träne der Propheten, den komischen Fisch irgendeine Verbindung zur Totalität, die erst am Ende beim Angriff auf die USS Monitor (bekannt aus früheren Shatnerbüchern) als agierende Macht zwischen MS und Andromeda auftaucht.
Man wird sehen. Vom momentanen Standpunkt aus sag ich mal: You can do it better, Shatner & Co...