Wir kennen das von den „Making Of"`s zu den Kinofilmen. In diesen Produktionsberichten verliert niemand ein schlechtes Wort und geizt auch nicht mit Superlativen. Die Schauspieler waren einfach phantastisch, die Arbeit der Special-Effect-Abteilung beeindruckend u.s.w. Das ist der Grundtenor eines „Making Of", schließlich will keiner der Beteiligten einen Film schlechtreden, in dem er selbst mitgewirkt hat. Eine Verkaufsshow also. Ählich verhält es sich mit dem Buch Star Wars: The Making Of Episode 1: Die dunkle Bedrohung. Das Schwärmerrsche muß wohl im Naturell der Amerikaner liegen. Da war das Design für die Kostüme der Königin Amidala „eine unglaubliche Erfahrung", oder „es war phantastisch", mit Videostoryboards zu arbeiten. Nicht zu vergessen die Schauspieler, die allesamt „ausdrucksstark" sind und „Energie, Anmut und Ethusiasmus" mitbringen. Zum Glück hat das Buch neben der Lobhudelei auch genügend Handfestes zu bieten. Jeder, der über das reine Endprodukt auf der Leinwand hinaus ein Interesse an der höchst arbeitsteiligen (siehe Credit-Liste im Anhang) und aufwendigen Herstellung der mit futuristischen Bauten, animierten Figuren und Special-Effects nicht geizenden Episode 1: Die dunkle Bedrohung hat, sollte hier zugreifen. Es zeigt u.a. sehr anschaulich, wieviele Entwicklungsstadien ein computergenerierter Charakter wie z.B. Jar Jar Binks durchlaufen muß, damit er dann in den einzelnen Szenen wie ein „echter" Schauspieler wirkt. Oder welche Anleihen in der Fauna und Flora genommen werden, um exotischen Sumpfbewohnern und weitläufigen Unterwasserlandschaften Leben einzuhauchen. Vom ersten Drehbuchentwurf über die Set-Suche bis hin zur digitalen Nachbearbeitung. Jeder einzelne Baustein der Filmproduktion wird abgehandelt. Das Buch ist reichhaltig bebildert, darunter sind zahlreiche farbige Photos. Der deutschen Übersetzung fehlt leider der letzte Schliff, was die Leserfreuden etwas trübt. Fazit: Ein Buch für den auch filmtechnisch interessierten Star Wars-Fan.