Die europäische Integration stand lange Jahre vor allem unter dem Zeichen des gemeinsamen Marktes und der Liberalisierung. Sozialpolitik wurde weitestgehend als nationale Aufgabe verstanden und demnach erst spät - mit dem Sozialkapitel zum Maastrichtvertrag - in den Integrationsprozeß einbezogen. Doch spätestens mit dem Vertrag von Amsterdam und dem - mehr oder weniger erfolgreichen - Versuch eines europäischen Beschäftigungspaktes und nicht zuletzt auch unter dem Eindruck europaweit hoher Arbeitslosenzahlen rückt dieser Politikbereich immer mehr in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Der vorliegende Band widmet sich nun den damit verbundenen Problemfeldern. Schwerpunkte liegen dabei zunächst auf der Institutionalisierung der EU und inwiefern diese möglich Fortschritte in der Sozialpolitik beeinflußt, und auf dem Zusammenhang bereits existierender Programme mit Sozialpolitik - vor allem die Freizügigkeit und die Strukturfonds sind hier zu nennen. Der theoretische Kernpunkt des Buches ist das Konzept des Mehrebenensystems, das versucht, die Verschachtelung nationaler und europäischer Zuständigkeiten zu fassen. Konsequenterweise sind das erste und letzte Kapitel dann auch der Frage gewidmet, wie der Wohlfahrtsstaat - der ja sehr eng mit der Idee der relativ autonom steuerbaren Volkswirtschaft verbunden ist - in diese Struktur eingepaßt werden kann. Die Beiträge stammen durchweg von anerkannten Autoritäten ihres Faches, so daß man ganz nebenbei auch einen Überblick über die Forschungslandschaft erhält. Für Laien ist das Buch leider nicht so empfehlenswert, da doch sehr solide Kenntnisse in Sachen Europa- und Sozialstaatsforschung vorausgesetzt werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)