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Stalin: Machtpolitiker und Ideologe
 
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Stalin: Machtpolitiker und Ideologe [Broschiert]

Stefan Creuzberger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Broschiert: 344 Seiten
  • Verlag: Kohlhammer (12. März 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3170182803
  • ISBN-13: 978-3170182806
  • Größe und/oder Gewicht: 18,4 x 11,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 277.068 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Stefan Creuzberger
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Stalin ist aktueller denn je. Er symbolisiert den Aufstieg der UdSSR zur Weltmacht, den die heutige politische Führung in Moskau wieder zurückerlangen möchte. Davon zeugt der Konflikt zwischen Russland und Georgien im Kaukasus, dessen Wurzeln u.a. auch in der Zeit des Stalinismus liegen. Und davon zeugt die bemerkenswerte Renaissance, die der ehemalige sowjetische Diktator im heutigen Staate Medvedevs und Putins erfährt. Er wird zum bedeutenden Modernisierer stilisiert, ohne dabei die Brutalität und die immensen Opfer zu nennen, die sein großes Industrialisierungsprojekt in den 1930er Jahren mit sich brachte.
Creuzberger bietet in diesem Buch auf der Grundlage der aktuellen Forschung einen biographischen Überblick über das Leben Stalins. Dabei wird der sowjetische Diktator im Unterschied zu vielen anderen Biographien gleichberechtigt als Innen- und als Außenpolitiker präsentiert und die Geschichte und Ideologie des Stalinismus beschrieben.

Über den Autor

Stefan Creuzberger, Dr. phil., Privatdozent für Neuere Geschichte am Historischen Institut der Universität Potsdam. Lehrbeauftragter für Europastudien an der RWTH Aachen; Gastprofessuren an den Universitäten Plovdiv, Bulgarien (2000, 2001), Bologna, Italien (2006) und Western Ontario, London/Kanada (2007).

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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Biographie eines Massenmörders, 25. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Stalin: Machtpolitiker und Ideologe (Broschiert)
Stalin lebte von 1878 bis 1953. Als er den letzten Schlaganfall erlitt, war niemand da, um ihm zu helfen, denn alle Ärzte hatten Angst vor ihm, weil er einige Zeit vorher viele Ärzte inhaftieren und foltern ließ. Er war der Meinung, dass sie sich gegen ihn verschworen hätten.

Sein Vater war Schumacher und hatte eine Zeit lang eine Werkstatt mit Personal, verlor sie aber wegen Alkoholismus. Er war als Schläger im Ort bekannt. Er schlug seine Frau und seinen Sohn, den jungen Stalin. Wie Hitler liebte Stalin seine Mutter abgöttisch, die hoffte, dass er mal Priester werden würde. Mehrere reiche Leute unterstützten Stalin in seinem Vorhaben. In der Grundschule war er gut, schlug sich aber oft mit Jungs und bildete schon früh eine Bande. Er wurde als hinterlistig angesehen. Seine Eltern trennten sich. Sein Vater wollte, dass Stalin auch Schumacher wird und entführte ihn in eine andere Stadt. Seine Mutter brachte ihn zurück und schickte ihn bald zu einem Priesterseminar, wo er anfangs sehr fleißig lernte. Er war auch offen für die Gedanken der Aufklärung und für die Gedanken von europäischen und russischen Schriftstellern und vor allem für den Marxismus. All diese Bücher waren im Priesterseminar verboten. Deswegen verließ er auch das Seminar und arbeitete dann politisch. Um die kommunistische Politik zu finanzieren, ließ er Banküberfälle durchführen und beteiligte sich am Waffenhandel. Die Geheimpolizei erwischte ihn eines Tages und verbannte ihn nach Sibirien, wo er sich paradoxerweise wohl fühlte und zum Beispiel fischte. Auch las er sehr viel, bis zu 500 Seiten pro Tag, was echt enorm ist. Nach 1917 kam er zurück in die Zivilisation und arbeitete als Redakteur für eine Zeitung. Er wurde bald Generalsekretär der Kommunistischen Partei und bekämpfte Konkurrenten wie Trockij, der schließlich das Land verlassen musste.

