Tahl ist tot und das nachdem sie und Qui-Gon Jinn sich erst kürzlich ihre Gefühle füreinander gestanden hatten. Der Tod der Jedi-Meisterin erfolgte zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt und ihr Mörder, der Anführer der Absoluten, Balog, konnte den Jedi sogar entkommen. Seit Gouverneur Roans Ermordung hat sich die Krise auf New Apsolon sogar noch verschärft, seitdem klar ist, dass sich die Absoluten nach ihrer Auflösung im Untergrund neu organisiert haben und erneut versuchen, sich an die Macht zu putschen, um ein neues diktatorisches Regime zu errichten und die Arbeiter zu unterwerfen. Als Reaktion auf Tahls Tod haben die Jedi Verstärkung erhalten und Obi-Wan staunt nicht schlecht, als sich dieses zweite Jedi-Team als Jedi-Ratsmitglied Mace Windu und Tahls Padawan Bant entpuppt. Doch die Einheit der Jedi währt nicht lange, als Qui-Gon Jinn beschließt auf eigene Faust die Suche nach Balog fortzuführen und dabei selbst unter Mordverdacht gerät. Nichts ist so wie es scheint und die Korruption könnte sich tiefer in die Gesellschaft New Apsolons gefressen haben, als die Jedi annehmen...
Indem Jude Watson ihren Gegenpart zu Qui-Gon Jinn sterben lässt, verdeutlicht sie, dass sich Jedi Padawan langsam den Ende nähert. Große Lichtschwertkämpfe hat es gegeben, interplanetare Krisen und sogar einen Angriff auf den Jedi-Tempel selbst. Gemeinsam haben Qui-Gon Jinn und sein Padawan Obi-Wan Kenobi all das überstanden, auch das Obi-Wan für kurze Zeit aus dem Orden ausgetreten war. Doch diesmal ist es Qui-Gon Jinn, der vom Weg der Jedi abkommt und einen verhängnisvollen Pfad eingeschlagen hat.
Von allen Bänden der Tahl-Trilogie wirkt "Schrei nach Vergeltung" als unpolitischster, auch wenn dem nicht so ist. Im Vergleich zur Xanatos-Trilogie und Jenna Zan Arbor ist die New Apsolon-Krise ungewohnt tiefsinnig und sozialkritisch. Ein bisschen sind das ja alle Jedi Padawan-Bände, doch 14 bis 16 bringen das genau auf den Punkt. Eine Diktatur wird gestürzt, doch das legitime Staatsoberhaupt von Anhängern des alten Regimes ermordet, ebenso sein weniger beliebter Nachfolger. Die einstige Geheimpolizei und ihre Schergen organisieren sich im Untergrund und streben einen Putsch "von rechts" an, der die "linke" Regierung aus dem Amt jagen würde, um die alten Verhältnisse wieder herzustellen, wo die Arbeiter von der Oberschicht der Zivilisierten geknechtet sind und die Absoluten als wahre Macht im Staate agieren können.
Davon abgesehen ist der Plot des Buchs eher durchschaubar und beweist auch in Charaktertiefe keine wirklichen Qualitäten. So ganz kann die Autorin scheinbar nicht von ihrem Konzept abweichen, sie schneidet zwar ein interessantes Thema an, kann diesem aber nur wenig Platz einräumen und muss sich schon alleine wegen dem vorgegebenen Umfang von wenig mehr als 100 Seiten sehr kurz halten. Unter diesen Umständen ist es also möglich den Band durchaus als sehr gelungen zu betrachten, wenn man sich nur vor Augen führt, wie eingeschränkt die Möglichkeiten der Autorin durch die strikten Vorgaben der Reihe und des Verlegers sind. Nichtsdestotrotz fehlt dem Buch dabei etwas, mehr Inhalt, mehr Action, mehr Charaktertiefe, mehr Handlung, mehr Seiten.
Fazit:
Eindeutig einer jener Jedi Padawan Bände bei denen es schade ist, dass die Reihe aus meist sehr kurzen "Jugendbüchern" besteht, deren strenge Auflagen vieles einfach von vornherein verhindern.