Das "technische Handbuch" von Shane Johnson gibt Erläuterungen, teilweise mit Rißzeichnung, zu vielen technischen Geräten , Schiffen u.Ä. der Star Wars-Filme, aufgeteilt in die Kategorien "Tatooine", "Streitkräfte des Imperiums" und "Streitkräfte der Rebellen". Dabei ist der erste Teil, der über Tatooine, merkwürdig umfangreich ausgefallen. Karten der Jundland-Wüste, Pläne von der Bar und anderer Gebäude und ein Schnitt durch den Sarlacc sind zwar witzig und auch cool, ob sie in ein technisches Handbuch gehören, ist aber fraglich. Meiner Meinung nach wäre es wünschenswerter gewesen, dieses Kapitel ein wenig mehr einzugrenzen und dafür noch auf andere Planetet einzugehen, etwa Bespin (wo man auch hätte viel rausholen können). Die Teile zwei und drei des Buches sind von der Vollständigkeit her zwar auch zufreidenstellend, einiges vermißt man aber. So wurde Platz auf den insgesamt acht Ausfaltplänen in meinen Augen verschwendet, indem man sie mit Plänen eines imperialen Zellenblocks (könnte selbst ich zeichnen) oder den Instrumenten an Vaders Rüstung füllte. Ist das interessant? Jedenfalls keinesfalls sosehr wie technische Zeichnungen von A- und Y-Wing, die im Gegenzug fehlen. Auch ein Supersternzerstörer fehlt völlig. Hier ist die Materialauswahl bestenfalls als "seltsam" zu bezeichnen. Die vermittelten Informationen und technischen Daten sind zum Teil fraglich (imperiale Sturmtruppenpanzer sind schußsicher - wirklich?), teilweise nichtssagend (Schildstärke: 9,4 - welch Information!) und teilweise auch offensichtlich falsch oder zumindest anderen Quellen widersprechend. Einige Besipiele hierfür: Vaders TIE wird als Interceptor-Prototyp bezeichnet, Torpedorohrmündungen sind bei TIE Bomber und X-Wing falsch eingezeichnet und der Bau des Todessterns wird in diesem Buch auf einen Plan des Imperators zurückgeführt, nicht auf die Tarkin-Doktrin. Haarspaltereien? Vielleicht. Aber wieso kaufe ich als Fan denn so ein Buch, wenn es mir um Details nicht geht? Insofern sind die häufigen Detailfehler schon ärgerlich und in meinen Augen Grund genug für eine kräftige Abwertung. Zuletzt muß auch das leidige Thema der deutschen Übersetzung angeführt werden. Erstens ist der Verantwortliche der deutschen Sprache nicht unbedingt 100%ig mächtig, sonst würde er wissen, daß der Plural von Schutzschild keineswegs "Schutzschilder" ist. Desweiteren hat er sehr innovative Ideen bei der Übersetzung von Fachausdrücken und Kürzeln (TIE - Turbo-Ionen-Energie). Daß es oft besser ist, solche Ausdrücke einfach unübersetzt zu lassen, kann man vielen "Eindeutschern" ja leider nicht klar machen. Unterm Strich ist das "technische Handbuch" zwar nicht schlecht, aber auch nicht das, was ich mir beim Lesen des Titels davon versprochen hatte. Neben den inhaltlichen Fehlern müßte es mindestens doppelt so umfangreich sein, um seinem Anspruch als vollständiges technisches Nachschlagewerk gerecht zuwerden. Darum bekommt es von mir leider nicht mehr als zwei Sterne.