Das Buch bietet 23 Fälle von unterschiedlichem Anforderungsgrad für 7,90 ¤. Das ist schon mal ein angenehmer Faktor des Buches.
Die Fälle sollen die häufigsten Konstellationen arbeitsrechtlicher Streitigkeiten abdecken. Das gelingt auch ganz gut.
Weniger gut ist, dass die Falllösungen so gut wie nie in die Tiefe gehen und die Begründungen oft sehr oberflächlich ausfallen. Zudem gibt es kaum vertiefende Literaturhinweise - und wenn dann immer nur auf Wörlen/Kokemoor - und vor allem keine Fundstellen der (indirekt) zitierten BAG-Entscheidungen. So heißt es häufiger "nach der Rspr. des BAG ist das sowundso...". Das ist ohne Beleg zunächst einmal nur eine pauschale Behauptung und vor allem ist es ärgerlich, wenn man den Fall noch mal nacharbeiten will. Denn dann wäre eine Fundstelle wirklich hilfreich (Die wenigen Fundstellen die es gibt, sind mehr oder weniger Glückssache).
Ansonsten sollte man den Inhalt auch nicht zu genau hinterfragen. So heißt es etwa auf S. 24 (wörtlich): "Als weiteres Rechtsmittel kommt hier in Betracht, dass sich die Klägerin mit einer Verfassungsbeschwerde an das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe (§ 13 Nr. 8 a BVerfGG) wendet." - Soso, die Verfassungsbeschwerde als Rechtsmittel (!) im Arbeitsprozess. Auch wenn das in praxi wohl eine allgemeine Unsitte im Miet- und Arbeitsrecht ist, so ist das nicht im Sinne des (Verfassungs-)Gesetzgebers. Denn ein Rechtsmittel hat ja einen Devolutiveffekt. Wenn also die Verfassungsbeschwerde ein Rechtsmittel wäre, dann müsste ja das BVerfG ein Teil des arbeitsgerichtlichen Instanzenzuges sein...
Kann man das Buch empfehlen? Als allerersten Einstieg ja. Aber fürs Wahlfach/Schwerpunkt sollte es doch ein eher anspruchsvolles sein, wie etwa
Fälle zum Arbeitsrecht.
(Wer Jubel-Rezensionen lesen will, dem seien die Seiten 6, 7 und 8 des Buches ans Herz gelegt)