Über deutsche Agenten, die ihn vaterlandsverräterisch über deutsche Staats- und Militärgeheimnisse auf dem laufenden hielten, verfügte Stalin reichlich, und dabei handelte es sich nicht um Kriegsgefangene! Nur ist in Bojes Buch mit dem so pauschalen Titel von denen überhaupt keine Rede. Mithin ist der Haupttitel des Buches irreführend.Man darf erwarten, daß, was auf einem Erzeugnis draufsteht, auch drin ist. Fehlanzeige.
Boje distanziert sich von kriegsgefangenen deutschen Militärs, die sich von den Bolschewisten "umdrehen" ließen, und bezeichnet sie als "Stalins Agenten", bleibt aber Aussagen über deren "Agententätigkeit" schuldig. Der Untertitel des Buches ist allerdings zutreffend. Der Autor schildert anschaulich seine Erlebnisse aus 13 Jahren sowjetischer Kriegsgefangenschaft, die er teils im Gulag, weil mit fadenscheiniger Begründung als Kriegsverbrecher bezichtigt, verbringen mußte. Als sehr beachtenswert ist ein von Boje mitgeteiltes Vorhaben Stalins hervorzuheben: Nach dem Schema "Katyn", dem abscheulichen Massenmord an -zigtausenden kriegsgefangenen polnischen Offizieren,wollte der Diktator auch mit 50 000 kriegsgefangenen deutschen Offizieren verfahren. Das sollte zu denken geben.