Die Schwarze Flotte ist eine etwas spezielle Trilogie. Diese Bezeichnung verdankt sie offensichtlich nicht nur der Tatsache, dass sie in 3 sehr dicken Büchern daherkommt, sondern auch dem Umstand, dass mehr als 3 verschiedene Geschichten, welche nicht das Geringste miteinander zu tun haben, erzählt werden.
Die Hauptgeschichte dreht sich um eine faschistoide Spezies, welche einen Sternhaufen in der Galaxis als ihr natürliches, sozusagen von Gott verheissenes Eigentum definiert und durch Genozide und Vertreibungen für bequemen Platz sorgt. Die Neue Republik versucht durch krampfhafte Appeasement-Politik auf Mässigung hinzuwirken und wird dabei durch Propaganda pausenlos am Seil heruntergelassen. Diese Geschichte ist an und für sich sehr spannend. Es ist auch schön, dass die Rassisten an ihrem eigenen Herrenrassenwahn scheitern, was in den mannigfaltigen aktuellen Beispielen unserer realen Welt leider viel zu selten vorkommt. Wäre diese Geschichte nicht im SW-Universum angesiedelt, so hätte ich wenig zu bemängeln. Leider werden aber die SW-Charaktere tüchtig umgekrempelt. Am besten kommt noch Han Solo daher, welcher in seiner notorischen Ablehnung von Autoritäten recht autonom handelt. Prinzessin Leia wird dagegen auf übelste Weise arrogant und naiv. Sie durchschaut die Faschisten erst, als die Beweislast gegen diese geradezu erdrückend wird und will pausenlos kompetenzlos kommandieren. Die anderen wichtigen Charaktere haben mit dieser Geschichte nichts zu tun. Chewbacca ist plötzlich Familienvater eines erwachsenen(!) Sohnes und wird erst am Schluss bemüht, um Han Solo aus den Fängen der Faschisten zu hauen. Luke Skywalker dagegen legt ein ganzes Solo- (nicht Han) Abenteuer hin, indem er sich auf einem psychedelischen Muttersuche-Trip befindet - echt rührend. Die Auflösung bringt nichts über seine Mutter, dafür wird er mit pazifistischen Wesen mit Halbgottfähigkeiten konfrontiert. Damit befindet er sich in guter Gesellschaft, denn entsprechend der Unsitte vieler SW Autoren sind auch hier die Jedi schier allmächtig. Am Ende taucht er dann doch noch am richtigen Ort auf, um in der Endschlacht gegen die Faschisten diese mit den jedoiden Kräften seiner Questenbegleiter zu verwirren. Lando wiederum jagt - offenbar in einem manischen Anfall von Langeweile - ein fremdes Raumschiff quer durch das All. Begleitet wird er dabei von C-3PO und R2-D2 (sic!). Die Lando-Geschichte ist auch ein vollständiges Abenteuer, allerdings äusserst konfus und unlogisch. Mit den Faschisten hat sie nie etwas zu tun... Offensichtlich hat der Autor versucht, die SW typischen Parallelentwicklungen verschiedener Handlungsfäden zu schaffen. Dabei hat er aber ausser acht gelassen, dass sich normalerweise die Fäden immer wieder kreuzen und beeinflussen. Es reicht einfach nicht, die Handlungen am Ende des dritten Buches mit viel Gemurkse künstlich zu verquicken.
Kurz: positiv ist die spannende Geschichte um die Spezies aus dem Sternhaufen Koornacht zu vermelden, was zu den 2 Bewertungssternen führt... Die Behandlung der SW Charaktere ist sehr schlecht und die Komposition dreier Geschichten in einer mühsam,eher peinlich und nicht sternverleihungswürdig. Also ein Science Fiction- aber kein SW-Roman.