Das Buch ist sehr informativ und umfasst viele Bereiche des Lebens und Arbeiten mit Pferden. Sehr flüssig zu lesen und leicht verständlich.
Es ist verwunderlich, dass man schon im 19. Jahrhundert Ansichten vertrat, die einem heutzutage sehr modern und fortschrittlich erscheinen.
Was wirklich in diesem Buch sehr stark zum Ausdruck gebracht wird, ist das Wohl der Pferde. Denke ich an meine ersten Pferdekontakte und Reiterfahrungen vor fast 35 Jahren, dann bin ich wohl von manchen Reitlehrern und -kollegen in einigen Punkten sehr schlecht ausgebildet und beraten worden. Da wurde das Pferd zum Sportgerät degradiert, was zu gehorchen und zu parieren hatte. Dies missfiel mir dermaßen, dass ich nur noch privat geritten bin und mich aus manchen Ställen verabschiedet habe. Gegenwärtig tut sich in der Reit- und Pferdeszene - laut meiner Beobachtung - schon einiges zum Vorteil der Pferde, aber optimal ist es immer noch nicht.
Wenn ich mich mit meinem Vater, einem guten Pferdekenner und Reitervorbild, über seine Methoden eben aus der alten Zeit unterhielt, dann finde ich sehr viele seiner Tipps in diesem Buch wieder. Das bestätigt das profunde Wissen der "alten Stallmeister".
Damals hat man wohl intuitiv mit guter Auffassungsgabe das Wesen des Pferdes studiert. Natürlich gab es auch in der "guten alten Zeit" miserable Zustände und Methoden. Aber darüber berichtet dieses Buch nicht. Die guten und erfolgreichen Praktiken setzen sich eben durch und sind oft simpler als man denkt.
Es wäre schön, wenn die Autorin weiter recherchieren könnte und mehr über die tollen Erkenntnisse der alten Meister" schreiben würde.
Außerdem ist das Buch sehr schön bebildert.
Das Pferd steht hier im Mittelpunkt und erzieht den Menschen zu seinem Partner und nicht umgekehrt. Ich wünschte mir Verständnis und Sensibilität im Umgang mit Pferden, diesen beeindruckenden göttlichen" Wesen. Auch Christiane Gohls Buch führt zu diesem Weg.