Anfang 2008. Wahlkampf in Russland. Der moskauer Chefermittler Arkadi Renko hat einen neuen Auftrag. In einer U-Bahnstation haben mehrere Menschen den Geist Stalins gesichtet. Was war da los? Es dauert nicht lange, und Renko findet heraus, dass es sich um einen Wahlkampfgag handelt. Isakow, Polizist und ehemaliges Mitglied der Eliteeinheit Omon, die im Tschetschenienkrieg für zahlreiche Hinrichtungen verantwortlich war, will für eine neue, nationalistische Partei kandidieren. Sein Kollege Urman unterstützt ihn dabei. Sie versuchen alles, um ihr politisches Ziel, ein neues, starkes Russland, durchzusetzen. Doch die beiden haben noch mehr Dinge am Laufen. So scheint es, als würden sie Auftragsmorde ausführen, und sie könnten auch für den Tod sämtlicher Omon-Mitglieder verantwortlich sein, die bei einem angeblichen Tschetschenenüberfall dabei waren, bei dem zwar alle beteiligten Tschetschenen getötet wurden, jedoch keiner der Omon-Leute auch nur die kleinste Verletzung davontrug. War es ein Überfall oder eine Hinrichtung? Während Renko einem weiteren Verbrechen auf die Spur kommt, von dem auch seine Geliebte Eva etwas wissen könnte, versucht während einer Feier in einem Parteibüro der Kommunisten eine Stripperin, den Ermittler zu töten. Das gelingt ihr nicht, doch ein Mann, der einen Schuss auf Renkos Kopf abfeuert, ist erfolgreicher... Was hat sich der Autor bei diesem Roman bloß gedacht. Zugegeben: Er ist ungefähr so spannend wie die anderen Renko-Romane. Doch zunächst mal gibt es hier eine ganze Reihe überflüssiger Szenen - wie die Beschreibung eines völlig an den Haaren herbeigezogenen Schachturniers, das sogar im staatlichen Fernsehen übertragen wird, obwohl es in einem heruntergekommenen moskauer Schachclub ausgetragen wird -, ständig wird die Story von Rückblenden auf die Kindheit Renkos, dessen Vater ein Armeegeneral war und Stalin kannte, unterbrochen. Doch auch die Geschichte selber wirkt so sehr konstruiert, dass sie unglaubwürdig ist. Immer wieder tauchen wie gerufen Personen auf, die den Fall weiterbringen; während Renkos Leben bedroht wird, stirbt sein potentieller Mörder durch eine Landmine; es wimmelt von Ungereimtheiten. Dieser Roman hat den deutschen Krimipreis 2008 absolut nicht verdient. Im Gegenteil: Der sechste Renkoroman ist der mit Abstand schlechteste in der Serie, an dem - wie gesagt außer der Tatsache, dass er spannend ist - absolut nichts empfehlenswertes ist. Interessant nur für Fans der Kultserie, sonst ein Roman, der keinerlei Wirkung hat und den man nach dem Lesen einfach weglegt, um zum nächsten Buch zu greifen.