Die Galaxis gönnt dem Meister-Padawan-Paar Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi weiterhin keine Ruhe. Nachdem er bei seiner ersten Mission als offizieller Jedi-Schüler auf dem Planeten Kegan nur knapp einer Gehirnwäsche des sinistren Lern-Rings entgangen ist, wartet bereits wenige Tage später schon wieder der nächste Auftrag auf Obi-Wan und seinen Meister. Diesmal führt ihr Weg sie nach Rutan. Eine Welt im Outer Rim, welche seit langer Zeit im Streit mit den Bewohnern des nahe liegenden Mondes Senali liegt, in der Vergangenheit sogar gegen deren Bewohner Krieg geführt und diesen verloren hat. Seitdem pflegen die Königshäuser von Rutan und Senali ein Ritual, bei welchem die Erstgeborenen im Alter von sieben Jahren ausgetauscht werden, um sich auf dem Nachbarplanet auf die kommende Regentschaft vorzubereiten und gleichzeitig das Verständnis der nahe miteinander verwandten Völker zu fördern. Erst mit sechzehn kehren dann die Thronanwärter in ihre Heimat zurück. Es ist eine Tradition, welche von beiden Seiten nur mit Widerwillen praktiziert wird, die aber bisher den Frieden aufrecht erhalten konnte. Nun scheint dieser jedoch in Gefahr zu sein.
Prinz Leed von Rutan verweigert kategorisch eine Rückkehr und hat jeden Kontakt zu seinem Heimatplaneten abgebrochen. Sein Vater, der kriegerische König Frane, kann und will das nicht akzeptieren. Er befürchtet eine Verschwörung und mutmaßt, dass sein Sohn von seinem Gegenspieler, König Menoon von Senali, gefangen gehalten wird. Kurzerhand lässt er dessen Tochter ins Gefängnis sperren - und die lange schon drohende Wiederkehr eines Krieges scheint plötzlich unausweichlich. Im Auftrag des Senats der Alten Republik sollen Qui-Gon und Obi-Wan nun in dieser Situation vermitteln und als objektive, unparteiische Beobachter die Gemüter beruhigen. Nachdem König Frane nur widerwillig seine Zustimmung für Ermittlungen der Jedi auf Senali gegeben hat, erwartet die zwei bei ihrer dortigen Ankunft eine weitere Überraschung: Prinz Leed ist spurlos verschwunden. Und selbst König Menoon hat keinerlei Kenntnis von dessen Aufenthaltsort. Während auf beiden Seiten bereits mobil gemacht wird, müssen Qui-Gon und Obi-Wan all ihre Fähigkeiten nutzen, um den Prinzen in dem Labyrinth der vielen Riffe und Inseln des Mondes Senali ausfindig zu machen. Die Zeit läuft gegen sie '
Der negative Trend, der sich bereits im Vorgänger 'Die Suche nach der Wahrheit' andeutete, scheint sich auch im zehnten Band der 'Jedi-Padawan'-Reihe unverändert fortzusetzen, denn auch 'Der gefährdete Frieden' krankt an einer gewissen Ideen- und Ratlosigkeit auf Seiten der Autorin Jude Watson. Wieder eine Mission, wieder zwei zerstrittene Völker, wieder zwei vermittelnde Jedi. Deren Rolle als Botschafter des Friedens in allen Ehren, Watson hätte sich wahrlich mal was Neues einfallen lassen können, zumal die von ihr eingebauten Winkelzüge und politischen Intrige selbst für die jüngeren Leser allzu deutlich und offensichtlich sein sollten. Hinzu kommt, dass einmal mehr ein gleichwertiger Gegenspieler oder Bösewicht fehlt, der ein gewisses Gefahrenpotenzial in die Handlung hätte bringen können. Stattdessen sind die hier agierenden Figuren entweder allesamt naive Kinder oder strikt nach Schema F handelnde Erwachsene, was wiederum zur Folge hat, dass sich das Buch mehr wie eine moralische Belehrung, denn wie ein Unterhaltungsroman für Jugendliche liest. Nacheinander arbeitet Watson Konfliktthemen wie Neid unter Geschwistern, das Recht aufs Selbstbestimmung oder Toleranz zwischen Kulturen ab. Den 'Bitte-nicht-so-werden-liebe-Kinder'-Finger sieht man stets mahnend erhoben im Hintergrund.
Jude Watson sollte sich schleunigst wieder auf ihre z.B. in der Xanatos-Trilogie gezeigten Stärken besinnen und eine Geschichte konzipieren, welche auch die größeren Geschehnisse innerhalb der Galaxis miteinbezieht bzw. sich über mehrere Bände ausdehnt. Eine solche Komplexität fehlt hier leider völlig. Und auch wenn sich die Reihe laut Verlag an 9 ' 14 Jährigen orientiert, sollte die Autorin ihrer Leserschaft doch ein bisschen mehr zutrauen. Ansonsten droht die bis hierhin durchaus erfolgreiche, einfache Schreibweise zum Knackpunkt, zukünftige Bände von vorneherein zu ausrechenbar zu werden. Das 'Der gefährdete Frieden' in meiner Wertung letztlich nicht ganz abgewatscht wird, liegt an kleineren, interessanten Details, welche zumindest streckenweise meine Fantasie anregen und ein wenig Star Wars Flair erzeugen konnten. Besonders die Beschreibungen des Planeten Senali haben mir da ganz gut gefallen.
Insgesamt feiert der zehnte Band der Reihe aber ein sehr träges, fades Jubiläum. In Punkto Charakterentwicklung tut sich ebenso wenig, wie in Sachen Action oder Spannung, weshalb ich dem etwaigen Gelegenheitsleser von der Lektüre nur abraten kann. Schwach, Frau Watson. Wenn auch nicht ganz so schwach wie der Vorgänger.