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2001 - Odyssee im Weltraum
Als Stanley Kubrick den Autor Arthur C. Clarke einlud, mit ihm zusammen an diesem Science-Fiction-Film zu arbeiten, kann man jede Wette eingehen, dass weder der als Einzelgänger bekannte Regisseur noch der große Autor geahnt haben, dass sie einen Film kreieren würden, der die Parameter des Kino-Sehens neu definieren sollte. Inspiriert von einer Kurzgeschichte Clarkes, hat Kubrick ein unkonventionell erzähltes, auf Visualität beruhendes Poem geschrieben (auf 139-Minuten Film kommen nicht einmal 40 Minuten Dialog), das in einer eigenen Bildsprache die Geschichte der Evolution erzählt. Der Evolution, die bereits geschehen ist und einer Evolution, die vielleicht noch kommen mag. Beginnt der Film im Zeitalter der Urmenschen, gelingt es Kubrick in nur einer Sequenz ins Zeitalter der Raumfahrt überzuleiten und vom Flug eines Raumschiffes namens Discovery im Jahre 2001 zu berichten, um mit der metaphysischen Geburt eines Sternenkindes zu enden.
Präzise ist die Geschichte konstruiert, die sich auf einer Subebene geschickt mit der Enthumanisierung des Menschen durch die voranschreitende Technologie auseinandersetzt, wofür in Kubricks Klassiker der Computer HAL 9000 steht, der von allen Figuren über die am weitesten entwickelte Persönlichkeit verfügt. Dinge wie diese sind es denn auch, die 2001 zu einem Film wie keinen anderen machen, auch wenn die Darstellung des ersten Jahres im neuen Millennium, wie wir heute wissen, doch etwas zu enthusiastisch ausgefallen ist. Seine spektakulären, präzise ausgearbeiteten Spezialeffekte haben darüber hinaus die Zeiten überstanden und bestehen selbst heute noch den Vergleich mit aktuellen Produktionen. Ohne zu übertreiben, kann man sagen, dass dies ein cineastischer Meilenstein war und ist: verwirrend, provokativ, perfekt. --Jeff Shannon
Uhrwerk Orange
Stanley Kubricks bemerkenswerte visuelle Interpretation des berühmten Romans von Anthony Burgess ist ein wahres Meisterwerk. Malcolm MacDowell liefert eine clevere, nicht ganz ernst gemeinte Performance als Alex, Anführer eines Quartetts von "Droogs", eine bösartige Clique junger Rowdys, die ihre Nächte damit verbringen, Autos zu stehlen, Schlägereien mit rivalisierenden Gangs zu suchen, Einbrüche zu begehen und Frauen zu vergewaltigen. Wo andere Regisseure vermutlich das immense Gewaltpotenzial der Geschichte ohne den enthaltenen Subtext ausbeuten würden, legt Kubrick großen Wert darauf, Burgess düster satirischen und sozialkritischen Kommentar auch in seinem Film zu berücksichtigen.
Uhrwerk Orange erzählt Alex' Transformation vom vogelfreien Bösewicht zum Sträfling, der in einem Experiment der Regierung mit dem Ziel, Kriminelle zu resozialisieren, unorthodoxen medizinischen Methoden ausgeliefert ist und so seinerseits zum Opfer wird. Die Therapie soll als Allheilmittel für eine kaputte Gesellschaft dienen, die immer mehr unter einer überhand nehmenden Verbrechensrate zu leiden hat, welche eben dieses Gesellschaftssystem hervorbringt. Die Katze beißt sich also in den Schwanz. Uhrwerk Orange funktioniert auf vielen unterschiedlichen Ebenen -- auf visueller, sozialer, politischer und sexueller -- und ist einer der wenigen Filme, die auch nach mehrmaligem Ansehen ihrem Anspruch gerecht werden und nichts von ihrer Aussagekraft einbüßen. Kubrick arbeitet mit farbenfrohen Bildern und setzt darüber hinaus die klassische Musik (auch Wendy Carlos klassich elektronisches Werk) speziell zur Untermalung der Gewaltszenen geschickt als Stilmittel ein, um den Zuschauer emotional gefangen zu nehmen. Szenen, die als Abbild reinsten Nihilismus' auch heute noch verstörend wirken. Ironischerweise ist genau das der Punkt, der vielen Fans des Films, die die dargestellte Brutalität leider nicht etwa abstoßend, sondern höchst unterhaltsam finden, verborgen bleibt und so häufig zu Missinterpretationen führt. --Bryan Reesman
Shining
Der einsiedlerische Perfektionist Stanley Kubrick war vielleicht nicht sonderlich produktiv (er führte zwischen 1975 und 1999 lediglich bei drei Filmen Regie), aber seine Filme verstehen es, in das Bewusstsein der Öffentlichkeit vorzudringen. Im Falle von Shining aus dem Jahre 1980 ist es klar ersichtlich, dass Kubricks Film mehr kulturelle Resonanz hervorgerufen hat als Stephen Kings Bestseller, auf dem er basiert. Das Bild von Jack Nicholson, der sich mit einer Axt den Weg durch eine splitternde Tür bahnt und dabei "Hiiiiiiier ist Johnny!" brüllt, stellt nach wie vor einen der bemerkenswertesten Höhepunkte des Horrorkinos dar. Eine Miniserie aus dem Jahre 1997 folgte Kings Vorlage genauer, aber sie verblasst gegenüber den schaurigen Aspekten von Kubricks Interpretation.
