Ich gestehe, dass diese Romanreihe zu Beginn noch richtig gut war. Womit auch klar wäre, wie ich diesen neuen Shatner fand.
Okay, wir haben ja noch geschluckt, dass die Borg unser aller Lieblingscaptain durch mirakulöse Technik wiederbeleben konnten, nach seinem tragischen Ende auf Veridian. Aber was er jetzt so treibt... Der Anfang ist noch recht vielversprechend: Jim versucht auf Chal heimisch zu werden; im stoischen Verzicht auf jegliche Technik will er ein Feld bestellen, ein Haus für sich und Teilani, die Liebe seiner Alters bauen - und macht sich so zum Gespött der Kinder. Aber der "Captain" war einmal, nun soll es nur noch der Privatmann sein. Der Weltraum kann Jim Kirk mal den Buckel runter rutschen.
Doch es kommt anders, natürlich. Erinnert sich noch jemand an die Spiegeluniversumsfolge der alten "Raumschiff Enterprise"-Serie? Diesen Jungs geht`s nämlich richtig mies. Inspiriert von Kirks damaligem Vortrag über Gerechtigkeit und Menschlichkeit hat der Spiegel-Spock (nur echt mit Goatie) versucht, "sein" Universum entsprechend umzugestalten, was gehörig in die Hose ging. Und nun will man Jim Kirk (also unseren) als Kavallerie, Rettungsversuch sozusagen. Kirk fühlt sich für die Misere verantwortlich und willigt ein. Das Problem ist nur: Die Gegner vom Spiegel-Spock, die "Allianz" (Achtung: DS9-Fans), haben den Sprung in unser Universum ebenfalls geschafft, Picards Enterprise gekapert und wollen mit dem Schiff in ihr Universum fliehen, um den ohnehin schwachen Truppen des Spiegel-Spocks den Todesstoß zu geben. Außerdem haben sie Teilani entführt... Alles klar?
Dies ist kein schlechtes Buch! Es ist spannend, voller Querverweise auf die umfangreiche ST-Geschichte (ein weiterer Achtungserfolg des Ghostwriter-Ehepaares Reeves-Stevens) und lustig. Aber dennoch fehlt was. Die Story selbst ist eine kontinuierliche Ansammlung eher unspannender Actionszenen (denn Kirk & Co gehen natürlich nicht hopps), die vor allem Kirk zu bestehen hat. Die anderen Figuren (und es sind deren viele!!!) müssen da zwangsläufig zurückstehen, und das schadet dem Roman an sich.
Das Ende macht deutlich, dass "Kirks Abenteuer" noch (längst?) nicht zu Ende sind, zumindest nicht für Shatner. Und ich bin mir nicht sicher, ob das gut ist. Nochmal: Die erste Kirktrilogie des Captains war bedeutend besser, allem voran "Asche von Eden". Das hier wäre nicht nötig gewesen.