Wie bei den Filmen von Theo Angelopoulos ("Der Blick des Odysseus", "Ewigkeit und ein Tag") dominiert ein grosse Ruhe, enorme Bildgewalt, ausgeklügelte Bildkomposition und behäbige Länge die Filme von Andrej Tarkowskij. Gegenüber seinem ersten Science-Fiction-Klassiker "Solaris" schraubte Tarkowskij für seinen zweiten das Tempo sogar noch einmal enorm zurück. Ebenso enthält "Stalker", basierend auf dem Science-Fiction-Klassiker "Picknick am Wegesrand" der Gebrüder Strugatzki, keine oberflächlichen Science-Fiction-Zugaben wie Raumstationen oder Raumschiffe. Tarkowskij wollte einen Film über das Leben (versinnbildlicht durch "die Zone"), den Selbstzweifel an der eigenen mentalen Kraft (die Angst der Männer den geheimnisvollen Raum zu betreten im Zusammenhang mit der Geschichte von Stalkers Lehrmeister) und die Liebe (die von Stalkers Frau zu ihrem Mann, trotz all der Probleme und Schmerzen, die sein Lebenswandel für sie bedeutet) machen. Gegen alle anderen Interpretationen wie die Zone als radioaktive Zone nach Atomunfall hat sich der russische Filmemacher in Interviews immer gewehrt. Für ihn war die Science-Fiction nur das Gewand für die Geschichte über das Leben, aber ein so grosser Film lässt sicherlich mehr Interpretationen als nur die des Regisseurs zu. Ohne die Romanvorlage zu kennen ist die verfilmte Science-Fiction-Geschichte allerdings sehr schwer zu verstehen. Stalker ist der letzte Film den Tarkowskij unter der Aufsicht der Zensur in seiner russischen Heimat drehte. Auf dieser DVD von Artificial Eye ist der Film im russischen Originalton mit vielen Untertitelspuren, unter anderem auch einer DEUTSCHEN, enthalten! In den deutschen Programmkinos habe ich "Stalker" auch nur als russisches Original mit deutschen Untertitel erlebt, damit ist diese liebevoll aufbereitete britische Import-DVD auch für den deutschen Markt komplett! Es ist wahrhaft eine europäische DVD!