Es handelt sich hierbei um eine grandiose Geschichte über ein Spukhaus, in der Nicholson seine Frau (Shelley Duvall) und seinen jungen Sohn zum abgelegenen Overlook Hotel bringt, wo er zwischen den Saisonzeiten als Hausmeister arbeiten will. Hier erleidet er einen psychologischen Zusammenbruch, der nicht nur auf einen Hüttenkoller zurückzuführen ist. Das Hotel besitzt eine gewalterfüllte Vergangenheit, die sich noch immer auf das Gebäude auswirkt; während der junge Danny (Danny Lloyd) durch seine hellseherische Gabe namens "Shining" dieses erschreckende Erbe erkennt, verliert sich sein Vater in einem Zustand von mörderischer Psychose.
Kubrick vermeidet die Tradition billiger Schockeffekte der 80er-Jahre-Horrorfilme und entscheidet sich stattdessen für eine Studie über geistigen Verfall und den zeitlosen Mordimpuls -- die technischen Innovationen des Films (darunter das sehr eindrucksvolle Bühnenbild und der bahnbrechende Einsatz der Steadycam) liefern eine zunehmend beunruhigende Verbindung von vergangenem und gegenwärtigem Schrecken. Es handelt sich bei dem Film eher um einen intellektuellen Horrorfilm als einen konventionellen Schocker, jedoch besitzt er noch immer eine verstörende Wirkung. Und als sich der lächelnde Jack Nicholson schließlich in einen höhnisch grinsenden Killer verwandelt, reiht sich dieser somit in Kubricks Verbrecheralbum erinnerungwürdiger Filmbösewichte ein. --Jeff Shannon
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34 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kubrick konzentriert,
Von
Rezension bezieht sich auf: Stanley Kubrick Collection [Box Set] (DVD)
Diese Box hat mich begeistert. Sie beinhaltet wohl alle Filme, an denen Warner Bors. die Filmrechte hat.Zugegeben, die jeweiligen Film-DVDs beinhalten kaum Bonusmaterial. Dafür gibt es allerdings eine komplette DVD, auf der sich auschließlich Hintergrundmaterial zu Kubrick und seinen Filmen enthalten ist. Ausführlich und gut präsentiert. Einfach genial. Mehr kann man sich nicht wünschen. Ich habe schon gemerkt, dass hier ein kleiner Streit über das Bildformat im Gange ist. Deshalb möchte ich zitieren, was es auf der "Eyes Wide Shut" DVD heißt: Ton und Bild sind voll in Ordnung. Alles in Allem: Volle Punktzahl. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
30 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
4:3 ist schon ok so. Ich finde die Box gelungen.,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Stanley Kubrick Collection [Box Set] (DVD)
Das mit den beschnittenen 4:3 Versionen kann ich so nicht stehen lassen. Kubrick hat einige Filme wirklich in 4:3 gedreht (sog. open matte), weil er nicht wollte, daß die im Fernsehen beschnitten sind. Im Kino wird dann oben und unten maskiert. Deshalb sieht man zum Beispiel bei shining am Anfang auch mal den Schatten des Helikopters. Der war im Kino nicht da.Ich finde die Box gelungen, der Preis ist auch gut. Was stört ist, daß ein paar wichtige Filme fehlen und nur die kurze Europa-Version von shining dabei ist. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Zeitlose Klassiker,
Rezension bezieht sich auf: Stanley Kubrick Collection [Box Set] (DVD)
Um erst einmal meinem Vorredner Patrick den Wind aus den Segeln zu nehmen: Die Box enthält ALLE Kubrick-Filme, an denen Warner die Rechte hat. Dr. Strangelove beispielsweise wird von Columbia verlegt, aber das nur am Rande! Diese Box beinhaltet wohl alle Klassiker des jeweiligen Genres. 2001, Uhrwerk Orange oder Full Metal Jacket sind ohne Frage 3 der besten Filme aller Zeiten. Jeder, der Filme mag, wird an diesem Teil nicht herumkommen. Noch was: Spart Euch Kritiken an dem Bildformat. Das WAR, IST und BLEIBT 4:3 (Außer 2001: Cinemascope). Kubrick wollte seine Filme so drehen und es wäre im wahrsten Sinne des Wortes Blasphemie gewesen, dieses Format nachträglich zu ändern (was technisch sowieso nicht möglich gewesen wäre)! Also: Unbedingt zulegen!
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