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Jodie Foster wurde 1981 vom Millionärssohn John Hinckley jr. verfolgt. Um sie zu beeindrucken, verübte er ein Attentat auf den US-Präsidenten Ronald Reagan. Auch ohne psychologische Schulung konstatierte sie korrekt: "Mir tun Leute Leid, die Liebe und Besessenheit verwechseln. Und mit tun Leute weh, die diese Verwechslung an mir auslassen." Doch nicht nur Stars werden Opfer von Psychopathen.
Häufig werden auch Ex-Partner, Arbeitskollegen oder flüchtige Bekannte terrorisiert. Unter dem falschen Begriff "Liebe". In Wirklichkeit geht es jedoch um Aufmerksamkeit, Kontrolle und Macht. Die Verfolger steigern sich in ein Ideal des anderen hinein. Ihre Wahrnehmung ist verzerrt, manchmal glauben sie wirklich, dass das Objekt ihrer Begierde in sie verliebt sei.
In den meisten Fällen klaffen jedoch Einbildung und Wahrheit weit auseinander. Susanne Schumacher hat in ihrem aufrüttelnden und zugleich tröstenden Buch Fälle und Dokumente zusammengetragen, die das Ausmaß der Höllenqual aufzeigen. Da die Psychoterroristen intelligent sind und raffiniert vorgehen, wird dem Betroffenen manches Mal gar nicht geglaubt. Die Autorin rät, niemals auf unerwünschte Avancen zu reagieren und gleichzeitig alle Annäherungsversuche zu dokumentieren. Nur so können später, wenn sich der Fall weiter zuspitzt, juristische Maßnahmen getroffen werden.
Der Ratgeber ist ein sehr offenes, gut recherchiertes und einfühlsames Buch für Opfer, die es nicht länger bleiben wollen. --Corinna S. Heyn -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Das Buch ist in der Neuauflage geblieben, was es von Anfang an sein wollte: ein leicht fasslicher Ratgeber für Betroffene und für Menschen, die von Betroffenen in ihrer Not um Rat angegangen werden. Es unterscheidet sich insoweit von den Fachpublikationen aus Psychiatrie/Psychologie und Rechtswissenschaft. Es behandelt jedoch auch - ausgehend von der Gesetzgebung der Vereinigten Staaten, Australiens und unserer europäischen Nachbarn - die noch immer unzureichende Rechtslage in Deutschland. Bereits in der ersten Auflage hatte Schumacher gefordert, dem Beispiel des Auslandes zu folgen und ins deutsche Strafgesetzbuch (StGB) eine Vorschrift über Stalking als besonderen Tatbestand einzufügen. In der jetzt erschienenen zweiten Auflage konnte sie den vom Land Hessen im Frühjahr 2004 im Bundesrat eingebrachten Entwurf einer solchen Ergänzung des StGB abdrucken. Der Bundesrat hat daraufhin im März dieses Jahres dem Deutschen Bundestag den Entwurf eines Stalking-Bekämpfungsgesetzes vorgelegt, durch den ein § 238 «Schwere Belästigung» ins StGB aufgenommen werden soll.
Neu hinzu gekommen ist ein Gespräch mit einem Stalker, das Einblicke in eine verstörte Seele gewährt und das für das Thema ebenson aufschlussreich ist wie das Kapitel «Deine kleine Frau», in dem die unglückselige «Malu» einen verheirateten Kollegen mit nicht endendem Terror verfolgt. In beiden Kapiteln wird die Bedeutung des englischen Wortes «stalk», nämlich pirschen, jagen, verfolgen in bedrückender Weise deutlich.
Die letzten vier Kapitel des Buches enthalten eine Fülle praktischer Ratschläge für Menschen, die von Stalking betroffen sind. Die Autorin nennt vier Interventionsstrategien, liefert eine Liste von Institutionen, die Hilfe leisten können, zählt die 16 Anti-Stalking-Regeln auf und gibt Tipps zur Abwehr von Internet-Stalkern. Die letzten sechs Seiten enthalten eine Auswahl von Medien, die zur weiteren Information herangezogen werden können.
Wer selber «gestalkt» wird oder wer sich gründlich über das Thema Stalking informieren möchte, ist mit diesem Buch gut bedient.
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