Ende der 1920er Jahre begann der stalinistische Terror. Stalin war nun sozusagen allmächtig. Er ordnete die Erschießung, Vertreibung und Verbannung von Großgrundbesitzern, so genannten Kulaken, nach Sibirien, an. Wenn kleine Bauern noch etwas Getreide besaßen, wurde ihnen auch das weggenommen. Es kam zu Massenerschießungen und Massenvergewaltigungen. Weil der Islam in Aserbaidschan noch vorherrschte, wurden die Artillerie und die Luftwaffe eingesetzt. Das ganze Land sollte mit Gewalt modernisiert werden. 1932 bis 1934 wurde eine liberale Gesetzgebung eingeführt, wonach es zum Beispiel Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit geben sollte. Diese wurde aber spätestens 1937 wieder abgeschafft. Nun konnten Menschen einfach so auf Verdacht für fünf Jahre ins Arbeitslager kommen. Der sowjetische Staat beging tatsächlich Staatsterrorismus. Auch Militärs wurden bedrängt. Viele wurden als Staatsfeinde angesehen und inhaftiert, erschossen oder verbannt. Die Menschen hatten nichts zu essen. Es kam zu Kannibalismus. Der Massenterror dauerte bis etwa 1939. 1941 begann der Krieg mit dem nationalsozialistischen Deutschland. Stalin wollte es erst gar nicht wahrhaben, dass Hitler angriff, es sollte Monate dauern, bis Stalin reagierte. Solange wüteten die nationalsozialistischen Soldaten in der Sowjetunion und ermordeten viele russische Juden und Kriegsgefangene. Die sowjetischen Kriegsgefangenen wurden von Stalin als Kollaborateure Hitlers angesehen und hart bestraft, wenn nicht erschossen. Der Terror gegen das eigene Volk sollte noch etwas länger dauern. Viele Russen meldeten sich freiwillig zum Kriegseinsatz, es wurden aber auch viele Männer ausgehoben. In den Fabriken mussten Frauen, Alte, Jugendliche und sogar Kinder arbeiten, um die Nazis zu bekämpfen. Später lockerten sich die Gesetze. Als der Krieg am 8. Mai 1945 zu Ende war, frohlockten die Sowjets, vor allem Stalin, der ziemlich selbstherrlich wurde. Allerdings wurde verschwiegen, wie viel Schaden im Land angerichtet wurde. Stalin sprach von etwa sieben Millionen sowjetischen Gefallenen. Tatsächlich waren es mehr als 25 Millionen. Ende der 1940er Jahre begann der staatlich verordnete Antisemitismus. Die Juden durften nicht ausreisen, sondern wurden verfolgt. Erst 1991 gingen viele Juden nach Israel. Die jüdische Frau des Politikers Molotov wurde verhaftet. Trotzdem blieb Molotov Stalin treu.

Im Kapitel über Außenpolitik werden die Reisen Stalins beschrieben. Er war in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Österreich. Er versuchte, Deutsch und Englisch zu lernen, kam aber nicht weit, weil da niemand war, in dessen Sprache er sich unterhalten konnte, um sie besser zu lernen. In der Sowjetunion gab es praktisch keine Außenpolitik, weil das Land sich isolierte. Es verteufelte westliches Gedankengut und westliche Kunst. Viele Künstler und Schriftsteller wurden gezwungen, sich selbst verbal zu verurteilen, weil sie es gewagt hatten, sich vom Westen inspirieren zu lassen. Stalin kritisierte den Imperialismus anderer Staaten. Die Sowjetunion war aber selbst imperialistisch, weil sie viele Länder annektierte. Auch verurteilte Stalin den Massenmord im ersten Weltkrieg, wo fast 500 Millionen Menschen umkamen, selbst ist er aber für 60 Millionen Tote verantwortlich. Das ist schon ziemlich heuchlerisch. In den 1920er Jahren war er Nationalitätenkommissar und war der Meinung, dass Länder wie Aserbaidschan ruhig das Recht haben sollten, die Scharia einzuführen. Dabei wird nicht klar, ob er überhaupt wusste, was die Scharia eigentlich ist, denn in diesem muslimischen Rechtssystem wird zum Beispiel Dieben die Hand abgehackt. Das Heuchlerische ist daran, dass er gerade in Aserbaidschan später Bomben abwerfen ließ, weil er den Islam unterdrücken wollte. Bei diesem Mann gab es also viele Widersprüche. Die Sowjetunion versuchte, während der Weimarer Republik die Demokratie zu destabilisieren und den Staat kommunistisch zu machen, was ihr aber nicht gelang. Stalin erkannte überhaupt nicht, dass das nationalsozialistische Deutschland für ihn gefährlich werden könnte. In China versuchte die Sowjetunion darauf hin zu arbeiten, dass das Land kommunistisch wird. Trotzdem gab es Probleme mit Mao, der sich mit Stalin stritt. Als Stalin starb, hörte man auf, die Ärzte im Land zu inhaftieren, auch hörte der Antisemitismus auf. Leider erwähnt Creuzberger nicht, dass Stalin 60 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Das ist echt ärgerlich. Ich habe in zwei Dokumentationen gesehen, dass Stalin 60 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat. Ich weiß einfach nicht, warum das der Autor nicht erwähnt. Deshalb gibt es nur vier Sterne. Außerdem ist die Schrift zu klein. Ansonsten ist das Buch gut.
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