Welchen Maßstab soll man anlegen ? Gemessen an ihrer eigenen Einschätzung ihrer Qualität ist klar festzustellen : Oasis sind sicher nicht die beste Band der Welt. Dies liegt vor allem daran, daß eine Kopie nicht besser als ein Origanl sein kann. Und da Oasis sich eifrig bei den Großen der 60er Jahre bedienen (vor allem die Bassläufe erinnern sehr die späten Beatles oder Cream), scheint dies auch ein Indiz für eine gewisse Ausdünnung ihrer Keativität zu sein. Andererseits macht dieser Rückgriff auf Vergangenes gerade auch den Reiz ihrer Musik aus. Es ist oft, als kämen alte Songs in aktueller Verkleidung daher. Diese Besinnung auf Bewährtes, die ja auch ein Indiz für die Verehrung der alten Gruppen ist, verhindert jedoch, daß Oasis heute schon in eine Reihe mit den ganz großen Bands zu stellen sind. Sieht man Oasis losgelöst von den Wurzeln ihrer Musik, so erkennt man, daß da eine der besten Bands unserer Tage eine gute Platte gemacht hat auch ohne die Musik neu zu erfinden. Weniger episch breit angelegte Songs als beim Vorgänger, jedoch deutlich leichter verdaulich als die beiden ersten Alben scheint klar, daß hier versucht wird, vor allem kommerziell erfolgreich zu sein. Fans der ersten Stunde könnte der Sound zu glatt und klebrig sein, doch muß man Oasis zugestehen, daß auch sie sich entwickeln dürfen. So klingen sie heute weniger rauh, sind nicht mehr so wild oder gar rebellisch (auch Liam wird ruhiger), aber sind sie deshalb schlechter geworden? Eindeutig nicht ! Ihre Songs sind wirklich gelungen, die Platte klingt nicht so überproduziert wie die Vorgänger, die Arrangements zeigen, daß die Gallaghers viel gelernt haben. Da mir die langsamen Stücke mitunter ein wenig zu banal ausfallen, sind für mich die starken Momente eindeutig die schnellen Nummern wie "Put yer money..." oder "I can see a liar". Auch "Go let it out" und "Gas Panic" sind herauszuheben. Eine insgesamt gute Platte deren Kauf zu empfehlen ist! In dieser Richtung gibt es aktuell keine besseren Bands.